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2:1 gegen 1899 Hoffenheim : Toni macht für den FC Bayern den Unterschied

Da haben die Bayern gut lachen: Van Bommel (r.) freut sich mit Torschütze Toni Bild: AP

Es war ein Spitzenspiel, das seinem Namen alle Ehre machte: Meister FC Bayern und Spitzenreiter Hoffenheim boten den Fans ein Spektakel. Lahm hatte Ibisevics Führung ausgeglichen. Dann folgte Tonis Auftritt in der Nachspielzeit.

          3 Min.

          Es gibt Spitzenspiele, die halten nicht, was sie versprechen - aber diese Partie zwischen dem Rekordmeister Bayern München und dem Überraschungs-Tabellenführer TSG 1899 Hoffenheim hat spielend allen Ansprüchen standgehalten. Unglücklich verlor der mutige Neuling in der Nachspielzeit durch den Treffer von Luca Toni 1:2, nachdem Ibisevic den Aufsteiger zunächst in Führung geschossen und Lahm den Ausgleich erzielt hatte. Die Bayern haben damit nach Punkten gleichgezogen, aber neben den drei Zählern endgültig auch die Erkenntnis gewonnen, dass dieser Konkurrent ihnen den Titel durchaus streitig machen könnte.

          Peter Penders

          Stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Pünktlich um 20.30 Uhr begann das Spiel, auf das offenbar nicht nur ganz Deutschland gewartet hatte, mit zwei interessanten Personalentscheidungen: Bei den Bayern stand Daniel van Buyten abermals für den Argentinier Martin Demichelis in der Startaufstellung. Und auch der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick hatte sich für eine andere Variante als erwartet entschieden. Sejad Salihovic, für den sich vor ein paar Wochen der FC Bayern vergeblich interessiert hatte, saß zunächst nur auf der Bank.

          Hohes Tempo von Anfang an

          Die, die von Beginn mitmachen durften, erfüllten die hohen Ansprüche, die an dieses Spiel gestellt worden waren. Beide Mannschaften begannen diese Spitzenpartie mit hohem Tempo, und über mehr als eine halbe Stunde lang sollte es keine Verschnaufpause mehr geben. Wie sehr es hin und her ging, dokumentierte die siebte Spielminute, als sich die Bayern den ersten Hauch einer Chance erspielte, Luca Toni und Miroslav Klose die Flanke von Ribéry aber verpassten. Ein paar Sekunden später musste sich dafür Bayern-Torwart Michael Rensing strecken, um beim Hoffenheimer Konter den Schuss von Demba Ba abwehren zu können.

          90. Minute plus zwei: Luca Toni schießt das 2:1
          90. Minute plus zwei: Luca Toni schießt das 2:1 : Bild: ddp

          Die Bayern erspielten sich in der Folge ein leichtes Übergewicht, aber die mit drei Stürmern angetretenen Hoffenheimer machten jederzeit deutlich, dass sie nicht bestrebt waren, massiv zu verteidigen. Vor allem über links bauten die Münchner wie in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf, und während sich Ribéry packende Zweikämpfe mit Tobias Weis oder dem starken Andreas Beck lieferte, litt die rechte Seite der Münchner unter akutem Ballmangel. Bastian Schweinsteiger fand nur in die Partie, wenn er sich in die Mitte des Spielfeldes verdrückte, Außenverteidiger Oddo offenbarte bei seinen wenigen Verstößen mit einer Ausnahme erhebliche Mängel bei seinen Flankenversuchen.

          Der Vorsprung beflügelte Hoffenheim auch diesmal

          Zweimal wähnten sich die Bayern-Fans im natürlich ausverkauften Stadion einer Führung nahe: Beim ersten Mal aber traf der von Klose freigespielte Luca Toni nur den Außenpfosten (12. Minute), beim zweiten Mal nutzte der Italiener die Beine des Hoffenheimer Torhüters Daniel Haas zum freien Fall (14.), was Fifa-Schiedsrichter Florian Meyer aber nicht als elfmeterwürdig ansah.

          Auch Hoffenheim hatte ansprechende Konterchancen, konnte sie aber nicht zu Ende spielen. Das lag auch daran, dass Vedad Ibisevic, mit 17 Toren der beste Torschütze der Liga, sich in der ersten Halbzeit kaum einmal gegen Lucio durchsetzen konnte. Seine Sturmkollegen Demba Ba und Obasi mussten dagegen auch mehr Laufarbeit nach hinten verrichten - und sahen beide die einzigen Gelben Karten vor der Pause.

          Lahms Einzelaktion sorgte für den Ausgleich

          Wer so viel Tore wie Ibisevic geschossen hat, muss aber nicht befürchten, dass er ausgewechselt wird. Und so begann die zweite Halbzeit mit der ersten gelungenen Aktion des Bosniers. Nach einer Flanke von Weis drehte er sich um Lucio, und perfekt war Tor Nummer 18 und die 1:0-Führung für Hoffenheim in der 49. Minute. Und ehe sich die Bayern versahen, musste sich Rensing bei einem Schuss von Eduardo ganz lang machen. Keinen Punkt hatte der Aufsteiger bislang nach einer Führung abgegeben, und der Vorsprung beflügelte auch diesmal. Die Bayern wurden in die Defensive gedrängt, und Hoffenheim imponierte minutenlang mit seinem überfallartigen Kombinationsfußball.

          Eine Einzelaktion von Nationalspieler Philipp Lahm holte die Himmelstürmer aus dem Kraichgau auf den Boden zurück. In seiner gewohnten Art war der Linksverteidiger in die Mitte gedribbelt, und seinen Schuss hatte der überragende Hoffenheimer Abwehrchef Compper unhaltbar für seinen Torwart zum 1:1 (60.) abgefälscht. Die Bayern erkämpften sich ihr optisches Übergewicht zurück, wechselten Borowski für Schweinsteiger ein.

          Alles schien bereitet für ein Unentschieden

          Es blieb ein intensives Spiel, mit zunehmenden Provokationen auf dem Platz. Toni verpasste die Führung (68.), als er bei einem Freistoß so freistehend wie folgenlos zum Kopfball kam. Rangnick reagierte auf den Druck der Bayern, und statt des Angreifers Obasi durfte nach 74 Minuten Salihovic das Mittelfeld verstärken. Damit hätte der Hoffenheimer Trainer beinahe sogar den Sieg eingewechselt, aber Salihovic (86.) scheiterte nach einem Doppelpass mit Demba Ba an Rensing. Alles schien bereitet für ein Unentschieden - und dann passierte es doch: Der gutgemeinte Rettungsversuch von Ibertsberger gegen Klose landete bei Luca Toni - und in der Nachspielzeit hatte der Rekordmeister den Neuling noch besiegt.

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