https://www.faz.net/-gtm-9ww6v

2:0 gegen Paderborn : Mainzer Versöhnung nach der Fastnachtsposse

Dem Starkregen und der schlechten Stimmung getrotzt: Mainz ist wieder Mainz. Bild: dpa

Der Lieferdienst hat pünktlich abgeliefert: Mainz 05 beseitigt mit dem Sieg gegen Paderborn Zweifel an der Leistungsbereitschaft seines Teams. Die Fastenzeit beginnt so mit einer Beruhigung der angeschlagenen Nerven.

          4 Min.

          Auf die bei Siegen gerne zelebrierte „Humba“ verzichteten die Fans von Mainz 05 nach dem 2:0-Heimsieg gegen den SC Paderborn am Samstag lieber einmal. Nach dem Fastnachts-Kater, den der Klub am vorangegangenen wichtigsten Wochenende des Mainzer Jahres nicht nur wegen einer deprimierenden 0:4-Niederlage in Wolfsburg, sondern auch noch eine Fastnachtsposse rund um das gelangweilt wirkende Auftreten einiger Spieler beim auf einem Mannschaftswagen gemeinsam erlebten Rosenmontagszug zu verarbeiten hatte, hat der 2:0-Sieg gegen den SC Paderborn nach Toren des Schweden Robin Quaison (29. Minute) und des Österreichers Karim Onisiwo (37.) den Vorsprung auf den Relegationsrang 16 immerhin schon einmal auf vier Punkte ausgebaut. Die Gemüter zu Beginn der Fastenzeit sind somit erst einmal beruhigt, auch wenn die Fans „keinen Leckerbissen“ zu sehen bekamen, wie Trainer Achim Beierlorzer eingestand. Die Mainzer haben aber mal wieder in einem existenziell wichtigen Moment „geliefert“. „Wir wollten heute unbedingt gewinnen“, sagte der 52 Jahre alte Mainzer Trainer. „Das heißt nicht, dass wir gewinnen mussten, aber dass wir keinen Zweifel an unserer Leidenschaft für dieses Spiel lassen wollten.“

          Paderborn hat hingegen mal wieder in einem entscheidenden Spiel bei allem sichtbaren Engagement nicht Bestform auf den Platz gebracht, nachdem das Team in der Vorwoche noch beinahe bei den Bayern gepunktet hätte. „Wir haben verdient verloren, weil wir entscheidende Zweikämpfe nicht gewonnen haben“, sagte Trainer Steffen Baumgart.

          Bundesliga

          Beierlorzer knüpfte bei seiner Aufstellung an den Vorwochen an: Wieder ließ der Trainer viele seiner begabtesten Spieler auf der Bank. Statt Nationalspielern wie Jean-Paul Boetius, Pierre Kunde oder dem talentierten, aber in seinen Leistungen wankelmütigen und zuletzt auch tagelang wegen eines Infekts im Training pausierenden Spanier Aaron standen beispielsweise der erst 20 Jahre alte Leandro Barreiro oder der erstmals nach einer gut ein Jahr langer Leidenszeit nominierte Linksverteidiger Philipp Mwene in der Startelf. Beierlorzer setzt im Abstiegskampf trotz des Tiefschlags beim 0:4 vor Wochenfrist in Wolfsburg weiter auf Verlässlichkeit statt Talent – zumindest im eher defensiven Teil seiner Elf. Neben Barreiro vertraute er dabei im strategisch so bedeutsamen Mittelfeldzentrum einem weiteren jungen Eigengewächs. „Ridle Baku und Leo Barreiro haben das sehr gut gemacht“, sagte Beierlorzer. „Verlässlichkeit ist keine Frage das Alters.“

          Reaktion auf Rosenmontag

          In der Offensive gab er derweil dem wochenlang zum Ersatzspieler degradierten Jean-Philippe Mateta und auch Karim Onisiwo eine Chance zur Bewährung in doppelter Hinsicht. Sie hatten zuletzt nicht nur auf dem Platz Kritik provoziert, sondern zu Wochenbeginn auch wie einige weitere Mitspieler mit ihrem zumindest kurzzeitig demonstrierten Desinteresse am Rosenmontagszug. Bei der gemeinsamen Fahrt der Mannschaft auf einem Fastnachtswagen wirkten sie gelangweilt, standen mit dem Rücken zu den Zuschauern am Wegesrand und beschäftigten sich ein wenig zu intensiv mit ihren Smartphones. Entlastend war lediglich, dass die für den Zug so wichtige Wurfware in Form von Kamelle und anderen kleinen Präsenten aufgrund eines organisatorischen Fehlers des Klubs allzu früh ausgegangen war. Die Spieler waren also schon eine Stunde lang beschäftigungslos, als sie die Fernsehkameras der ARD passierten, die das schlechte Bild des Teams in die Welt hinaus transportierten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Mallorcas Zukunft : Die Sauftouristen sind nicht da

          Corona hat Mallorca ins Mark getroffen und könnte es für immer verändern. Das hoffen viele, fürchten manche – und lässt niemanden kalt: Besuch auf einer verwundeten Insel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.