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2:0 in Dortmund : Bellarabis Blitztor, Kießlings Schlusspunkt

  • -Aktualisiert am

Ein Tor für die Geschichtsbücher: Bellarabi (rechts) trifft nach neun Sekunden Bild: dpa

Nur neun Sekunden braucht Bellarabi bis zum 1:0 – es ist das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Kießling macht in der Nachspielzeit alles klar. Leverkusen zeigt Dortmund die Grenzen auf.

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          Bei Borussia Dortmund war in den vergangenen Tagen viel von Geld die Rede, von der Börse und von neuen Aktien. Der BVB verschafft sich mit Hilfe strategischer Partner viel frisches Kapital. Kaum war der Einstieg neuer Investoren beschlossen und verkündet, nahmen die Fußballprofis, das Fleisch gewordene, kickende Kapital, auf dem Rasen den Bundesligabetrieb auf.

          Und so stellte sich vor mehr als 80.000 Zuschauern im ausverkauften Dortmunder Stadion auch wieder die Frage: Schießt Geld Tore? Diese Frage war bei der Abendveranstaltung des ersten Spieltages besonders aktuell, weil die beiden Klubs aufeinandertrafen, die in der Sommerpause am meisten in neues Personal investiert hatten und als aussichtsreiche Kandidaten für die „Bayern-Jagd“ gelten.

          Beim 2:0 für Bayer 04 Leverkusen waren große Investitionen aus der jüngsten Zeit nicht unbedingt ausschlaggebend. Den ersten Treffer erzielte schon in der ersten Minute Karim Bellarabi, der in der vergangenen Saison an Eintracht Braunschweig ausgeliehen war, nach seiner Rückkehr zu Bayer jedoch zum Gewinner der Vorbereitung wurde. In der Nachspielzeit trug auch Stefan Kießling dazu bei, dass der neue Leverkusener Trainer Roger Schmidt einen gelungenen Bundesliga-Einstand erlebte. „Wir haben den Gegner permanent attackiert und sind superaktiv gewesen. Insgesamt haben wir ein Topspiel hier in Dortmund gemacht und am Ende des Tages verdient gewonnen“, sagte Schmidt. Dortmund-Trainer Jürgen Klopp sprach von einem „wilden Spiel“.

          In einem Punkt knüpfte der BVB geradezu nahtlos an die zurückliegende Bundesligasaison an, so viel war schon vor dem Anpfiff klar. Wie gewohnt musste Klopp auch beim Start in die neue Spielzeit zahlreiche Stammkräfte ersetzen, darunter auch den neuen Kapitän Mats Hummels und den neuen Stürmer Adrian Ramos.

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          Hinzu kamen etablierte Profis wie Ilkay Gündogan, Jakub Blaszczykowski, Nuri Sahin und Marcel Schmelzer sowie Oliver Kirch, der Aufsteiger aus der Schlussphase der abgelaufenen Spielzeit. Klopp war also abermals gezwungen zu improvisieren. Im Tor tat er das sogar freiwillig. WM-Teilnehmer Roman Weidenfeller, die Nummer eins des BVB, wurde noch geschont und saß nur auf der Reservebank.

          Trotz der Ausfälle führte Marco Reus, vor kurzem zum Vizekapitän befördert, eine Mannschaft aufs Feld, die mit Ambitionen die Arbeit aufnahm. Die Borussen hatten sich allerdings noch gar nicht richtig sortiert, da mussten sie schon den entscheidenden Rückschlag hinnehmen.

          Der Anstoß bildete den Ausgangspunkt zum ersten Tor. Die Leverkusener strebten ohne Umwege in Richtung Dortmunder Strafraum. Von Boenisch angespielt stand dort stand Bellarabi als Abnehmer bereit und vollendete unhaltbar für Mitchell Langerak, den Vertreter Weidenfellers. Bayer hatte gerade einmal neun Sekunden gedauert, bis Bayer in Führung lag – Bundesligarekord.

          Der Treffer zeigte Wirkung. Die Dortmunder taten sich mit dem Spiel nach vorne schwer, nicht nur weil sie den frühen Rückstand verkraften mussten, sondern auch weil die Werkself ihnen energisch entgegentrat, Bayer wandte Mittel an, die für gewöhnlich den BVB auszeichnen: Pressing, Aggressivität, Tempo. Mittelfeldstratege Hakan Calhanoglu, für 14,5 Millionen vom Hamburger SV gekommen, initiierte einige vielversprechende Vorstöße. Das Dortmunder Bemühen blieb in der ersten Hälfte wirkungslos. Der neue Stürmerstar Ciro Immobile erhielt keine Gelegenheit, die Stärken zu zeigen, die ihn zum Torschützenkönig der italienischen Serie A gemacht hatten.

          Im zweiten Durchgang kamen die Westfalen besser ins Spiel, lösten die Mittelfeldraute auf und kehrten zum 4-2-3-1 zurück. Das gab ihnen in der Defensive mehr Stabilität. Doch ihren Angriffen fehlte es weiterhin an Dynamik und vor allem an Durchschlagskraft. Daran änderte sich auch viel, als der junge Jonas Hofmann in der Schlussphase anstelle des offenbar entkräfteten Reus im Zentrum die Offensive beleben sollte.

          Immerhin musste Bayer-Torwart Bernd Leno sich bei einem Kopfstoß von Ginter einmal mächtig strecken. In der Nachspielzeit kam es noch schlimmer für Dortmund. Kießling baute den Vorsprung aus. So war die Ehrung der Dortmunder Weltmeister vor dem Spiel der einzige Grund für die BVB-Fans, Beifall zu spenden.

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