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2:1 gegen Leverkusen : Bayern bleibt an Leipzig dran

Abteilung Attacke, Division auf dem Platz: Hummels, Thiago und Lahm Bild: AFP

Ein wichtiger Schritt im Präsidentenplan: Am Tag 1 der neuen Zeitrechnung nach der Wiederwahl gelingt dem deutschen Meister der erste Sieg. Hoeneß fordert: „Bis Weihnachten dranbleiben an Leipzig.“

          Es war nicht gerade eine spielerische Krönungsmesse, die Uli Hoeneß am Samstag in seinem ersten Spiel als neuer alter Präsident des FC Bayern erlebte – aber immerhin einen Sieg. Der Meister war durch Thiago Alcantara (30. Minute) in Führung gegangen, ehe Hakan Calhanoglu ausglich (35.). Das Siegtor zum 2:1 erzielte Mats Hummels (56.), ein Vorsprung, den die Bayern in der Schlussphase mit Glück über die Zeit brachten.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Beide Teams waren Mitte der Woche von Champions-League-Reisen ins eiskalte Russland zurückgekehrt, Leverkusen mit einem 1:1 aus Moskau, Bayern mit einer 2:3-Blamage aus Rostow. Und bis auf einen scharfen Schrägschuss von Admir Mehmedi, der nach zwei Minuten das Bayern-Tor hauchdünn verfehlte, machten die Aktionen beider Teams eine halbe Stunde lang den Eindruck, als stecke noch etwas russischer Frost in den Knochen.

          Thomas Müller, der chronisch torlose Weltstar, bekam eine Kopfballablage von Thiago vor die Füße, stocherte sie jedoch vorbei, und Joshua Kimmichs Kopfball nach Flanke von Douglas Costa flog in die Arme von Torwart Bernd Leno. Das waren bereits die offensiven Höhepunkte der Bayern im ersten Drittel jenes Spiels, mit dem laut Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge „eine neue Zeitrechnung“ beginnen sollte: „Bisher waren wir die Gejagten, jetzt werden wir Jäger sein.“

          Große Erleichterung nach dem Führungstor: Ein Sieg würde den Bayern gut tun Bilderstrecke

          Immerhin jagte dann schon einmal David Alaba von links einen Ball durch Lenos Fünfmeterraum, vorbei an Torwart und Innenverteidigern. Kimmich brachte ihn vom hinteren Eck zurück in die Mitte zu Lahm, dessen Direktschuss Leno nur genau auf den Kopf von Thiago abwehren konnte – dem Spanier reichte ein kurzes Nicken zum 1:0. Und nur zwei Minuten später hätten die Bayern gegen die kurzzeitig angezählten Leverkusener das Spiel wohl schon entscheiden können, wieder nach Alaba-Zuspiel, diesmal auf Robert Lewandowski, doch Leno kratzte den Schuss mit letzter Not per Fußabwehr von der Linie. Und so war sie im Handumdrehen wieder weg, die Führung, als Calhanoglu Lahm stehen ließ, einen feinen Doppelpass mit Julian Brandt spielte und den Ball aus spitzem Winkel an Manuel Neuers Kopf vorbei unter die Latte schoss.

          „Wir müssen dringend vieles ändern und uns verändern“, hatte Bayern-Trainer Carlo Ancelotti vor dem Spiel gefordert. „Gerade die vielen Fehler müssen abgestellt werden.“ Stattdessen bekam er in dieser Szene wieder neues Material für die nächste Video-Vorführung zum Thema „So nicht“. Durch Calhanoglus Treffer hat das Team des weltbesten Torwarts nun sieben Spiele lang immer mindestens ein Gegentor kassiert und ist vom defensiven Granitblock der ersten beiden Saisonmonate zu einem Team geworden, gegen das fast jeder trifft. In den ersten sieben Saisonspielen gab es nur ein Gegentor (beim 3:1 gegen Ingolstadt), in den zwölf Spielen seitdem immer mindestens ein Gegentor (nur nicht beim 2:0 gegen Mönchengladbach vor fünf Wochen).

          Handspiel von Martinez wurde übersehen

          Nach der Pause drückten die Bayern dann aber offensiv wie gewohnt aufs Gas, ohne zunächst damit durchzukommen gegen die dichte Deckung von Bayer. Dann aber konnte Costa plötzlich frei auf Leno zulaufen, der mit starker Reaktion parieren konnte, aber bei der daraus resultierenden Ecke machtlos gegen den Kopfball von Hummels war. Die beste Ausgleichschance verpasste Kevin Volland acht Minuten vor Schluss, nachdem er Javi Martinez, Vertreter des leicht lädierten Jerome Boateng, überlaufen und Neuer überlupft hatte, dann aber, vom Arm des Spaniers gedrückt, strauchelnd den Ball aus spitzem Winkel nicht mehr ins leere Netz lenken.

          Die Bayern hatten Glück, dass der Schiedsrichter dabei ein absichtliches Handspiel von Martinez übersah und keinen Elfmeter gab. So schafften sie zumindest den ersten Schritt im neuen Präsidentenplan: „Bis Weihnachten dranbleiben an Leipzig.“

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