https://www.faz.net/-gtm-7ufiq

2:0 in Köln : Das perfekte bayerische Wochenende

  • -Aktualisiert am

Auswärts nicht gewinnen können? Von wegen Bild: dpa

Nach dem Sieg gegen den 1. FC Köln geben sich die Spieler und Trainer Pep Guardiola bescheiden. Tatsächlich aber war die Mannschaft ihrem Gegner in jedem Moment klar überlegen.

          2 Min.

          Es gab einige zaghafte Versuche von Spielern des FC Bayern, den Gegner des Tages starkzureden, aber allzu überzeugend waren sie nicht. Angreifer Arjen Robben etwa, gut gelaunt in der ersten Reihe, als es darum ging, das locker-leichte 2:0 beim überforderten 1. FC Köln einzuordnen, sprach von einem teilweise starken Auftritt der Rheinländer.

          Uwe Marx

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es sei durchaus „unangenehm“ gewesen für den Meister an diesem Tag. Auch Trainer Pep Guardiola hatte Gutes beim Gegner gesehen, die Verteidigung im Strafraum etwa habe ihm ganz gut gefallen. Es sei nicht leicht gewesen für seine Mannschaft. Das war nett gemeint, verfehlte aber den Kern: Die Bayern hatten vielmehr am Samstag den idealen Gegner für diese kräfteraubenden Wochen erwischt: Drei Tage vor dem Spiel bei ZSKA Moskau und mit immer noch reichlich verletzten Spielern im Kader nahmen die Münchner drei Punkte aus Köln mit, als sei es ein Trainingsspiel gewesen.

          Nicht die geringste Chance

          Den Gegner hatte der Meister jederzeit unter Kontrolle. Köln hatte zwar ein paar Gelegenheiten vor dem Tor von Manuel Neuer – aber nicht die geringste Chance. Es war ein Sieg im Schongang. Dass auch noch Borussia Dortmund, der auf längere Sicht sicher wieder stärkste Gegner im Kampf um die Meisterschaft in Schalke verloren hat – umso besser. Ein perfektes Wochenende aus bayerischer Sicht.

          Als Mario Götze in der 16. Minute, nach einigen guten Möglichkeiten der Münchner zuvor und einer dynamischen Vorarbeit von Thomas Müller, das 0:1 erzielte, war absehbar, dass es ein leichter Nachmittag für den großen Favoriten werden könnte. Der Aufsteiger Köln bringt eine beträchtliche defensive Stabilität mit – am Spieltag zuvor musste die Mannschaft von Trainer Peter Stöger erst  ihren ersten Gegentreffer in dieser Bundesligasaison hinnehmen. Aber offensiv ist sie ein Leichtgewicht. „Wir wollten den Bayern ein unangenehmes Spiel bereiten“, sagte Stöger nach der Niederlage.

          Indes: Allzu unangenehm wurde es nicht, von einigen wenigen plötzlichen Torannäherungen der Rheinländer abgesehen, bei denen Keeper Neuer allerdings stets auf dem Posten war. Nach einer halben Stunde gab es eine solche Szene, als Neuer innerhalb von Sekunden gegen Matuschyk und Ujah retten musste. Aber es blieb nur eine Andeutung von Gefahr. Alles in allem war der Aufsteiger überfordert.

          Er musste vielmehr mit ansehen, wie sich die Bayern, allen voran Xabi Alonso und Kapitän Philipp Lahm, den Ball zuschoben, die Kölner regelrecht einschnürten – und nur darauf warten mussten, bis sich Torchancen ergeben. Es war streckenweise wie im Handball. Am Ende gab auch Robben mit einem Lächeln zu: „Ich glaube, sie wollten den Ball gar nicht haben.“

          Götze ist der Torgefährlichste

          Tatsächlich konnten die Bayern weitgehend tun, was sie wollten, und mussten nur ein wenig aufpassen, keinen Konter zuzulassen. Bis auf wenige Ausnahmen gelang das. Hätten Müller, David Alaba und Robben ihre guten Chancen genutzt, wären die Bayern mit einem noch besseren Gefühl in die Kabine gegangen. Aber auch so sah es früh sehr gut aus für den Meister – trotz der vielen Paraden des Kölner Keepers Timo Horn.

          Das änderte sich nach der Pause nicht, die Konstellation blieb, wie sie war: Bayern machte das Spiel, ließ den Ball zirkulieren, suchte eine Lücke – und wurde nicht nervös, dass die eingeigelten Kölner nicht allzu viel zuließen und den einen oder anderen Vorstoß unternahmen. Sie waren ein Meister der Kontrolle. Das war erst recht der Fall, als Daniel Halfar ein Eigentor zum 0:2 unterlief (67.), provoziert vom Torschützen Götze, der ihn mit einem Zuspiel von der Außenlinie überfordert hatte.

          Es war also wieder ein guter Tag für Mario Götze, der mit jetzt vier Treffern in der Bundesliga der mit Abstand torgefährlichste Bayern-Profi ist und nach der WM und seinem Tor im Finale regelrecht aufzublühen scheint. Das war ja nicht immer so in seiner Zeit in München.

          Noch bevor Götze das 0:2 vorbereitete, durften Innenverteidiger Jerome Boateng und Tomas Müller vom Platz, um sie für jene Spiele zu schonen, die ihnen mehr abverlangen werden. Allen voran die Partie in Moskau am Dienstag. Nach dem 2:0 durfte auch Robben zum vorzeitigen Duschen. Diesen Luxus erlaubte Köln den viel zu überlegenen Bayern an diesem Tag: einen Sieg im Energiesparmodus.

          Weitere Themen

          Köln begeistert im Kellerduell

          3:0 gegen Mitaufsteiger : Köln begeistert im Kellerduell

          Mit dem Heimerfolg gegen den SC Paderborn gelingt den Rheinländern der Schritt aus der direkten Abstiegszone, der unterlegene Gegner indes fällt am Tabellenende weiter zurück. Der Führungstreffer sorgt derweil für Diskussionen.

          Topmeldungen

          Eine Familie flieht am Samstag auf einem Motorrad aus der Region um die Stadt Ras al Ain.

          Nordsyrien : Kurden räumen Grenzstadt zur Türkei

          Die brüchige Waffenruhe nutzen kurdische Einheiten zum Rückzug aus einer umkämpften Stadt. Außenminister Maas nennt den türkischen Angriff völkerrechtswidrig, und in der Nato schließt unter anderem Deutschland den Bündnisfall aus.

          Johnson und der Brexit : Drei Briefe und ein einziges Ziel

          Boris Johnson will weiter versuchen, das Brexit-Abkommen bis Ende des Monats zu ratifizieren. Schon am Montag könnte die Regierung in London eine neue Abstimmung über den Brexit-Vertrag ansetzen – wenn John Bercow das zulässt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.