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2:1 gegen Nürnberg : Die Bayern ohne Spielrausch, aber erfolgreich

  • -Aktualisiert am

Sieht aus, als würde er zur Ruhe bitten, dabei feiert er sein Tor: Ivica Olic Bild: REUTERS

Bayern München verbreitete zum Auftakt des Oktoberfestes wenig Glanz - und gewann dennoch. Olic und van Buyten erzielten die Tore beim 2:1-Derbysieg gegen Nürnberg. Choupo-Moting hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

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          Der erste Tag des Oktoberfestes begann in diesem Jahr wieder einmal so, wie es sich gehört, wie es früher üblich war: mit einem Sieg des FC Bayern München. Der Rekordmeister bezwang am Samstag vor 69.000 Zuschauern in der WM-Arena den 1. FC Nürnberg 2:1. Im Gegensatz zum Vorjahr, als die 2:5-Pleite gegen Werder Bremen die Stimmung am ersten Wiesn-Wochenende erheblich getrübt hatte, dürften die Fans dieses Mal einen launigen Bierzeltabend verbracht haben.

          Die Bayern, die wieder erst in der zweiten Halbzeit, nach der Einwechslung von Franck Ribéry, überzeugten und durch Ivica Olic sowie Daniel van Buyten zu Toren kamen, kletterten in der Bundesliga-Tabelle auf den dritten Platz. „Nürnberg war sehr gut organisiert“, sagte Bayern-Trainer Louis van Gaal, „gegen solche Mannschaften ist es immer schwierig zu spielen, aber wir haben viele Möglichkeiten kreiert.“

          Anhänger sorgen für mehr Schwung als die Spieler

          Die Franken, für die der eingewechselte Eric-Maxim Choupo-Moteng zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf, behaupteten trotz der dritten Saisonniederlage den 13. Rang. „Die Enttäuschung ist groß“, sagte Trainer Michael Oenning, „weil wir die letzten acht Minuten nicht überstanden haben.“ Die Partie in München begann wegen einer Gedenkminute für das Opfer des Münchner S-Bahn-Dramas mit Verzögerung. Die kurze Rede von Bayern-Manager Uli Hoeneß quittierten die Zuschauer mit Applaus, es war das einzige Mal an diesem Nachmittag, dass die Fans aus Nürnberg und die des FC Bayern Einigkeit demonstrierten.

          Sieht aus wie Jubel, ist aber Protest: Mario Gomez hat was auszusetzen

          Die Anhänger beider Teams sorgten zunächst für mehr Schwung im Stadion als die Spieler auf dem Platz. Die Bayern begannen wie so oft schon in dieser Saison: vornehm zurückhaltend und mit unpräzisen Zuspielen. Der „Club“ konzentrierte sich auf die Defensive, sorgte aber durch einen Konter über Marcel Risse für die erste torgefährliche Szene des Spiels (26.). Die Bayern fanden erst nach einer halben Stunde Lücken im dichten Abwehrgeflecht der Franken. Die beste Chance vergab Mario Gomez, als er den Ball nach einer Flanke von Thomas Müller an die Querlatte schoss.

          Ribéry und Robben zeigen sehenswerte Kombinationen

          Die Aktion in der 30. Minute passte zum insgesamt schwachen Auftritt des ehemaligen Stuttgarters. Gomez hatte sich enttäuscht gezeigt über seine Versetzung auf die Bank in der Champions League gegen Haifa unter der Woche, seine Rückkehr in die erste Elf konnte er nun aber nicht rechtfertigen, er stand wieder im Schatten des agileren Ivica Olic. In der Halbzeit war Schluss für den deutschen Nationalstürmer, er musste Ribéry weichen.

          Mit seinem kongenialen Partner schien nun auch Robben wieder mehr Spaß am Spiel zu haben. Ein paar sehenswerte Kombinationen zeigte das Duo, das nach dem fulminanten Einstand vor drei Wochen gegen Wolfsburg gefeiert worden war, zuletzt aber nicht mehr ganz so zauberhaft agierte. An der Münchner Führung war aber weder der Holländer noch der Franzose beteiligt, sondern der zuletzt so starke Thomas Müller. Er spielte sich im Strafraum durch und schob den Ball zu Olic, der aus zehn Metern zum 1:0 traf.

          Warnschuss zur rechten Zeit für die selbstsicheren Bayern

          Die Nürnberger schafften es nun zwar nur noch selten, aus der eigenen Hälfe herauszukommen, aber die wenigen Vorstöße waren nicht ungefährlich. Den zweiten nutzen sie zum überraschenden Ausgleich, weil die Bayern sich ihrer Sache wieder einmal zu sicher gewesen waren. Der junge Ilkay Gündogan zog drei Gegenspieler auf sich und spielte im richtigen Moment auf den vom Hamburger SV ausgeliehenen Eric-Maxim Choupo-Moteng, der den Ball an Butt vorbei zum 1:1 ins Tor schoss (74.).

          Es war wohl ein Warnschuss zur rechten Zeit für die allzu selbstsicheren Bayern, denn nun nahmen sie Spiel und Gegner wieder ernst. Dem kurz vor dem Ausgleich für Olic eingewechselten Miroslav Klose wäre in der 78. Minute beinahe das 2:1 gelungen, aber „Club“-Torhüter Raphael Schäfer rettete glänzend. Vier Minuten später musste - wie schon in Haifa - Verteidiger Daniel van Buyten einspringen. Er profitierte von Robbens präziser Flanke und köpfte zum 2:1 ein.

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