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2:0 in Bremen : 45 Minuten Schalker Warmmachen

  • -Aktualisiert am

Am Ende obenauf: Schalke gewinnt bei Werder Bild: dpa

Zwei Halbzeiten von gleiche Qualität wäre gut, doch Schalke 04 lässt Bremen nach geruhsamem Beginn beim 2:0 keine Chance. Werder steckt weiter im Abstiegskampf.

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          Eine Halbzeit verschlafen, eine Halbzeit wie aufgedreht: Der FC Schalke 04 hat sich am Samstagnachmittag nach geruhsamem Beginn so stürmisch zurückgemeldet, dass Werder vor 42.100 Zuschauern im ausverkauften Weserstadion chancenlos war. 2:0 siegte der Tabellenvierte der Fußball-Bundesliga beim abstiegsbedrohten Tabellenvierzehnten durch die Treffer von Draxler (47. Minute) und Marica (68.). Und das noch zu knapp angesichts einer Fülle von großen Gelegenheiten in den zweiten 45 Minuten, in denen die Norddeutschen quasi zusammenklappten und für jedermann sichtbar die Abstiegsgefahr signalisierten, in der sich Werder weiter befindet.

          Während der Woche hatten sie in Bremen viel über die Zukunft gesprochen: dass Werder wieder mehr erfahrene Spieler brauche, um den sportlichen Turnaround zurück zu alter Klasse zu finden, dass der eine oder andere „Leuchtturm“ der Mannschaft nicht schaden könne, wie der Sport-Geschäftsführer Thomas Eichin hervorgehoben hatte und dass der vom FC Chelsea ausgeliehene belgische Mittelfeld-Jungstar de Bruyne den Verein zum Ende der Spielzeit vermutlich in Richtung Leverkusen verlassen werde. Doch vor der Planung der neuen Saison, ob mit oder ohne den in die Kritik geratenen Trainer Thomas Schaaf, lag erst einmal die Gegenwart, und die heißt an der Weser nach wie vor Abstiegskampf. Schaaf, seit 14 Jahren Coach, musste kurzfristig wieder einmal improvisieren, da zu den seit längerem verletzten Fritz, Schmitz und Junuzovic auch noch Ekici und Gebre Selassie kamen.

          Gemessen an den Bremer Sorgen ging es den auf den Champions-League-Qualifikationsrang vier zurückgekehrten Schalkern vergleichsweise kommod. Bis auf die verletzten Jones und Huntelaar konnte Trainer Keller auf eine nominell starke Elf vertrauen, aus der sich zuletzt Bastos und Marica sowie der zunächst auf der Bank sitzende Raffael für eine Verlängerung ihres Arbeitsverhältnisses empfohlen hatten. Sportdirektor Heldt aber wollte von Vertragsgesprächen fürs erste nichts wissen. „Die sollen am Wochenende mal zeigen, ob sie eine Berechtigung haben, gekauft zu werden“, sagte er, „dann regelt sich alles andere von allein.“

          Zwei Halbzeiten von gleiche Qualität wäre gut

          Was sich da von allein regeln soll, fragten sich der Schalker Anhang zur Halbzeit, nachdem die „Königsblauen“ bis dahin noch nicht am Spiel teilgenommen hatten. Zum Glück für Schalke kamen auch die spielbestimmenden Bremer über verheißungsvolle Ansätze kaum hinaus. Nur wenn Kevin de Bruyne seinen Offensivdrang auslebte, wurde es gefährlich für Schalke. Dann aber stand jedes Mal Torhüter Hildebrand einem Treffer im Wege.

          Zur Pause reagierte Keller, nahm den Spaziergänger Bastos vom Platz und ersetzte ihn durch den quirligen Raffael, dazu zeigte Jungnationalspieler Draxler endlich seine Extraklasse - und weil die Bremer Abwehr, mit 54 Gegentoren die schwächste der Liga, nun Lücken offenbarte, drehte sich die Partie auf eklatante Art und Weise. Matips Kopfball (47.) konnte Mielitz noch parieren, ehe Raffael Werders Innenverteidiger Lukimya und Prödl narrte und Draxler freie Schussbahn zum 1:0 verschaffte (51.).

          Eine Führung, die die Gelsenkirchener rasch hätten ausbauen müssen, doch Lukimya bewahrte Bremen mit einer artistischen Rettungstat nach Maricas Heber vor dem 0:2 (54.). Was noch nicht war, folgte in der 68. Minute. Wieder einmal übertölpelte Raffael den Bremer Innenverteidiger Lukimya, so dass es Marica nicht schwerfiel, das 2:0 aus kurzer Distanz zu erzielen (68.). Wenn der FC Schalke demnächst auch noch zwei starke Halbzeiten zustande bringen sollte, dürfte die Mannschaft kaum noch vom Geld und internationalen Ruhm verheißenden vierten Platz zu verdrängen sein.

          Werder Bremen - FC Schalke 04 0:2 (0:0

          Werder Bremen: Mielitz - Prödl, Lukimya, Sokratis, Ignjovski (78. Predrag Stevanovic) - Trybull - Arnautovic, de Bruyne, Hunt - Petersen, Elia (72. Yildirim)
          FC Schalke 04: Hildebrand - Uchida, Höwedes, Matip, Kolasinac - Höger, Neustädter - Farfán, Draxler (70. Fuchs), Bastos (46. Raffael) - Marica (89. Pukki)
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 42 160 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Draxler (51.), 0:2 Marica (68.)
          Gelbe Karten: Sokratis (6) / Neustädter (5)

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