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2:1 gegen Bremen : Dortmunds kreative Kräfte

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Erstes Spiel, erstes Tor: Reus trifft auch für seine neue Borussia Bild: REUTERS

Reus trifft früh, Götze trifft spät: Borussia Dortmund gewinnt das Eröffnungsspiel der Jubiläumssaison gegen Werder Bremen und bleibt in der 29. Bundesligapartie nacheinander ohne Niederlage.

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          Die Bundesliga ist auch in ihrer 50. Saison immer noch für Überraschungen gut. Das zeigte sich nicht nur im Spielverlauf des Auftaktspiels, in dem Werder Bremen bei der 1:2-Niederlage drauf und dran war, dem Meister Dortmund ein Bein zu stellen, sondern auch in einer Personalie. Oliver Kirch etwa hätte sich vor ein paar Monaten sicher nicht träumen lassen, dass er im Auftaktspiel der neuen Saison in der Startelf des deutschen Meisters stehen würde.

          Vor drei Jahren war er mit Arminia Bielefeld abgestiegen, zog danach weiter zum 1. FC Kaiserslautern, mit dem er in der vergangenen Saison gleich den nächsten Abstieg erlebte. Dann holte ihn Jürgen Klopp für 350.000 Euro zum Meister - ein Schnäppchen im Millionengeschäft, zu dem sich die Bundesliga seit 1963 entwickelt hat. Und weil Stammverteidiger Lukasz Piszek über muskuläre Probleme klagte, fand sich Kirch gleich auf der rechten Abwehrseite wieder.

          Plötzlich ein Sieger: Oliver Kirch (r.) im Verbund mit Reus und Blaszczykowski

          Kirch, der gleich gegen den ehemaligen Hamburger Elia ran musste, den Bremen für 5,5 Millionen von Juventus Turin zurück in die Bundesliga geholt hat, stand trotz dieser überraschenden Entwicklung allerdings nicht im Mittelpunkt. Gleich 17,1 Millionen Euro hatte Dortmund schließlich investiert, um die Rückkehr von Marco Reus in seine Heimatstadt möglich zu machen. Ob sich der ehemalige Gladbacher auf Anhieb auch im alten Trikot wieder zu recht finden würde, war die oft gestellte Frage in der Vorbereitung - und sie war nach elf Minuten beantwortet. Bis dahin hatte Bremen den besseren Eindruck hinterlassen, aber dann zeigte sich Ignojovski für einen Moment nicht im Bilde. Der reichte Reus, um zum ersten Torschützen der neuen Saison zu werden.

          Bremen, runderneuert gegenüber der vergangenen Saison, brauchte ein paar Minuten, um den Rückstand zu verarbeiten, aber dann zeigte Werder, dass zumindest im Spiel nach vorne auch dank der Chelsea-Leihgabe Kevin de Bruyne in dieser Saison einiges möglich sein könnte. Der Belgier war im Mittelfeld zunächst der auffälligste Spieler der Bremer, die nur mit ihren Chancen nachlässig umgingen. Elia scheiterte so nach einem sehenswerten Pass von Hunt völlig freistehend am Dortmunder Torhüter Weidenfeller, und wenig später traf Arnautovic nach einem Eckball nur den Pfosten. Zur Halbzeit führte wie erwartet der Meister, aber überraschend hatte der Krisenklub der vergangenen Rückrunde die besseren Chancen besessen.

          Unerwartet andächtig: Reus nach dem Führungstor

          Auch nach der Pause tat sich der Meister schwer gegen mutige Bremer, die nach 66 Minuten noch mehr Offensive wagten. Der von Bayern München ausgeliehene Nils Petersen, der wegen Rückenproblemen zunächst auf der Bank geblieben war, kam für Ignjovski, und mit dem früheren Zweitliga-Torschützenkönig sowie Arnautovic auf der rechten und Elia auf der linken Seite agierte Werder fortan nominell mit drei echten Stürmern. Der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp reagierte sofort auf diese Veränderung, und seine Einwechslung zeigte den Respekt vor der couragierten Leistung der Bremer.

          Für Nationalspieler Gündogan kam Moritz Leitner, der die Aufgabe im Mittelfeld offenbar etwas defensiver interpretieren sollte. Was sich angebahnt hatte, passierte aber trotzdem - Werder glich eine Viertelstunde vor Spielende durch einen Kopfball des tschechischen Nationalspielers Grebe Selassie nach feiner Vorarbeit des in der zweiten Halbzeit auffälligen Arnautovic aus.

          Seit’ an Seit’ zum Saisonauftakt-Sieg: Kreativposten Reus und Götze

          Auch das forderte sofort eine Reaktion der Dortmunder Bank heraus - für Großkreutz durfte nun endlich mit Mario Götze (78.) eine weitere kreative Kraft mitwirken. Wie wichtig eine solche Bank ist, zeigte sich umgehend: Mit seiner zweiten Ballberührung sorgte Götze (81.) nach Doppelpass mit Lewandowski prompt für den Siegtreffer. Oliver Kirch durfte noch kurz mitjubeln - dann humpelte er mit Wadenkrämpfen vom Platz. Er wird jeden Moment trotzdem genossen haben.

          Borussia Dortmund - Werder Bremen 2:1 (1:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Kirch (82. Perisic), Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (71. Leitner), Kehl - Blaszczykowski, Reus, Großkreutz (78. Götze) - Lewandowski
          Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Ignjovski (66. Petersen) - Junuzovic, Fritz, Hunt (87. Füllkrug) - Arnautovic, de Bruyne, Elia
          Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
          Zuschauer: 80.645 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Reus (11.), 1:1 Gebre Selassie (75.), 2:1 Götze (81.)
          Gelbe Karten: Gündogan (1), Kehl (1) / Ignjovski (1), Junuzovic (1)

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