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2:1 gegen St. Pauli : Leverkusen jagt Dortmund

  • -Aktualisiert am

Kießling und Co. bleiben dran an Dortmund: Leverkusen schlägt St. Pauli Bild: REUTERS

Bayer Leverkusen bezwingt Abstiegskandidat FC St. Pauli mit Mühe 2:1 und verkürzt seinen Rückstand auf Tabellenführer Dortmund auf fünf Punkte. Takyi bringt die Gäste in Führung, Kießling und Bender retten Bayer drei Punkte.

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          Als die Verzweiflung der Leverkusener Fans stetig anwuchs, wirkte Jupp Heynckes mit klaren Gesten auf seine Spieler ein. „Ruhig bleiben“ signalisierte der erfahrene Trainer seiner Mannschaft. Denn die Spieler von Bayer Leverkusen schienen der beste Verbündete von Borussia Dortmund auf dem Weg des BVB zur Meisterschaft zu werden. Mit 0:1 lag der Tabellenzweite gegen den FC St. Pauli zurück, und in dem eigentlich einseitigen Spiel hatten die Rheinländer eine Torchance nach der anderen vergeben.

          Charles Takyi brachte die Paulianer schließlich in der 58. Minute sogar in Führung. Heynckes behielt aber einen kühlen Kopf, wechselte mit Eren Derdiyok für Michal Kadlec einen weiteren Stürmer ein und führte die Wende in der Partie herbei. Stefan Kießling (66.) und Lars Bender (77.) erzielten die Treffer beim schwer erkämpften Sieg, mit dem die Meisterschaft noch einmal an Spannung gewinnt. „Ich bin sehr froh, dass wir das Spiel noch gedreht haben, das spricht für die Reife meiner Mannschaft“, sagte Heynckes.

          Denn der viermalige Meisterschaftszweite Leverkusen ist das beste Team der Rückrunde und holte sieben Siege und ein Remis in den letzten acht Bundesliga-Spielen, womit der Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund von einst zwölf auf nur noch fünf Punkte verkürzt wurde. Eine gewisse Nervosität zeigten aber auch die Rheinländer, die am Sonntag beim FC Bayern anzutreten haben, dem künftigen Arbeitgeber von Heynckes. Nahezu pausenlos berannten die Leverkusener das Tor des Gegners, ließen aber die letzte Konsequenz vermissen. Das normalerweise recht ruhige Publikum in der BayArena reagierte sehr aufgeregt, jeder Fehlversuch wurde mit einem lauten Aufschrei quittiert.

          „Wir haben wieder ein Lebenszeichen abgegeben“

          Die Favoritenrolle war eindeutig an Bayer vergeben, nachdem die Konkurrenz am Vortag für die Werkself gespielt hatte. Aber bis die siebte Niederlage von St. Pauli in Serie feststand, musste harter Widerstand überwunden werden. Eine tragische Rolle übernahm Torwart Benedikt Pliquett, der beim letzten Sieg, dem 1:0 im Derby bei Hamburger SV, überragend gehalten hatte. Ihm unterlief beim 1:2 von Bender ein schwerer Patzer, als er den haltbaren Ball passieren ließ.

          Zwei Änderungen nahm Heynckes gegenüber dem 1:0 in Kaiserslautern vor. Fabian Giefer stand zum zweiten Mal in dieser Saison im Tor für Rene Adler, der wegen einer Magen-Darm-Grippe fehlte. Mit Kießling anstelle von Derdiyok im Angriff nahm Heynckes einen zweiten Wechsel vor. Zum zwölften Saisoneinsatz kam Michael Ballack, der im zentralen offensiven Mittelfeld wirkte und häufig gefährlich, aber erfolglos schoss.

          Der FC St. Pauli ist seit dem Derbysieg gegen den HSV aus dem Tritt geraten. Von Platz 11 auf Rang 17 fiel der Kiez-Klub zurück. Nur noch zwei Punkte liegt der Aufsteiger vor dem Tabellenletzten Mönchengladbach und hat nun auch noch die schlechtere Tordifferenz. Mehrere wichtige Defensivspieler fehlten Trainer Holger Stanislawski in Leverkusen wegen Verletzungen. Außerdem fielen wegen der Platzverweise in der abgebrochenen Partie gegen Schalke auch noch Jan-Philipp Kalla und Fin Bartels aus.

          Im Tor musste Pliquett den grippekranken Thomas Kessler ersetzen. „Wir haben wieder ein Lebenszeichen abgegeben und gezeigt, dass wir wieder da sind. Am Ende konnten wir aber dem Druck nicht standhalten“, sagte Stanislawski. Die Partie nächsten Samstag beim punktgleichen VfL Wolfsburg müssen die Hamburger gewinnen, um ihr Erstliga-Dasein zu verlängern.

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