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2:1 gegen Hoffenheim : Bayer dreht Partie gegen Lieblingsgegner

  • -Aktualisiert am

Komm in unsere Arme: Kießling wird von Calhanoglu (l.) und Wendell geherzt Bild: dpa

Dreizehnter Sieg im fünfzehnten Duell: Auch ein früher Rückstand kann Leverkusen im Duell mit 1899 nicht stoppen. Kießling und Brandt treffen für Bayer – der Hoffenheimer Russland-Rückkehrer bleibt blass.

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          Wenn Bayer 04 Leverkusen gegen die TSG Hoffenheim antritt, gewinnt am Ende fast immer die Werkself. Das 2:1 am Samstag zum Auftakt der 53. Bundesligasaison war schon der dreizehnte volle Erfolg für die Rheinländer in der 15. Begegnung mit den Kraichgauern, die bei diesen Begegnungen bisher nur einmal gewinnen konnten. Dabei war die Mannschaft von Trainer Markus Gisdol durch Zubers Treffer (5. Minute) früh in Führung gegangen. Bayer aber hielt mit so viel Sturm und Drang dagegen, dass Kießling ausgleichen (45.) und Brandt  (71.) das Siegtor schießen konnte.

          Der Bundesliga-Vierte der vorigen Spielzeit, von der kommenden Woche an auch in den Play-off-Spielen zur Champions League gegen Lazio Rom gefordert, verdiente sich die ersten drei Punkte dieser Saison mit einem nie erlahmenden Elan gegen ein stark dagegenhaltendes Hoffenheimer Team, das trotz der Niederlage viele eigene Akzente setzte und am kommenden Samstag gegen Meister Bayern München daheim in Sinsheim gefordert ist.

          Auf Augenhöhe: Leverkusens Calhanoglu (l.) im Duell mit TSG-Spieler Schmid Bilderstrecke
          Auf Augenhöhe: Leverkusens Calhanoglu (l.) im Duell mit TSG-Spieler Schmid :

          Premierenspieltage der Bundesliga versprechen frühe Tore, wenn Bayer Leverkusen daran beteiligt ist. Erzielte die Werkself in der vorigen Saison nach neun Sekunden durch Bellarabis 1:0 in Dortmund das früheste Tor der Spielzeit, mussten die Rheinländer am Samstag als erste Mannschaft schon nach fünf Minuten einem Rückstand hinterherlaufen. Die Hoffenheimer, vorige Woche noch ein Ausbund an Schlafmützigkeit bei der 0:2-Pokalniederlage in München gegen den TSV 1860, waren diesmal hellwach, eroberten durch Polanski den Ball im Mittelfeld, so dass der umtriebige Schweizer Steven Zuber den präzisen Steilpass des Polen zum 1:0 nutzen konnte.

          Eine Führung, die den vor dem Tor des Gegners zunächst entschlosseneren Badenern Auftrieb gab in ihrem Konterspiel, für das Trainer Markus Gisdol eine 4-3-3-Formation mit dem Moskau-Heimkehrer Kevin Kuranyi als zentrale Sturmspitze gewählt hatte. Das 1:1, das Stefan Kießling in der 45. Minute nach einem von Baumann nicht festgehaltenen Schuss Wendells im Nachsetzen erzielte, spiegelte bei Halbzeit das nimmermüde Bemühen der mit dem dynamischen Weltmeister Christoph Kramer im Mittelfeld aufgefrischten Leverkusener wider, ihr eigenes druckvolles und laufintensives Spiel endlich zum Erfolg zu führen.

          Kießling schoss dabei sein 136. Bundesligator. Der unter allen derzeit aktiven Schützen der obersten deutschen Spielklasse treffsicherste Angreifer hatte schon nach zwanzig Minuten das 1:1 auf dem Fuß, das nur durch den couragierten Einsatz des Hoffenheimer Innenverteidigers Süle verhindert wurde. Auch Calhanoglu war dicht am Ausgleich  (39.), als Baumann den Schuss des Türken parierte.

          27.000 Zuschauer in der BayArena sahen bis zum Wechsel ein beiderseits sehenswertes Duell und warteten, sofern Bayer-Fans, diesmal noch vergeblich auf den Einstand des vor ein paar Tagen verpflichteten chilenischen Nationalspielers Charles Aránguiz.

          Die Spielrichtung für die zweite Hälfte war durch Kießlings Tor vorgegeben: Sie wies auf einen Leverkusener Sturmlauf. So kam es zwar auch, doch dabei taten die Hoffenheimer Konter Bayer weiter weh. Auch als Kuranyi durch den defensiven Mittelfeldspieler Strobl ersetzt wurde und Leverkusen die Offensivkräfte Mehmedi und Brandt einwechselte.

          Volland hätte die TSG bei zwei Gelegenheiten aufs Neue in Führung bringen (46./61.), aber auch Kießling seine Torquote als Leverkusener Stürmer-Ikone erhöhen können (47./63.). Dem Senior im Bayer-Aufgebot nahm der 19 Jahre alte Junior Julian Brandt die Arbeit ab. Im Duett mit dem Schweizer Mehmedi bezwang der Juniorennationalspieler Baumann mit  einem überlegten Diagonalschuss (71.).

          Den mit dem 2:1 vollendeten Sieg hatten sich die aktiveren Rheinländer zu diesem Zeitpunkt verdient. Das frühe Saisonguthaben dürfte den Optimismus der Leverkusener genährt haben, am Dienstag in Rom auch den ersten Teil der Champions-League-Qualifikationsprüfung  gegen Lazio bestehen zu können.

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