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2:0 gegen Hertha BSC : Nürnberg verdirbt Skibbes Einstand

  • Aktualisiert am

So hatte sich Michael Skibbe seine Rückkehr nicht vorgestellt: Hertha verliert in Nürnberg Bild: REUTERS

Zum Jubiläum gibt es ein Geschenk vom Gast: Nürnberg besiegt biedere Berliner zum Start in die Rückrunde 2:0 und verschafft sich Luft im Abstiegskampf. Skibbes Einstand misslingt gründlich.

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          Mit Glück und Geschick hat der 1. FC Nürnberg in seinem 1000. Bundesligaspiel einen perfekten Start in die Rückrunde erwischt. Die abstiegsgefährdeten Franken schlugen am Samstag Hertha BSC daheim mit 2:0 (1:0) und vermasselten Michael Skibbe den Einstand auf der Berliner Trainerbank mächtig.

          Dank seines 319. Sieges im Jubiläumsspiel überflügelte der FCN die Gäste auch in der Tabelle und schaffte ein klein wenig Abstand zwischen sich und die Abstiegsränge. Die enttäuschenden Berliner warten derweil schon seit sieben Partien auf einen Dreier in der deutschen Beletage.

          49 Jahre nach dem allerersten Nürnberger Duell im neugeschaffenen Oberhaus - auch damals gegen die Hertha - traten Alexander Esswein (43. Spielminute) und Dominic Maroh (85.) gewissermaßen in die Fußstapfen von „Club“-Legende Max Morlock. Der Weltmeister hatte am 24. August 1963 beim 1:1 in Berlin für die Franken getroffen, diesmal waren die beiden Youngster vor 39.117 Zuschauern erfolgreich.

          Bei nasskaltem Regenwetter entwickelte sich rasch eine relativ niveauarme Partie mit Abspielfehlern und Konzentrationsschwächen en masse. Vor allem die Hertha blieb offensiv vieles schuldig. Zu häufig war Stoßstürmer Pierre-Michel Lasogga auf sich allein gestellt, nur eine Torchance verzeichnete der Schlaks im ganzen Spiel (30.).

          Maroh macht es besser und entscheidet das Spiel

          Grund dafür war vor allem das spielerische Loch im Mittelfeld des Aufsteigers: Der schon vor der Winterpause verpflichtete Skibbe hatte in seinem Premierenspiel als Hertha-Coach dem Brasilianer Ronny zum ersten Saisoneinsatz von Beginn an verholfen. Der als Kreativmann umschriebene Mittelfeldmann sollte eigentlich seinen ein Jahr älteren Bruder Raffael (Rot-Sperre) als Spielgestalter und Anspielstation ersetzen, ging aber völlig unter und blieb zur Pause in der Kabine.

          Kaum eine Kombination klappte mal wie gewünscht - auf beiden Seiten. Nürnbergs Kreativ-Youngster Daniel Didavi hatte das am schnellsten kapiert und versuchte zweimal (12./15.) mit schönen Einzelgängen sein Glück. Doch Hertha-Keeper Thomas Kraft konnte die etwas zu unplatzierten Schüsse jeweils problemlos parieren.

          Bilderstrecke

          Geschlagen war der frühere Münchner erst beim Kracher von Linksaußen Esswein, der aus 23 Metern perfekt ins rechte Toreck traf - und Dusel hatte, dass Berlins Roman Hubnik den Ball abfälschte und die Flugbahn so noch entscheidend beeinflusste. Auch nach der Auswechslung Ronnys blieb die Hertha weitgehend harmlos.

          Gefährlich wurde es meist nach Eckbällen: Einen davon verlängerte Hubnik per Kopf (67.) - Nürnbergs Almog Cohen klärte auf der Linie. Auf der Gegenseite vergab Tomas Pekhart die große Chance zur frühzeitigen Entscheidung: Sträflich allein vor Kraft durfte der Tscheche abschließen - und schoss den Keeper an (59.). Besser machte es der aufgerückte Verteidiger Maroh kurz vor Schluss nach einer Freistoßflanke von Neuzugang Adam Hlousek.

          1. FC Nürnberg - Hertha BSC 2:0 (1:0)

          1. FC Nürnberg: Schäfer - Hegeler, Wollscheid, Maroh, Hlousek - Cohen, Simons - Didavi (90. Frantz), Esswein - Eigler, Pekhart (82. Bunjaku)
          Hertha BSC: Kraft - Lell (83. Torun), Hubnik, Janker, Kobiaschwili - Ottl, Niemeyer (76. Djuricin) - Ebert, Ronny (46. Ben-Hatira), Ramos - Lasogga
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 39.117
          Tore: 1:0 Esswein (43.), 2:0 Maroh (85.)
          Gelbe Karten: Pekhart (4) / Ebert (4), Niemeyer (3)

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