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2:1 gegen Braunschweig : Nürnberg dreht Elfmeterkrimi

  • Aktualisiert am

Das bessere Ende hat der 1. FC Nürnberg für sich Bild: dpa

Drei Tore, drei verschossene Elfmeter und eine Rote Karte: In Nürnberg geht es im Abstiegskampf turbulent zu. Das bessere Ende hat der FCN - obwohl er mehr als eine Stunde in Unterzahl spielt.

          2 Min.

          Durch einen Blitzstart nach der Pause und mit einem überragenden Raphael Schäfer im Tor hat sich der 1. FC Nürnberg erst mal seiner größten Abstiegssorgen entledigt. Zwei Treffer binnen zwei Minuten sicherten den Franken am Samstag beim 2:1 (0:1) gegen Eintracht Braunschweig den vierten Sieg nach der Winterpause in der Fußball-Bundesliga.

          Hiroshi Kiyotake (46. Minute) und Tomas Pekhart (47.) drehten einen zwischenzeitlichen Rückstand noch um. Große Nervenstärke und Klasse im Kellerkrimi bewies Keeper Schäfer, der gleich zwei Foulelfmeter der Eintracht (40./63.) hielt. Braunschweigs Domi Kumbela (34. Minute) hatte zunächst vorgelegt in einem turbulenten Duell zweier potentieller Zweitliga-Kandidaten, die sich auf Augenhöhe begegneten.

          Anders als zuletzt ließ der FCN allerdings seine Durchschlagskraft anfangs völlig vermissen - und war obendrein geschwächt nach der Roten Karte gegen Innenverteidiger Per Nilsson (32.), der wegen einer Notbremse früh vom Platz musste. Doch mit fulminanter Willensstärke und dank Schäfer gelang die Wende. Der FCN verpasste es sogar, Mitte der zweiten Halbzeit nachzulegen, da auch Kiyotake (68.) vom Elfmeterpunkt scheiterte.

          Erstmals überhaupt seit dem Rückrundenstart im Januar waren die Nürnberger als Favoriten in ein Bundesligaspiel gegangen - und wurden den gewachsenen Ansprüchen zunächst gar nicht gerecht. Vor 36 657 Zuschauern überließen die Gastgeber dem Langzeit-Tabellenletzten weitgehend das Spiel. Einen ersten guten Angriff über Havard Nielsen (14.) konnte FCN-Torwart Raphael Schäfer noch vereiteln, knapp 60 Sekunden später verzog Kumbela freistehend.

          Der Braunschweiger Kumbela kann seinen Elfmeter nicht verwandeln

          Die Nürnberger waren häufiger am Ball, nach vorne aber bis auf einen Distanzschuss des Japaners Kiyotake (24.) in Halbzeit eins recht harmlos. Besser machte es die Eintracht, die von Nilssons berechtigter Roten Karte profitierte. Nach einem Steilpass rempelte der Schwede Braunschweigs Nielsen kurz vor dem Strafraum um, nur zwei Minuten später nutzten die Niedersachsen die Nürnberger Verunsicherung zur Führung: Nach einem Eckball von Norman Theuerkauf köpfte Kumbela aus kurzer Distanz nahezu ungestört ein.

          Die fränkische Fehleranfälligkeit unterstrich kurz vor der Pause Mike Frantz, der als letzter Feldspieler den Ball an Kumbela verlor und Schäfer zum Eingreifen zwang. Der Torwart erwischte Braunschweigs brandgefährlichen Stürmer - und hatte Glück, nicht auch noch die Rote Karte zu kassieren.

          Die Eintracht verschenkt den Sieg trotz der Überzahl

          Den unplaziert geschossenen Elfmeter des Kongolosen parierte Schäfer allerdings stark (40.). Das vereitelte 0:2 schien ungekannte Kräfte bei den Nürnbergern freizusetzen. Nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff pfefferte Kiyotake den Ball aus 20 Metern ins Netz, eine knappe Minute später schoss Pekhart aus halbrechter Position ein.

          Braunschweig reagierte zunächst geschockt, dann angestachelt: Nach einem Foul von Javier Pinola an Nielsen zeigte Referee Daniel Siebert wieder auf den Elfmeterpunkt - und wieder rettete Schäfer, diesmal gegen Ermin Bicakcic. Auf der Gegenseite gab’s kurz darauf den dritten Strafstoß - diesmal für Nürnberg, verschossen von Kiyotake. Dennoch brachte der FCN das 2:1 mit viel Kampfkraft über die Zeit.

          1. FC Nürnberg - Eintracht Braunschweig 2:1 (0:1)

          1. FC Nürnberg: Schäfer - Angha, Nilsson, Pinola, Plattenhardt - Feulner, Frantz - Gebhart (34. Petrak), Kiyotake (69. Pogatetz), Hlousek (46. Pekhart) - Drmic
          Eintracht Braunschweig: Petkovic - Kessel, Bicakcic, Correia, Reichel - Pfitzner (78. Vrancic), Theuerkauf, Boland - Hochscheidt, Kumbela, Nielsen (78. Ademi)
          Schiedsrichter: Siebert (Berlin)
          Zuschauer: 36.657
          Tore: 0:1 Kumbela (34.), 1:1 Kiyotake (46.), 2:1 Pekhart (47.)
          Besondere Vorkommnisse: Schäfer (1. FC Nürnberg) hält Foulelfmeter von Kumbela (40.), Schäfer (1. FC Nürnberg) hält Foulelfmeter von Bicakcic (63.), Kiyotake (1. FC Nürnberg) scheitert mit Foulelfmeter an Petkovic (68.)
          Gelbe Karten: Angha (1), Pinola (3), Plattenhardt (1), Schäfer (3) / Pfitzner (3), Reichel (4)
          Rote Karten: Nilsson (32./Notbremse) / -

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