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2:0 gegen Gladbach : Meisterliche Dortmunder

  • -Aktualisiert am

Wieder deutscher Meister: Dortmund bejubelt den Titel wie 2011 im eigenen Stadion Bild: dpa

Durch einen 2:0-Sieg über Mönchengladbach macht Dortmund die zweite Meisterschaft in Folge perfekt. Perisic und Kagawa schießen die Tore für überlegene Hausherren im Duell der Borussen.

          2 Min.

          Vor der Südtribüne hing ein Spruchband in Schwarz und Gelb. „Zum Tempel der Glückseligkeit machst du das Stadion nur durch dein Spiel.“ Die frische, zuweilen furiose Art der Dortmunder Borussia hat sich wieder durchgesetzt und ihren Fans eine Riesendosis Glücksgefühl verabreicht.

          Mit einem 2:0 über Borussia Mönchengladbach sicherte sich der BVB am 32. Bundesliga-Spieltag vorzeitig die achte deutsche Fußball-Meisterschaft der Vereinsgeschichte. „Und schon wieder deutscher Meister!“, sangen die Anhänger des alten und neuen Champions.

          Seit sechzehn Jahren ist Dortmund der erste Klub außer Bayern München, der seinen Titel erfolgreich verteidigt. Zuletzt war das 1996 Borussia Dortmund unter Trainer Ottmar Hitzfeld gelungen. Dank der Tore von Ivan Perisic (23. Minute) und Shinji Kagawa (59.) herrschten nach einer Stunde schon klare Verhältnisse.

          Nebenbei baute die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp, ihren eigenen Ligarekord aus. Sie ist nun seit 26 Punktspielen ungeschlagen. Im Pokalfinale am 12. Mai gegen Bayern München hat der deutsche Meister nun die Chance, sogar das Double zu gewinnen.

          In der ersten Halbzeit geht es fast nur in eine Richtung

          Bayern München hatte das „Vorspiel“ am Nachmittag gegen Werder Bremen gewonnen. Also hatte sich die Frage erledigt, wie die Stimmung im Stadion wohl sein würde, wenn Dortmund schon vor dem Anpfiff Meister gewesen wäre. Es bot sich die Chance, ohne fremde Hilfe mit einem Heimsieg vorzeitig alles klar zu machen - so wie es den Westfalen auch am 32. Spieltag der vergangenen Saison gelungen war.

          Die junge Dortmunder Mannschaft zeigte früh den festen Willen, sich an der Titel-Vorlage aus dem Vorjahr zu orientieren. In der ersten Hälfte ging es fast nur in eine Richtung - mit Ausnahme zweiter Gegenangriffe, die allerdings im Abseits endeten. Eine Fülle von Dortmunder Chancen blieb jedoch ungenutzt.

          Alles bleibt wie es ist: Dortmund holt nach 2011 auch 2012 die Meisterschale Bilderstrecke
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          Dabei tat sich vor allem Shinji Kagawa hervor. Der Japaner kam einem Treffer aber schon nahe, als er den Ball zwar nicht voll traf, die Kugel aber immerhin so ins Rollen brachte, dass sie gegen die Pfosten prallte.

          Den benötigten Volltreffer holte drei Minuten später Perisic nach, der eine Freistoß-Vorlage von Marcel Schmelzer mit dem Kopf ins Tor platzierte. Der Torschütze war für den verletzten Kevin Großkreutz auf den linken Flügel gerückt und nutzte die Gelegenheit zu beweisen, dass er mehr sein kann und will als der Nebendarsteller, der er in seinem ersten Jahr auf der großen Dortmunder Bühne oft gewesen war.

          Schon zur Halbzeit gibt es viel Applaus

          Hätte Verteidiger Mats Hummels eine weitere große Chance genutzt, hätte die Heimelf mit einem stärkeren Gefühl der Sicherheit in die Kabine gehen können. Aber auch der knappe Vorsprung zur Pause brachte den Profis ins Schwarz und Gelb viel Applaus ein.

          Nach dem Seitenwechsel gab der Gladbacher Stürmer Marco Reus, von der nächsten Saison an beim BVB unter Vertrag, einen Warnschuss ab, aber Schmelzer stellte sich ihm vor die Torlinie in den Weg.

          Dortmund tanzt leichtfüßig zum Titel

          Der Linksverteidiger wusste an diesem Abend besonders gut, wann und wo er gebraucht wurde. Mit einem Pass aus der Bedrängnis leitete er jenen Angriff ein, der über Lewandowski letztlich zu Kagawa als Vollstrecker führte. Jürgen Klopp sprintete von der Trainerbank in die Nähe der Eckfahne, um als erster Gratulant zur Stelle zu sein.

          Nach einer Stunde stand das Tor zur Meisterschaft nun weit offen. Die Fans auf der Südtribüne tanzten glückselig BVB-Walzer. Und ihre Mannschaft tanzte leichtfüßig zum Titel. Von der 73. Minute durfte sich auch Mario Götze an der Tanzformation auf dem Rasen beteiligen. Nach vier Monaten Verletzungspause gab er sein Comeback in der Meistermannschaft.

          Borussia Dortmund - Bor. Mönchengladbach 2:0 (1:0)

          Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Gündogan (73. Leitner), Kehl - Blaszczykowski (88. Bender), Kagawa (73. Götze), Perisic - Lewandowski
          Borussie Mönchengladbach: ter Stegen - Stranzl, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Jantschke - Herrmann (64. Ring), Arango (69. Wendt) - Reus, Hanke
          Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
          Zuschauer: 80.720 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Perisic (23.), 2:0 Kagawa (59.)
          Gelbe Karten: Kagawa (1) / Stranzl (5)

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