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2:1 gegen Hoffenheim : Leverkusen wieder in der Spur

  • -Aktualisiert am

Siegtorschütze Vidal hat ein Herz für Bayer Bild: dapd

Bayer Leverkusen vertagt die Entscheidung im Titelrennen um mindestens eine Woche. Beim 2:1 gegen Hoffenheim braucht das beste Rückrundenteam der Liga aber einen langen Anlauf. Erst nach dem Wiederanpfiff läuft's besser.

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          So hatten sich das die meisten der 29 300 Zuschauer in Leverkusen vorgestellt: Mit einem 2:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim kehrte Bayer am Samstag zurück in die Erfolgsspur - die Spur Richtung Champions League. Damit beendete die Elf von Trainer Jupp Heynckes zum einen vorerst alle Spekulationen, dem Team werde am Saisonende wieder einmal die Luft ausgehen, und es würde sich mit seiner „Abschluss-Schwäche“ wieder mal um die Früchte einer erfolgreichen Saison bringen. Und es bescherte dem Dortmunder Anhang zugleich eine weitere Woche der Vorfreude: Die Entscheidung um den Titel des deutschen Fußballmeisters ist um zumindest eine Woche vertagt.

          Bernd Steinle

          Redakteur im Ressort „Deutschland und die Welt“.

          Das beste Rückrundenteam der Liga brauchte freilich einen langen Anlauf, bis es gegen Hoffenheim in Fahrt kam. Vielen Bayer-Fans schwante nach einer mäßigen ersten Hälfte, in der Bayer oft fahrig und unkonzentriert wirkte, schon Böses. Bayer wollte schön spielen, konnte es aber nicht recht.

          Der Trost war, dass die harmlosen Hoffenheimer die Freiräume und Möglichkeiten, die ihnen die gelegentlich wenig souveränen Leverkusener ließen, nicht nutzen konnten. So bezogen sie durch die Treffer von Kadlec (40.) und Vidal (51.) bei einem Gegentor durch Sigurdsson (28.) ihre fünfte Auswärts-Niederlage in Folge.

          Der Schock für Leverkusen: Sigurdsson trifft für Hoffenheim
          Der Schock für Leverkusen: Sigurdsson trifft für Hoffenheim : Bild: dpa

          Ungenaue Abspiele, zu lange Dribblings

          Bayer hatte sich viel vorgenommen - es wollte die 1:5-Niederlage bei Bayern München vor einer Woche vergessen machen, die „schlechteste Leistung der gesamten Rückrunde“, wie Sportchef Rudi Völler fand. Die fünf Tiefschläge hatten dem Team, so Völler, „ein paar bittere Tage“ beschert.

          Im Training, sagte Assistenztrainer Peter Hermann, der unter der Woche den erkrankten Jupp Heynckes vertreten hatte, habe ein Reizklima geherrscht, mit aggressiven Aktionen und hitzigen Disputen - Hermann nahm es als „gutes Zeichen“, als Signal, dass den Spielern die Münchner Blamage zugesetzt hatte. Bayer brannte auf Wiedergutmachung, und die in der Tabelle jenseits von Gut und Böse situierten Hoffenheimer kamen da gerade recht, zumal sie in Leverkusen noch nie einen Punkt gewonnen hatten. Stürmer Stefan Kießling sagte: „Da muss jetzt was kommen von uns.“ Es kam aber erst mal nichts.

          Leverkusen hatte Mühe, ins Spiel zu finden. Ungenaue Abspiele, zu lange Dribblings, Missverständnisse und Abstimmungsprobleme hemmten den Spielfluss. Die Quittung für das uninspirierte Auftreten kam in der 28. Minute: Der Hoffenheimer Gylfi Sigurdsson profitierte vom halbherzigen und unkoordinierten Abwehrverhalten der Leverkusener, setzte sich mit Glück und Geschick durch, bis er frei vor René Adler stand, und ließ dem Torhüter dann mit einem präzisen Flachschuss in die lange Ecke keine Chance - Hoffenheim führte.

          Den bitten Tagen folgen nun ein paar süßere

          Die überrumpelten Leverkusener zeigten sich danach immerhin aktiver und engagierter, auch wenn außer zwei Chancen durch den umtriebigen Kießling wenig dabei heraussprang. Im Gegenteil: Leverkusen konnte froh sein, dass es nach dem Pfostentreffer von Sigurdsson (38.) nicht noch weiter zurücklag. Doch wenn gar nichts mehr hilft, hilft eben eine Standardsituation: Ecke Arturo Vidal, Kopfball Michal Kadlec - in der 40. Minute hatte Leverkusen ausgeglichen.

          In der zweiten Hälfte brachte Heynckes Eren Derdiyok für Simon Rolfes - die Zeichen standen auf Sturm. Tatsächlich dauerte es nur fünf Minuten bis zur Leverkusener Führung, allerdings mit gütiger Mithilfe der Hoffenheimer Abwehr. Die brachte erst den Ball nicht aus dem Strafraum und stellte sich dann beim tatkräftigen Nachsetzen von Vidal so ungeschickt an, dass der Chilene aus kurzer Distanz das 2:1 erzielte. Das Projekt Wiedergutmachung war gelungen. Und den bitteren Tagen nach der Schlappe in München dürften nun wohl ein paar süßere folgen.

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