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2:0 gegen Hertha BSC : Deftiger Streit um Wolfsburg-Torschütze Dost

  • -Aktualisiert am

Zwei? Bas Dost gelang für Wolfsburg gegen Hertha ein Doppelpack. Bild: AFP

Mit zwei Toren schießt Bas Dost Wolfsburg zum Sieg über Hertha. Dennoch steht der Stürmer als Buhmann da, weil Trainer Dieter Hecking zu einer herben Schelte ausholt.

          Der vermeintliche Held stand am Ende als Buhmann da. Dass Bas Dost den VfL Wolfsburg mit zwei Toren zum 2:0-Heimsieg gegen Hertha BSC Berlin geschossen hatte, war für alle im Stadion sichtbar. Die Schelte, die der Stürmer danach vom eigenen Trainer statt eines Lobes bezog, ließ aufhorchen.

          Denn zwischen Trainer Dieter Hecking und Dost ist ein deftiger Streit entbrannt. Der Trainer findet, dass der Spieler nicht wie ein kleines Kind reagieren dürfe, wenn man ihn mal nicht berücksichtige oder auswechsle. Der Spieler wiederum findet, dass der Trainer im Unrecht sei.

          „Bas sollte seine Einstellung zur Mannschaft schnellstmöglich überdenken. Das ist Egoismus pur“, sagte Hecking. Damit ist ihm am fünften Spieltag der Fußball-Bundesliga in einem Anflug von Ärger eine besonders merkwürdige Gratulation gelungen.

          Ich war’s!: Bas Dost (links) bejubelt sein spielentscheidendes Doppelpack mit Teamkollege  Daniel Caligiuri. Bilderstrecke

          Die Rolle als Teilzeitheld, die Dost nicht gefällt und offenbar sehr bockige Auftritte im Training mit sich bringt, hat frische Gründe. Bei der Wolfsburger Rückkehr in die Champions League (1:0 gegen Moskau) hatte der Niederländer zuletzt eine schwache Partie abgeliefert und war ausgewechselt worden.

          Bei der Rückkehr in den Liga-Alltag gegen die Berliner durfte er erst von der 71. Minute an mitwirken. Dost schloss fünf Minuten später einen Konter zum 1:0 ab und erhöhte in der 86. Minute nach einem Foul an Julian Draxler per Elfmeter zum 2:0.

          „Ich habe immer Lust und gebe immer Gas“, versicherte Dost. Er wusste ihn diesem Augenblick noch nicht, dass der eigene Trainer ihn öffentlich kritisieren würde.

          Dieser übliche Schuss Gemächlichkeit, der vier Tage nach der Rückkehr in die Champions League zu befürchten war, ließ sich im Wolfsburger Team nicht leugnen. Linksverteidiger Ricardo Rodriguez war eine Pause gegönnt worden. Luiz Gustavo stand wegen einer Blessur gar nicht im Kader.

          Der Rest des Teams plagte sich vor 30.000 Zuschauern lange mit der Frage herum, wie viel Elan man im Bundesliga-Alltag eigentlich an den Tag legen muss, um einen soliden Gast wie die Hertha bezwingen zu können. Es fehlte zunächst an Tempo und Überraschungsmomenten in der Offensive. Julian Draxler mühte sich redlich als Antreiber.

          Aber vor allem sein Mitstreiter André Schürrle agierte zu träge und glücklos. Den Unterschied gegen lange Zeit sehr agile Berliner machten am Ende Dost und die Wolfsburger Innenverteidigung aus. Dank des Duos Dante/Naldo gelang es zum vierten Mal nacheinander, ein Spiel ohne Gegentor zu beenden.

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