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2:1 gegen Hamburg : Bremen stürmt an die Spitze

  • Aktualisiert am

Olic hängt sich an Diego und kann Bremen doch nicht stoppen Bild: ddp

Zumindest für einen Tag hat Werder Bremen die Tabellenführung übernommen. Drei Tage nach dem Triumph gegen Real Madrid gewann die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf auch den Nordklassiker um die Spitze gegen den Hamburger SV.

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          Werder Bremen ist an die Spitze der Fußball-Bundesliga gestürmt. Die Bremer gewannen drei Tage nach dem Champions-League-Sieg gegen Real Madrid auch das Nordderby gegen den Hamburger SV und übernahmen durch das 2:1 (1:0) zumindest bis zum Spiel des FC Bayern München am Sonntag gegen Arminia Bielefeld die Tabellenführung.

          Die Tore für die Bremer schossen vor 42.000 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion Boubacar Sanogo (15.) und Petri Pasanen (64.). Für den HSV war Rafael van der Vaart (61.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich erfolgreich.

          „Wir sind sehr zufrieden“, meinte Trainer Thomas Schaaf: „Es war ein schweres Spiel und es war eine schwere Woche“, sagte der Coach, dessen Team den siebten Heimsieg der Saison erspielte. Eine harte Woche hatten auch die Hamburger, die erst am Donnerstag im Uefa-Cup gespielt hatten. „Da hat der Körper in 43 Stunden nicht genug Zeit, um wieder die Topleistung abzufragen“, klagte HSV-Coach Huub Stevens.

          HSV in der Defensive

          Die Bremer zeigten sich von der kräftezehrenden Partie am Mittwoch gegen Madrid besser erholt und blieben im zehnten Punktspiel in Folge ohne Niederlage. Gegen den norddeutschen Rivalen bot die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf vor allem in der ersten Hälfte eine starke Leistung und setzte sich im 87. Hanseaten-Derby in der Bundesliga verdient durch. Für die Hamburger endete eine stolze Serie von 14 Pflichtspielen ohne Niederlage.

          Die Bremer waren erneut wenig beeindruckt von den vielen Ausfällen. Obwohl vier deutsche Nationalspieler, Stamm-Torhüter Tim Wiese und der bisher erfolgreichste Stürmer Hugo Almeida fehlten, spielte Werder von Beginn an selbstbewusst und dominierend. Angeführt von Daniel Jensen und Diego, der im Real-Spiel gesperrt war und Aaron Hunt wieder auf die Ersatzbank verdrängte, drückten die Bremer den norddeutschen Dauerrivalen in die Defensive.

          Brutale Attacken auf Diego

          Der HSV, der erneut mit zwei defensiven Mittelfeldspielern und Rafael van der Vaart als hängende Spitze spielte, war im Mittelfeld deutlich unterlegen. Werder bestimmte das Tempo, ließ den Ball und damit den Gegner laufen. Trainer Huub Stevens, der aus der Startformation des Uefa-Cup-Spiels mit Vincent Kompany, Collin Benjamin und Romeo Castelen gleich drei Profis zunächst auf der Bank ließ, sah seine Elf oft durcheinandergewirbelt. Auffällig waren die teilweise brutalen Attacken auf Bremens Spielmacher Diego.

          Nach den ersten Chancen durch Daniel Jensen (2.) und Naldos Freistoß (12.) kam Werder zur verdienten Führung: Ausgerechnet der vom HSV gekommene Sanogo schob den Ball an Torwart Frank Rost vorbei, den er durch einen herrlichen Pass von Jurica Vranjes erhalten hatte, während die HSV-Abwehr auf den unbeteiligten Diego starrte.

          Herrlichen Heber von van der Vaart

          Rosenberg vergab anschließend zweimal (23., 33.) Chancen, die Führung auszubauen. Der Hamburger SV, dessen Spielaufbau schwach war, wirkte lange beeindruckt und kam erst spät durch Fernschüsse von Rafael van der Vaart (38.) und Ivica Olic (42.) zu gefährlichen Szenen.

          Vergeblich jubelten die HSV-Fans, als Olic (55.) aus Abseitsposition traf, ehe van der Vaart den Ausgleich erzielte: Mit einem herrlichen Heber nutzte der ansonsten wenig überzeugende Niederländer einen katastrophalen Patzer von Werder-Ersatzkeeper Christian Vander. Doch die Freude hielt nicht lange, weil der eingewechselte Kompany einen Schuss von Pasanen unglücklich ins eigene Tor abfälschte.

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