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2:1 gegen Kaiserslautern : Mainz dreht spät auf und schlägt doppelt zu

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Die Hände zum Himmel: Andre Schürrle wurde eingewechselt und traf zum Mainzer Sieg Bild: dpa

Lange sieht es nach dem dritten Sieg für Aufsteiger Kaiserslautern aus. Im Rheinland-Pfalz-Duell in Mainz liegen die Pfälzer durch ein Tor von Lakic lange in Führung. Doch ein Doppelpack von Bungert und Schürrle dreht die Partie.

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          Drei Spiele, neun Punkte - für den FSV Mainz 05 entwickelt sich die aktuelle Saison der Bundesliga zu einem kleinen Fußball-Märchen. Nach dem 2:1-Sieg gegen den rheinland-pfälzischen Rivalen 1. FC Kaiserslautern haben sich die Mainzer in der Tabelle hinter Hoffenheim auf Platz zwei eingerichtet. Und wie schon beim Auswärtsspiel in Wolfsburg, als die Rheinhessen aus einem 0:3-Rückstand noch einen Sieg gemacht hatten, ließen sie sich auch gegen Lautern von einem Rückstand nicht aus der Ruhe bringen.

          Die Pfälzer Führung durch Sdrjan Lakic (20.) glichen Nico Bungert (71.) und André Schürrle (74.) vor 20.300 Zuschauern mehr als aus. Kaiserslautern war bis zur Pause die bessere Mannschaft gewesen, nach mehreren Korrekturen in seiner Aufstellung hatte der Mainzer Trainer Thomas Tuchel sein Team dann aber doch noch auf Kurs gebracht. „Wir haben nicht energisch genug auf das 2:0 gespielt und am Ende zwei doofe Tore kassiert“, sagte der Lauterer Trainer Marco Kurz.

          Bevor es losging, hatte es schon 44:8 für Kaiserslautern gestanden, doch die deutliche Führung hatte schon eine Menge Patina angesetzt, es war die Bilanz aller Partien zwischen den Pfälzern und den Rheinhessen, und die glorreiche Vergangenheit des Gastes liegt doch schon ein gutes Stück in der Vergangenheit. In den vergangenen Jahren sah das anders aus, da sind die Mainzer am großen Fußball-Bruder vorbeigezogen, und das wollten sie auch an diesem sonnig-schönen Sonntag beweisen.

          Im Derby machte die Mainzer Boy-Group die Musik
          Im Derby machte die Mainzer Boy-Group die Musik : Bild: dpa

          „Jimmy, die Rakete“ sorgt für Schrecksekunden

          Ein Sieg mit drei Toren, hatten die Fans ausgerechnet, würde dem Verein die erste Bundesliga-Tabellenführung in seiner Geschichte bescheren. Ein verlockendes Ziel allerdings auch für die Lauterer; auch sie waren mit zwei Siegen in die Saison gestartet, und ihnen hätte schon ein Erfolg mit zwei Treffern Differenz zum Platz an der Sonne gereicht. Die Pfälzer wurden im stimmungsvollen Mainzer Stadion mit einem donnernden Helau empfangen, doch die Hoffnung der Zuschauer, den Aufsteiger mit heißem Atem einfach zu überrennen, erfüllte sich nicht.

          Im Gegenteil: Kaiserslautern zeigte von Beginn an, warum die Mannschaft ihrerseits auf die Tabellenführung hoffen konnte. Taktisch von Trainer Marco Kurz glänzend eingestellt, ließen die Pfälzer ihre Gegner schon im Mittelfeld in ein engmaschiges Verteidigungsnetz laufen, und wenn sie den Ball erobert hatten, setzten sie mit intelligenten und fixen Spielzügen ihre Stürmer Srdjan Lakic und Erwin Hoffer ein, was immer wieder für Gefahr sorgte. Vor allem der Österreicher Hoffer, den sie in der Heimat „Jimmy, die Rakete“ nennen, sorgte mit seiner Schnelligkeit für Schrecksekunden in der FSV-Abwehr. „Wir sind schlecht in das Spiel reingekommen. Unser Passspiel war schlampig“, kritisierte der Mainzer Coach Tuchel.

          Die Mainzer brauchten 18 Minuten, um durch einen Freistoß von Fuchs, der an den Pfosten klatschte, zu ihrer einzigen Chance in der ersten Halbzeit zu kommen. Doch in Führung ging wenige Minuten später - völlig verdient - der 1. FC Kaiserslautern. Hoffer verlängerte einen Abschlag von Torhüter Sippel, Lakic setzte sich problemlos gegen Niko Bungert durch und traf zum 0:1.

          2:1 für Mainz - und 44:9 für Kaiserslautern

          Die Partie wurde nun hektischer - und schlechter. Die Mainzer litten unter ihrer Umstandskrämerei im Mittelfeld und unter ihrem schwachen Angriff, in dem Rasmussen und Allagui keine einzige zwingende Aktion zustande brachten. Die erste Halbzeit war den Rheinhessen völlig missglückt, für die zweite musste sich Trainer Thomas Tuchel etwas einfallen lassen. Er entschied sich für das Naheliegende, und brachte für Allagui seinen stürmischen Jungstar André Schürrle, außerdem Florian Heller für Radoslav Zabavnik.

          Die Wechsel zeigte erst einmal wenig Wirkung. Diesmal dauerte es 21 Minuten, ehe die Mainzer zu einer Chance kamen, doch Schürrles Hereingabe fand im Fünfmeterraum keinen Abnehmer. Tuchel besserte noch einmal nach, ersetzte Rasmussen durch Adam Szalai (62.), und neun Minuten später konnte er erstmals jubeln. Verteidiger Bungert profitierte von einem Blackout in der Lauterer Abwehr und konnte den Ball unbedrängt zum 1:1 über die Linie schieben. Drei Minuten später bog Schürrle mit einem spektakulären Schuss die Partie dann ganz im Sinne der Zuschauer um. Somit hieß es am Ende 2:1 für Mainz - und 44:9 für Kaiserslautern.

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