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2:0 in Bremen : Meister Dortmund ist wieder da

  • -Aktualisiert am

Schwarz-gelb hält zusammen und siegt in Bremen auch in Unterzahl Bild: AFP

Der Start verlief stockend, nun kommt Dortmund wieder in Fahrt. Der Meister gewinnt in Bremen trotz eines Platzverweises mit 2:0 - und springt auf Platz zwei.

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          Die Suche nach einem Team, das beherzt am Thron des FC Bayern München rüttelt, hatte eine ganze Menge zu bieten. Dass Borussia Dortmund seit Freitagabend wieder erster Verfolger des Spitzenreiters in der Fußball-Bundesliga ist, hat der Meister einem Kraftakt der besonderen zu verdanken.

          Denn der Dortmunder 2:0-Erfolg bei Werder Bremen war hart erkämpft. Nach ihrem Führungstor durch Ivan Perisic in der 42. Minute hatten die Borussen ihren Angreifer kurz nach der Halbzeit mit einer Gelb-Roten Karten wegen wiederholten Foulspiels verloren.

          Ivan Perisic bringt Dortmund in Führung und mit einem Platzverweis in Not

          Aber die Gastgeber wusste mit ihrer numerischen Überlegenheit viel zu wenig anzufangen und scheiterte mit zahlreichen überhasteten und planlosen Angriffen. Für die Vorentscheidung sorgte der frühere Bremer Patrick Owomoyela mit dem 0:2 in der 71. Minute nach einer artistischen Vorlage von Mats Hummels.

          Das Führungstor für den Meister durch Perisic wirkte wie ein Beleg dafür, dass die offensiv ausgerichteten Profis von Borussia Dortmund deutlich gedankenschneller als ihre Bremer Gegenspieler agierten. Ihr Vorsprung vor dem Tor resultierte nicht nur aus dem jugendlichen Elan eines Mario Götze, der eine starke Partie zeigte.

          Dem 0:1 war auch eine Mischung aus Energieleistung und Geschick von Robert Lewandowski vorausgegangen. Seinen beherzten Nachsetzen im Duell mit mehreren Werder-Verteidigern war ein schneller Pass auf die linke Angriffsseite gefolgt. Und der Schuss von Perisic unter die Torlatte fiel so scharf und genau aus, dass der Bremer Schlussmann Sebastian Mielietz keine Chance hatte, den Rückstand seines Teams zu verhindern.

          Der Geschwindigkeit eines Meisters, der sich wieder gefunden hat und zurück in Richtung Tabellenspitze pirscht, hatte Werder Bremen zumindest Altbewährtes entgegenzusetzen. Der Brasilianer Naldo durfte als Innenverteidiger nach langer Verletzungspause sein erstes Spiel von Beginn an bestreiten und zeigte eine solide Leistung.

          Nach langer Verletzungspause kehrt Patrick Owomoyela zurück und trifft zum 2:0

          Und vor ihm hatte sich die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf mit einer zunächst kontrollierten Offensive versucht, die in Überzahl stürmischer wurde, aber vollends an Ordnung und Wirkung verlor. Natürlich bemühten sich die Bremer Mittelfeldspieler immer wieder, ihren Leistungsträger in Szene zu setzen.

          Aber Claudio Pizarro, der erst spät und müde von einem Länderspieleinsatz für die peruanischen Nationalmannschaft zurückgekehrt war, konnte sich nur einmal durchsetzen. Der Volleyschuss des Torjägers in der 30. Minute war eine der besten Bremer Torchancen. Der Ball wurde von der Dortmunder Abwehr und Torhüter Roman Weidenfeller gemeinschaftlich abgeblockt. Und viel mehr ließen die Borussen in der ersten Halbzeit vor ihrem Tor nicht zu.

          Bilderstrecke

          Für eine Bundesligapartie, in der mit Toren zunächst gegeizt wurde, war der Unterhaltungsfaktor erstaunlich hoch. Die 42.100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion bekamen neben einem munteren Schlagabtausch den einen oder anderen Streitpunkt mit Beteiligung des Schiedsrichter zu sehen. Florian Meyer (Burgdorf) zeigte munter Gelbe Karten, lag mit seinem beherzten Eingreifen aber nicht immer richtig und sorgte für viel Diskussionsstoff.

          Beide Gelbe Karten gegen Perisic waren umstritten. Sein Foul Sekunden nach dem Seitenwechsel am Griechen Sokrates machte ihn früh zum Zuschauer einer packenden Begegnung. Einen Lattentreffer von Werder-Verteidiger Lukas Schmitz (66.) gab es zu bestaunen, dazu kamen viele weitere Bremer Torchancen – doch den Dortmundern reichte diese eine Torchance in der zweiten Halbzeit von Owomoyela, um sich zum Sieger zu küren.

          Werder Bremen - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

          Werder Bremen: Mielitz - Sokratis, Naldo, Wolf (73. Wagner), Schmitz - Bargfrede (62. Ekici) - Fritz, Hunt, Marin - Pizarro, Rosenberg
          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Subotic, Hummels, Löwe - Bender, Gündogan (74. Kehl), Großkreutz - Götze (89. Leitner), Perisic - Lewandowski (88. Barrios)
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 42.068 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Perisic (42.), 0:2 Owomoyela (71.)
          Gelbe Karten: Wolf (2) / Subotic (1)

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