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2:0 gegen Hannover : Geduldige Eintracht nimmt Abstiegskampf an

  • -Aktualisiert am

Taktik aufgegangen, Abstiegsplatz verlassen: Friedhelm Funkel Bild: AP

Zu null gespielt, das Tor getroffen: Die Frankfurter Eintracht kann doch noch gewinnen - auch zu Hause und in der Bundesliga. Beim lang ersehnten Erfolg gegen Hannover 96 ging die Taktik von Trainer Funkel voll und ganz auf.

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          Sie können es noch: Die Spieler der Frankfurter Eintracht haben das Siegen in der Fußball-Bundesliga nicht verlernt und sicherten sich mit dem 2:0-Erfolg gegen Hannover 96 wichtige Punkte im Kampf um den Klassenverbleib. Doch bis der erste Sieg nach zuvor acht erfolglosen Runden unter Dach und Fach war, bedurfte es vor allem „viel Geduld“, wie Cheftrainer Friedhelm Funkel betonte.

          In der Tat brauchte die Eintracht (wieder einmal) viele Versuche, um den Führungstreffer zu erzielen. Nachdem Alex Meier in der 56. Minute freistehend die wohl größte Chance vergab (Funkel: „Er war mit den Gedanken wohl schon beim Torjubel“), musste den Frankfurter Zuschauern Angst und Bange werden, dass das Team trotz Überlegenheit und einer Vielzahl von Tormöglichkeiten am Ende wieder ohne Dreier dastehen könnte. „Ich hatte große Sorge, dass wir einen Konter fangen“, sagte Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Doch es kam anders: Naohiro Takaharas neunter Saisontreffer (58.) und Michael Thurks Distanzschuss (75.) sorgten für den verdienten Heimsieg vor 40.038 Zuschauern. Es war der erste Bundesliga-Erfolg vor heimischem Publikum seit dem Spiel gegen Mönchengladbach (1:0) Anfang November.

          „Streit ist erst in der zweiten Hälfte aufgetaut“

          Mehrere Faktoren brachten der Eintracht den erhofften Dreier. Zum einen hatten die Hannoveraner einen „schwarzen Tag“ (Trainer Dieter Hecking) erwischt. Die Gäste, die zuvor aus fünf Spielen 13 von 15 möglichen Punkten geholt hatten, standen zwar relativ dicht gestaffelt, blieben aber über 90 Minuten im Vorwärtsgang insgesamt zu harmlos, um die Eintracht zu gefährden.

          Michael Thurk feiert sein Tor und den Eintracht-Sieg

          Wichtig war auch, dass Albert Streit in der zweiten Halbzeit mehr von seinem Können zeigte. „Von ihm war in der ersten Halbzeit nichts zu sehen“, urteilte Funkel, „erst in der zweiten Hälfte ist er aufgetaut“, sagte Hecking. Spät, aber nicht zu spät für die Hessen, legten Streit und Kollegen einen Gang zu. Die Eintracht verstand es, seinen quirligen Mittelfeldmann auf der rechten Seite das ein oder andere Mal mit geschickten Querpässen in Szene zu setzen. „Diese Diagonalpässe waren das richtige Rezept“, lobte Bruchhagen. Streit sorgte mit seinen Dribblings und Hereingaben für Gefahr im Strafraum.

          Funkels Taktik ging auf

          Abermals kann sich die Eintracht bei Takahara bedanken, der einmal mehr den richtigen Riecher hatte und Patrick Ochs' Hereingabe - nach einem Hannoveraner Querschläger - zum wichtigen 1:0 über die Torlinie brachte. Auch Sturmpartner Thurk, der früh für den verletzten Ioannis Amanatidis in die Partie kam, traf und schätzte Tabellenplatz 14 anschließend realistisch ein. „Für uns hat sich nichts geändert, wir sind immer noch hinten drin.“ Das erkannte auch Albert Streit, der heilfroh war, „endlich den Komplex abgelegt zu haben“. Trainer Funkel, der einen Heimkomplex oder eine Blockade in den vergangenen Wochen stets verneinte, war vor allem zufrieden, „dass wir die Tore gemacht haben. Wäre uns das zuletzt besser gelungen, hätten wir vier, fünf Punkte mehr.“

          Nach dem klaren Sieg im Pokalspiel beim Nachbarn Offenbach schloss die Eintracht die Woche erfolgreich ab. War sie gegen Bremen (2:6), Schalke (1:3) und Stuttgart (0:4) noch vom Anpfiff an angerannt und dann schnell in Rückstand geraten, verstand sie es gegen Hannover, die taktische Vorgabe im 4-2-2-System gut umzusetzen. „Wir wollten zunächst abwartend und dicht gestaffelt agieren“, erläuterte der 53 Jahre alte Funkel. Dies gelang, und später auch die Tore.

          Kampf und Entschlossenheit

          Die drei Punkte haben den Frankfurter Funktionären und Spielern sichtlich gut getan, doch der Abstiegskampf - die halbe Liga muss sich ernsthaft mit dem Thema beschäftigen - dauert an. Mit Kampf und Entschlossenheit zum Erfolg: Als Meier im zweiten Durchgang den Ball in der Vorwärtsbewegung leichtfertig verlor und damit einen Konter der Niedersachsen einleitete, sprintete der Mittelfeldmann über den halben Platz und eroberte sich mit einer fairen Attacke das runde Leder zurück. Erfreulich, dass die gesamte Mannschaft den Kampf um den Verbleib in der ersten Liga offenbar endlich angenommen hat.

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