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2:1 gegen Augsburg : Can erlöst Leverkusen

  • -Aktualisiert am

Später Jubel: Simon Rolfes und seine Mitspieler bejubeln den Sieg Bild: dpa

Bayer Leverkusen kämpft sich gegen den FC Augsburg zu einem mühsamen 2:1-Heimsieg. Simon Rolfes und Emre Can drehen die Partie gegen fast ebenbürtige Gäste.

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          Das Vorspiel zum Nachspiel hat Bayer 04 Leverkusen schon mal gewonnen: 2:1 am Samstagnachmittag in der Bundesliga-Begegnung mit dem FC Augsburg. Ein hart erkämpfter Sieg gegen einen fast ebenbürtigen Gegner aus dem unteren Mittelfeld. Rolfes (34. Minute) und Can (83.) waren für Bayer erfolgreich, nachdem Hahn (24.) die Augsburger in Führung gebracht hatte. Für das Nachspiel zum Vorspiel unter dem Stichwort Phantomtor scheinen die Aussichten auch nicht so übel, als dass der Tabellendritte der Fußball-Bundesliga noch einmal bei der TSG 1899 Hoffenheim zum Wiederholungsspiel antreten müsste. Das vielleicht schon letzte Wort zum Hoffenheimer Protest gegen die Spielwertung (2:1 für Bayer vor einer Woche) spricht am Montag das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes. Am Samstag aber entschieden die Rheinländer wie gewohnt einen sportlichen Streitfall aus eigener Kraft. Die Werkself, die sich vor rund einer Woche nicht wirklich über Kießlings Treffer, der keiner war, freuen konnte bejubelte diesmal ohne jeden Selbstzweifel die Tore zum Sieg, zumal dafür eine starke kollektive Willensleistung nötig war.

          Der große Moment des Emre Can

          Was da noch kommen konnte, ahnte so mancher Augsburger nach der bis dahin verdienten 1:0-Führung durch Hahns Volleyschuss nach Werners punktgenauer Diagonalflanke (24.). 1:0 vorn lag der FCA schließlich auch in den vergangenen vier Bundesligaduellen, von denen er kein einziges gewann (drei Niederlagen, ein Remis). In Leverkusen machten sich die forschen bayerischen Schwaben fast eine halbe Stunde lang die Schläfrigkeit der Westdeutschen nach ihrem glatten 4:0-Sieg in der Champions League über Schachtjor Donezk zunutze. Beim Favoriten war kein Esprit, kein Biss, kein Feuer zu sehen. Wohl aber bei der couragierten Elf von Trainer Markus Weinzierl, in der Baier, Vogt, Werner, Hahn und Altintop den Takt vorgaben und immer wieder Nadelstiche setzten. Schon vor dem 1:0 hätte der koreanische Innenverteidiger Hong treffen können, doch sein Schuss klatschte gegen die Latte (20.). Dass es für die Werkself bis zur Pause noch zum 1:1 reichte, war nicht nur Torschütze Rolfes (34.) zu verdanken, der aus elf Metern freie Schussbahn hatte, sondern auch den zuvor energisch erkämpften Kopfbällen von Spahic und Boenisch.

          Halil Altintop schirmt den Ball gegen den Leverkusener Emir Spahic ab Bilderstrecke

          Auch nach dem Wechsel ging der nun höhertourige Kampf um kleine Vorteile zwischen den ausgeruhten Sprintern aus Augsburg und den ausgereiften, aber nicht hellwachen Leverkusenern weiter – mit mehr Torgelegenheiten für Bayer und guten Konterchancen für den FCA. Kießling, der an Torhüter Manninger scheiterte und Son, dessen Nachschuss Landsmann Hong kurz vor der Torlinie abwehrte, kamen dem 2:1 am nächsten (48.). Kießling schoss dann noch einen Treffer (72.), den der exzellente Schiedsrichter Gräfe nicht anerkannte, weil zuvor Hegeler Torhüter Manninger gefoult hatte. Wenig später musste Gräfe eine weitere knifflige Entscheidung treffen, als Can dem Augsburger Hahn im eigenen Strafraum in die Parade fuhr - und der Unparteiische diesen Zweikampf zu Recht als korrekt bewertete (77.).

          So schien die Zeit dahin zu gehen für die Mannschaft von Trainer Sami Hyypiä. Dann aber kam der große Moment des Emre Can, der schon zuvor mit seinem Kampfgeist geglänzt hatte. Die Flanke des eingewechselten Kruse vollendete er mit einem Kopfballaufsetzer aus kurzer Distanz zum Siegtreffer (83.), der gegen sehr tapfer dagegenhaltende Augsburger mühsam genug errungen, aber am Ende ehrlich erkämpft war. Dieser Sieg jedenfalls hatte keinen Makel – anders als das 2:1 vor einer Woche bei der TSG 1899 Hoffenheim.

          Bayer Leverkusen - FC Augsburg 2:1 (1:1)

          Bayer Leverkusen: Leno - Donati, Wollscheid, Spahic, Boenisch - Can, Rolfes, Castro - Sam (81. Kruse), Kießling (89. Derdiyok), Son (70. Hegeler)
          FC Augsburg: Manninger - Philp, Callsen-Bracker, Hong, de Jong - Baier - Hahn, Moravek, Vogt (85. Mölders), Werner (46. Holzhauser) - Altintop (73. Milik)
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 27.811
          Tore: 0:1 Hahn (24.), 1:1 Rolfes (34.), 2:1 Can (83.)
          Gelbe Karten: Kießling (1) / Moravek (5), Philp (1), Vogt (2)

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