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2:0 in Freiburg : Dortmund behält den Durchblick

  • -Aktualisiert am

Rutschpartie: Reus fällt es schwer, standhaft zu bleiben, in Freiburg behauptet sich der Meister dennoch Bild: dapd

Trotz permanenten Schneefalls in Freiburg wissen die Dortmunder, wo das Tor steht: Subotic und Götze köpfen und schießen den Meister zum 2:0-Sieg. Damit behauptet die Borussia Rang vier.

          Platz weiß, Ball und Linien rot: Willkommen zum Winterfußball bei ein Grad plus. Borussia Dortmund, noch am Mittwoch beim 3:1-Sieg in der Champions League über Real Madrid ein Gewinner mit Goldrand, nahm die Freiburger Einladung zum Schneewalzer nur widerwillig und erst nach der Pause an.

          Doch an diesem Samstagnachmittag konnte es im Breisgau nicht anders als mühsam zugehen. Der BVB, dringend darauf aus, endlich den ersten Auswärtssieg dieser Saison in der Bundesliga zu feiern, musste sich wie die Profis des Sportclubs wohl oder übel mit den widrigen Verhältnissen arrangieren.

          Das tat er nach dem Wechsel und erreichte so doch noch sein Ziel. Subotic, vor der Pause der Unsicherste aller unsicheren Borussen, erzielte mit einem Kopfball das 1:0 (54.), Götze erhöhte kurz vor Schluss (83.) auf 2:0. Der erste volle Auswärtserfolg dieser Spielzeit führte den deutschen Meister zurück auf Platz vier, während die starken Freiburger weiter im Tabellenmittelfeld verharren.

          Per Hinterkopf ins Tor: Subotic (im Foto rechts) trifft unkonventionell zur Führung für die Borussia

          Der Sieg für die Schwarz-Gelben, bei denen vor allem Götze und Weidenfeller überzeugten, war am Ende vor allem deshalb besonders wertvoll, weil sich der Titelverteidiger vor 24.000 Zuschauern durchgebissen hat. Nun kann die Borussia als nächstes eine Serie voller Siege ins Auge fassen – falls nicht wieder ein Winterintermezzo dem BVB schwer zu schaffen macht. „Ihr seid besser als der BVB“, skandierten die Freiburger Fans bei Halbzeit – und hatten damit völlig recht.

          Während die Borussen 45 Minuten lang nach einem festen Stand und Halt auf einem Platz suchten, den die Rasenheizung nicht aufzutauen vermochte, tat ihnen die Mannschaft vom Fuße des Schwarzwaldes zumindest einen großen Gefallen. Sie ließ ihre großen Gelegenheiten aus. Nur weil Jendriseks Kopfball am Pfosten landete (16.), Dignes Kopfball aus bester Lage das Ziel verfehlte (32.) und Schuster seine Gelegenheit (35.) auch noch  verpasste, stand es bei Halbzeit 0:0.

          Wieder voller Einsatz: Schmelzer krätscht in der Luft nach dem Ball, Weidenfeller schaut gebannt zu

          Die Begegnung sah bis dahin so aus, als ob die einen schon mit Winterreifen ausgerüstet und die anderen mit Sommerreifen angereist wären. Die Borussen, allen voran Innenverteidiger Subotic, aber auch die Edeltechniker im Mittelfeld, mochten sich einfach nicht mit diesen Bedingungen, rutschiges Geläuf und schwerer Ball, anfreunden; der Sportclub dagegen spielte auf diesem Boden, weil unkompliziert und ohne Schnörkel, genau richtig.

          Bei Halbzeit muss der Schwarzwälder BVB-Coach Jürgen Klopp seinen Spielern die Angst vor dem Wintereinbruch ausgeredet haben, denn von der 46. Minute an hatten die Westfalen nicht länger „verwachst“. Nachdem Piszczek und Götze zwei kapitale Chancen nicht genutzt hatten, zeigte Subotic (54.), dass er endlich rutschfest war. Mit dem Hinterkopf verlängerte der Serbe Reus’ Freistoß per Hinterkopfball zum 1:0.

          Kann es nicht fassen: Freiburg-Coach Streich geht gewohnt emotional am Spielfeldrand mit

          Als er nach Weidenfellers Rettungstat gegen Jendrisek  (57.) dann auch noch in der Abwehr mit dem Kopf vor Guédé (60.) zur Stelle war, hatte er seine anfänglichen Defizite endgültig behoben. Aus einer phasenweise irregulär anmutenden Begegnung war inzwischen ein richtig spannendes und gutklassiges Bundesligaspiel geworden – mit leichten Vorteilen für den Meister.

          Er baute sie in der 83. Minute noch aus, weil Mario Götze, in den zweiten 45 Minuten ein Spielmacher mit viel Geschick und  Kunstfertigkeit am roten Winterball, das 2:0 erzielte und damit die letzten Zweifel am ersten Auswärtssieg dieser Spielzeit beseitigte.

          Bilderstrecke

          SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)

          SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Diagne, Ginter, Schmid - Jendrisek (61. Hedenstad), Schuster (86. Flum), Makiadi, Caligiuri - Guédé (69. Terrazzino), Kruse
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Götze (90. Perisic), Reus (81. Schieber), Großkreutz (90.+2 Leitner) - Lewandowski
          Schiedsrichter: Fritz (Korb)
          Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Subotic (54.), 0:2 Götze (83.)
          Gelbe Karten: Caligiuri (3), Ginter (1) / Gündogan (2), Kehl (2), Subotic (1)

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