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2:1 bei Union Berlin : Eintracht-Abend der Neuen

Bas Dost (Mitte) strahlt nach seinem Führungstreffer Bild: EPA

Bas Dost und André Silva schießen die Frankfurter Eintracht zum ersten Auswärtssieg der Bundesliga-Saison. Ohne Gegentor gelingt der Erfolg bei Union Berlin aber nicht.

          3 Min.

          Der Bann ist gebrochen. Für die Frankfurter Eintracht hat sich der Dienstflug in die Hauptstadt gelohnt, denn am Freitagabend ist ihr endlich der erste Auswärtssieg der Bundesligasaison geglückt. 2:1 setzte sich die Mannschaft von Trainer Adi Hütter bei Union Berlin durch. Die Treffer gegen den wackeren, aber vor allem spieltechnisch unterlegenen Aufsteiger erzielten Bas Dost (48.) und André Silva (62.) mit Kopf und Fuß; Anthony Ujah schaffte noch den Anschlusstreffer für Union (86.).

          Weil die Eintracht in den vergangenen zehn Pflichtspielen sieben Mal einem Rückstand hinterhergelaufen war, hatte Hütter seine Mannschaft besonders in die Pflicht genommen. „Da müssen wir uns absolut verbessern“, hatte der 49 Jahre alte Fußballlehrer gefordert. Sein Team hat im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei Taten folgen lassen. Der Lohn: Die Eintracht ist dank des 2:1 zumindest für einen Tag von Tabellenplatz neun auf sechs vorgerückt.

          Bundesliga

          Hütter entschied sich dazu, dezente Personalwechsel in der Startelf vorzunehmen. So durften sich Stürmer Dost und Außenbahnspieler Erik Durm von Beginn an gegen die Eisernen von Union beweisen. Kapitän David Abraham und Danny da Costa hatten den Dienstflug nach Berlin gar nicht erst mitgemacht. Muskuläre Unzulänglichkeiten verhinderten einen Einsatz. Die Partie begann so, wie die Frankfurter dies erwartet hatten: mit einer ersten Offensive des Aufsteigers, angetrieben und unterstützt von einem stimmungsvollen Union-Anhang.

          Nach sechs Minuten hätten die Eisernen tatsächlich jubeln können. Doch nach einer kurz ausgeführten Ecke hatte der aufgerückte Marvin Friedrich Pech, dass sein Flachschuss abgewehrt wurde. Es war Torhüter Kevin Trapp, der wieder einmal seine Klasse zeigte. Die Eintracht, die nicht ein weiteres Mal schon wieder früh in Rückstand geraten wollte, beschränkte sich auf vereinzelte Konter. Einer dieser Gegenstöße, vorgetragen in der 16. Minute, hätte durchaus Erfolg haben können. Doch der stürmische Silva machte einen entscheidenden Schlenker zu viel. Ein entschlossener Schuss aus halbrechter Position statt ein weiteres Dribbling wäre in dieser Szene angebrachter gewesen.

          Wer am Freitagabend in das Stadion An der Alten Försterei gekommen war, um viele Torraumaktionen zu sehen, wurde enttäuscht. Und wenn die Berliner mal versuchten, Trapp unter Druck zu setzen, fehlte ihnen Fortüne. So wie in der 37. Minute, als es Ken Reichel mit einem Mix aus Flanke und Schuss versuchte. Drei Minuten vor der Halbzeitpause hatte die Eintracht ihre zweite gute Gelegenheit, um ein Tor zu erzielen. Diesmal war es Durm, der mit einem Kopfball nach einer Ecke an Union-Keeper Rafal Gikiewicz scheiterte. Das Beste des ersten Spielabschnitts – eindeutig die famose Stimmung, die im Stadion unter den 22.000 Besuchern herrschte.

          Nach dem Seitenwechsel zeigte die Eintracht, die technisch klar bessere Mannschaft, wie man ein Tor schießt. Filip Kostic nahm in der 48. Minute von der Strafraumgrenze aus Maß, und weil Gikiewicz den Flachschluss des Serben nur abklatschen konnte, hatte Dost leichtes Spiel, zum 1:0 einzuschieben. Für den aus Portugal zurück in die deutsche Bundesliga gekommenen Niederländer war es schon der zweite Saisontreffer. Die Führung war verdient – auch, weil die Eintracht in der Folgezeit das Spiel kontrollierte. Und weil sie dem Publikum jetzt zeigte, wie schön Fußball sein kann.

          Bis zur 62. Minute mussten die 2600 mitgereisten Eintracht-Fans warten, dann bekamen sie ein Schmankerl geboten. Zwei Zugänge zeigten eine Co-Produktion der Extraklasse, die im 2:0 gipfelte. Sow schlug von rechts eine präzise Flanke, und Silva, auch er neu bei der Eintracht, war so frei, kühl und gekonnt mit dem Kopf zu vollenden. Die Partie schien zu diesem Zeitpunkt entschieden. Trotzdem musste die Eintracht auf der Hut sein, denn Union versuchte es bis zum Schluss mit Schüssen aus der Distanz. Bei der Aktion von Kapitän Trimmel konnte Trapp noch lässig parieren (72.). Drei Minuten später musste er nach einem Linksschuss des eingewechselten Sheraldo Becker sein ganzes Können aufbieten.

          Als alles dafür sprach, dass Trapp endlich wieder einmal ohne Gegentor bleiben könnte, schlugen die Eisernen doch noch zu. Der eingewechselte Ujah erzielte den Anschlusstreffer (86.), die Eintracht musste und vier bange Minuten sowie die vierminütige Nachspielzeit überstehen, was letztlich gelang. Der knappe, aber verdiente Auswärtssieg in der Hauptstadt sollte der Hütter-Elf zusätzlichen Schub für die anstehende Prüfung in der Europa League am Donnerstag bei Vitoria Guimaraes geben.

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