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2:0 gegen Schalke : Starker Start für Stuttgarts Babbel

  • -Aktualisiert am

Gelungener Einstand: Markus Babbel Bild: ddp

Mit einem hart erkämpften 2:0-Erfolg gegen Schalke 04 hat der VfB Stuttgart einen ersten Schritt aus der Talsohle getan und zugleich die Krise beim Gegner verschärft. Markus Babbel feierte ein gelungenes Bundesliga-Debüt.

          Markus Babbel darf sich über einen gelungenen Einstand als neuer Cheftrainer beim VfB Stuttgart freuen. Durch zwei späte Treffer von Simak (80. Minute) und Gomez (83.) besiegten die Schwaben dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit den FC Schalke 04 mit 2:0. Der frühere Meisterspieler des FC Bayern München darf sich damit Hoffnungen machen, den VfB nicht nur bis zur Winterpause, sondern mindestens bis zum Saisonende zurück zu den gewohnten Erfolgen zu führen.

          Die Schalker aber brachten in der Mercedes-Benz-Arena eine schwarze Woche hinter sich, die sie um das Weiterkommen im Uefa-Pokal-Wettbewerb und um die Rückkehr in die Gruppe der besten Bundesliga-Teams bangen lässt. Wie schon beim 0:2 gegen Manchester City am Donnerstag im Uefa-Cup-Spiel skandierten die Fans am Ende, „Müller raus“. Doch nicht der Manager hatte am Sonntag die besten Gelegenheiten vergeben, es waren die Spieler, die ihre Chance vor der Pause leichtfertig vergaben.

          Schalke formverbessert, aber torlos

          Die zuletzt beiderseits sichtbaren Krisensymptome zeigten sich vor der Pause nur im Stuttgarter Spiel. Die in der Bundesliga seit fünf Partien sieglosen Schwaben mühten sich unter Anleitung des neuen Teamchefs Markus Babbel zwar redlich, doch so etwas wie Struktur und Linie fehlte den oft wirren Kombinationen des VfB. Fast alles wirkte noch so wie zuletzt unter dem geschassten Meistertrainer Armin Veh. Eine einzige Doppelchance durch Gomez und Hitzlsperger (29.) war zu wenig, um so etwas wie Adventsstimmung in das mit 56.000 Zuschauern ausverkaufte Stadion zu zaubern.

          Jan Simak leitete den Sieg ein

          Anders die Schalker: Zuletzt beim desaströsen 0:2 gegen Manchester City vor heimischer Kulisse wütend ausgepfiffen, gewannen die Westfalen in Stuttgart rasch die Kontrolle über das Geschehen. Ernst verteilte im Mittelfeld die Bälle, Jones machte aus der Zentrale Druck, und Kuranyi zeigte sich in der Spitze deutlich formverbessert. Wäre da nicht der Peruaner Farfan auf der rechten Angriffsseite gewesen, die „Königsblauen“ hätten beim Wechsel 2:0 geführt. Nachdem nämlich Kuranyis Zuspiel auf Jones vom früheren Frankfurter mit einem Schuss gegen den rechten Pfosten abgeschlossen worden war, machte Farfan aus dem Abpraller nichts. Boka warf sich dem Schüsschen des bisher teuersten Schalker „Einkaufs“ in den Weg und vereitelte damit die frühe Schalker Führung (13.).

          Kleinere Gelegenheiten waren lange alles

          Vier Minuten später hatte Farfan ganz freie Bahn, als er nach Bokas Hackentritt gegen Kuranyi zum Strafstoß anlief. Was kam bei dem schlappen Flachschuss ins rechte Eck heraus? Eine lockere Parade des ehemaligen Schalker Torwarts Jens Lehmann. So dicke haben es die Schalker eigentlich nicht in der Offensive, um sich solche verpasste Gelegenheiten leisten zu können.

          Den zuletzt üblichen Schalker Trott bekamen die mitgereisten 3000 Anhänger des Traditionsvereins nach der Pause vor Augen geführt. Das anfänglich zumindest glimmende Feuer war mittlerweile verloschen und bloßer Routine gewichen. Heraus kam dabei allseits gepflegte Langeweile, da auch der VfB aus seiner Dominanz in Sachen Ballbesitz fürs erste keine Funken zu schlagen wusste. Kleinere Gelegenheiten für den bemühten Gomez waren schon alles, was die Herzen der Stuttgarter Fans ein bisschen höher schlagen ließ. Gesucht wurde die zündende Idee und der Mann für wenigstens ein Tor. Ihm am nächsten kamen Hitzlsperger mit einem kräftigen Distanzschuss (66.) und vor allem Gomez, der in einem aufregenden Moment an Torhüter Neuer scheiterte (67.).

          Und dann wurden die verstärkten schwäbischen Bemühungen doch noch belohnt. Der anstelle von Hitzlsperger eingewechselte Tscheche Jan Simak bestätigte in der 80. Minute, warum er als sensible Künstlernatur auf dem Fußballplatz gilt. Mit viel Gefühl hob er den Ball über den herausgeeilten und in dieser Szene etwas zögerlichen Neuer hinweg, und dann segelte das Spielgerät knapp neben dem rechten Torpfosten ins Netz. Einmal in Torlaune, setzte Mario Gomez beim nächsten Konter noch einen drauf und erhöhte für den VfB auf den Endstand von 2:0 (83.). Stuttgart hatte schließlich doch noch ein Zeichen gegen die Krise gesetzt, der FC Schalke aber steckt noch mittendrin. Roland Zorn

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