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2:1 gegen Dortmund : Hamburg siegt dank Petric

  • -Aktualisiert am

Gruß nach Dortmund: Mladen Petric hat getroffen Bild: REUTERS

Der Hamburger SV hat sich mit einem 2:1-Sieg gegen Borussia Dortmund vorübergehend auf Platz drei der Fußball-Bundesliga gespielt. Der kroatische Nationalspieler Mladen Petric, letzte Saison noch in Dortmund, war der entscheidende Mann in Hamburg.

          Zumindest von der Punktausbeute her ist der Hamburger SV seinem Saisonziel wieder einen Schritt näher gekommen. Und trotzdem sucht die Elf von Martin Jol weiterhin nach einem passenden Stil, dem sie auch vertrauen kann. Beim 2:1 gegen Borussia Dortmund am Samstagnachmittag vor 57.000 Zuschauern kamen die Norddeutschen zu ihrem fünften Heimsieg im sechsten Spiel.

          Petric und Olic trafen für den HSV, Hajnal für Dortmund. Und trotzdem wirkte es instabil und wenig überzeugend, wie die Hamburger sich durch die spielschwachen, aber spannenden 90 Minuten lavierten. „Uns fehlten die Anspielstationen, aber wir haben gekämpft, dagegengehalten und alles gegeben. Daher bin ich zufrieden“, sagte Jol.

          Klopp ist „am Ende nicht glücklich“

          Der Niederländer hatte dieses Mal in Alex Silva, Petric, Aogo und später noch Pitroipa und Jansen fünf der sechs Neuen auf dem Feld. Lediglich Thiago Neves blieb auf der Bank. Jol meint es also ernst mit seiner Art von „work in progress“: „Irgendwann muss ich die Neuen ja bringen.“ Mit sichtbaren Problemen in der Abstimmung. Gerade in der Schlussphase machte der BVB mächtig Druck und hätte einen Punkt verdient gehabt; vor allem Hajnal und Klimowicz setzten dem HSV zu - doch Torwart Frank Rost hielt in der 82. Minute drei Hamburger Punkte fest, als er Klimowiczs Kopfball über die Latte lenkte. Auch deshalb sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp am Ende: „Wir fahren nicht glücklich nach Hause. Wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Allerdings waren wir in einigen Situationen zu unkonzentriert.“

          Alle blicken auf den Torschützen: Petric erzielt das 1:0

          Viel war vor dem Spiel über die beiden „Ehemaligen“ in Person von Mladen Petric und Mohamed Zidan geschrieben und gesprochen worden, und Klopp hatte durch einige mäßig geschickte Aussagen zum Wechsel des ehemaligen Borussen Petric zum Hamburger SV zusätzlich Öl ins Feuer gegossen - wenn er auch später alles nicht so gemeint haben wollte.

          Kovac sieht Rot, als das Spiel längst vorbei ist

          Petric selbst hatte relativ wenig zu seiner Zeit in Dortmund gesagt und wollte sich lieber auf den HSV konzentrieren. Doch der Kroate und der im Tausch mit ihm zu Dortmund gewechselte Zidan konnten vor der Partie tun oder lassen, was sie wollten, es hätten sich an diesem typisch grauen Novembernachmittag ohnehin alle Blicke auf die beiden Angreifer gerichtet. Und man hätte fast drauf wetten können, dass nur einer von ihnen zum Hauptdarsteller werden würde.

          So kam es in der neunten Minute, als Petric einen Eckball von Piotr Trochowski ins Dortmunder Tor köpfte. Kein Tor, das man in dieser Form noch nie gesehen hätte, und doch etwas überraschend, wie frei Petric bei seinem vierten Treffer dieser Serie im Strafraum stand. Jubelnd drehte der ab, obwohl er sich noch vor der Partie vorgenommen hatte, überhaupt nicht jubeln zu wollen. „Aber dann habe ich schon bei meinem ersten Ballkontakt Pfiffe gehört und gedacht: Da gehöre ich nicht mehr hin.“ Gegenspieler Robert Kovac aber wähnte sich von Petric geschubst, beschwerte sich noch nach dem Schlusspfiff eifrig bei Schiedsrichter Jochen Drees und sah Rot, als das Spiel längst vorbei war.

          Jol überrascht mit seiner Aufstellung

          „Das war ein normaler Zweikampf“, sagte Petric. „Das habe ich einfach clever gemacht.“ Was Kovac mit Drees zu besprechen hatte, das aber war kein normales Zwiegespräch. „Ich habe ihm gesagt, er soll sich nicht ins Hemd machen“, sagte der Kroate später und begründete dies mit seiner Gefühlslage: „Ich war noch ein bisschen erregt.“

          Petric setzte sich auch bei der zweiten wichtigen Szene der ersten Halbzeit gewinnbringend ein: Mit dem Kopf leitete er den Ball auf Höhe der Mittellinie zu Ivica Olic weiter, der umkurvte Roman Weidenfeller im Dortmunder Tor und traf zum 2:0 (33. Minute). In der Folge kam Dortmund besser in die Partie, weil beim HSV die Statik nicht mehr stimmte. Jol hatte mit seiner Aufstellung überrascht und David Jarolim hinter den Spitzen aufgeboten - eine Rolle, die der Tscheche zuletzt vor vielen Jahren beim 1. FC Nürnberg gespielt hatte. Auch den beiden „Sechsern“ im Mittelfeld, Alex Silva und Collin Benjamin, merkte man an, dass sie noch nicht oft nebeneinander gespielt haben. Dennoch war die Führung der Hamburger zunächst nur ein Mal gefährdet, als Neven Subotic mit einem strammen Distanzschuss die Latte traf (23.).

          Der BVB rutscht ins Mittelfeld ab

          Was Klopp dann zur Pause auch gesagt haben mag, es war das Richtige. Vor allem Spielmacher Tamas Hajnal traute sich viel mehr. Vor dem Anschlusstreffer aber verteidigte der HSV wie schon so oft in den vergangenen Wochen dilettantisch: Owomoyela durfte flanken, der eingewechselte Klimowicz gegen Alex Silva und Mathijsen köpfen - Rost wehrte den Ball noch ab, doch dann war Hajnal da und staubte ab (48.). Klopp versuchte nun alles und brachte in Buckley und Federico weitere Offensivspieler. Ohne Erfolg. Der BVB rutscht ins Mittelfeld ab.

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