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2:0 in Bremen : Gladbach spielt bald wieder Königsklasse

Abgelaufen: Gladbachs Tony Jantschke (l.) klärt vor dem Bremer Bartels Bild: AFP

Laut Werder Trainer Skripnik kommt die „aktuell beste Mannschaft in Deutschland“ aus Mönchengladbach: Genau dieses Team setzt sich auch in Bremen durch, siegt 2:0 und qualifiziert endgültig für die Champions League. Raffael trifft doppelt für die Gladbacher.

          2 Min.

          Zum ersten Mal seit 38 Jahren, seit ihrem letzten Meistertitel 1977, spielt Borussia Mönchengladbach wieder in der höchsten europäischen Fußballklasse, die damals noch Europapokal der Landesmeister hieß. Heute heißt sie Champions League – zwei Worte, die Tausende Gladbacher Anhänger am Samstag im Weserstadion mit Wonne skandierten.

          Christian Eichler
          Sportkorrespondent in München.

          Dort garantierten zwei Tore des Brasilianers Raffael (53./85. Minute) zum 2:0-Sieg bei Werder Bremen der „aktuell besten Mannschaft in Deutschland“, so der Bremer Trainer Viktor Skripnik, in der Endtabelle der Bundesliga mindestens Platz drei und damit einen sicheren Platz in der europäischen „Königsklasse“. Es ist der größte Erfolg der Klubgeschichte seit der Zeit der legendären „Fohlen“ der 70er Jahre.

          Sitzfußball: Gladbachs Brouwers (unten) und der Bremer Selassie probieren sich in einer neuen Sportart Bilderstrecke
          Sitzfußball: Gladbachs Brouwers (unten) und der Bremer Selassie probieren sich in einer neuen Sportart :

          Für Werder bleibt trotz der Niederlage ebenfalls ein europäischer Wettbewerb in Reichweite. Im für Skripnik „richtigen Finale um Platz sieben“, der ihnen für die Qualifikation zur Europa League reichen würde, spielen die Bremer am letzten Spieltag in Dortmund.

          Bei ihrem ersten Sieg seit 28 Jahren in Bremen kontrollierten die Gladbacher weite Phasen der Partie, brauchten aber lang, um wirkliche Torgefahr zu erzielen. In der ersten Halbzeit war dafür eine vom Bremer Sebastian Prödl an den eigenen Pfosten abgefälschte Hereingabe von Oscar Wendt nötig (13.). Später scheitere Alvaro Dominguez nach einer Ecke aus kurzer Entfernung am Knie von Werder-Torwart Koen Casteels (34.).

          Die Bremer näherten sich dem Ziel am druckvollsten mit einem Kopfball aufs Tornetz durch Stürmer Davie Selke (7.), der sich in einer später den Ball selber an den Kopf schoss (28.). Freistoßkünstler Zlatko Junuzovic, der beim 1:1 in Hannover eine Woche zuvor sein fünftes Freistoßtor in dieser Saison erzielt hatte, zielte diesmal schlechter - er wuchtete den Ball aus 18 Metern in zentraler Position in die Gladbacher Mauer (36.).

          Eine Minute nach der Pause bewahrte Torwart Yann Sommer die Gladbacher mit glänzender Parade bei einem Schuss von Franco di Santo gegen seine Laufrichtung vor dem Rückstand. Mit nun 15 Zu-Null-Spielen hält der Schweizer bereits den Rekord für eine Debüt-Saison in der Bundesliga - selbst Manuel Neuer kam nur auf 13. Acht Minuten später wurde auf der Gegenseite ein Weitschuss von Granit Xhaka geblockt, der dann aber schnell schaltete, den Abpraller direkt in den Lauf von Max Kruse weiterleitete, und dessen scharfe Hereingabe fand zwischen Casteels und Verteidiger Vestergaard hindurch Raffael, der den Ball ins leere Tor stolperte.

          Die Gladbacher, deren Führung bis auf einen knapp verzogenen Direktschuss von Janek Sternberg aus zwanzig Metern (74.) nicht mehr in Gefahr geriet, beseitigten letzte Zweifel am Sieg durch Raffaels zweiten Treffer nach Vorlage des eingewechselten André Hahn. Nach dreizehn Spielen ohne Niederlage in der Bundesliga stehen die Gladbacher damit bereits auch als bestes Team der Rückrunde fest - mit 39 Punkten haben sie damit sogar, auf die Dreipunkteregel umgerechnet, alle Rückrunden der Meisterteams der 70er Jahre übertroffen.

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