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2:0 für Nürnberg : Der HSV als Aufbaugegner

Abflug: Cohen (r.) und Eigler jubeln über das 2:0 des „Club” Bild: dpa

Der HSV ist ein dankbarer Gegner für den „Club“: Wie im Hinspiel gewinnen die Nürnberger. Das 2:0 verschafft Luft im Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Hecking beweist ein Händchen für die Jugend. Der Hamburger Kacar sieht Rot.

          Sie waren als zuvor erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde nach Nürnberg gekommen. Doch dem Hamburger SV schien bei der langen Reise ins kalte Franken irgendwo der Treibstoff abhanden gekommen zu sein. Beim 1. FC Nürnberg zeigte der HSV am Samstag abend weder Leidenschaft noch spielerische Klasse. Nachdem die Nürnberger die Müdigkeit nach dem schweren Pokalspiel am Dienstag in Schalke (2:3 nach Verlängerung) erst einmal aus den Beinen und Köpfen geschüttelt hatten, dominierten sie die Partie und gewannen hoch verdient 2:0.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Die Führung besorgte der Belgier Timmy Simons mit einem Elfmeter nach Foul von Torwart Frank Rost gegen Christian Eigler (59. Minute). Dem zweiten Treffer durch einen Nachschuss des Israelis Almog Cohen (70.) gingen eine Rote Karte gegen den Hamburger Gojko Kacar nach einer Notbremse und ein Freistoß von Jens Hegeler voraus, den Rost an die Latte abgewehrt hatte. Nur einmal in der gesamten Partie waren die Hamburger halbwegs gefährlich. Einen Freistoß durch Zé Roberto in der 19. Minute erwischte Simons im Fünfmeterraum mit letztem Einsatz knapp vor Ruud van Nistelrooy und konnte den Ball vor dem torbereiten Torjäger zur Ecke ablenken.

          Die restlichen Torszenen gehörten dem „Club“. Der 18-jährige Markus Mendler, der für den verletzen Gündogan erstmals in die Startformation gerückt war, umkurvte am Strafraumrand zwei Abwehrspieler, doch Rost war schnell genug von seiner Torlinie gestartet, um die Schussmöglichkeit mit seinem Körper abzublocken (27. Minute). Simons kam nach Hegelers Kopfballvorlage zu einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze, den Rost zur Ecke abwehrte (45.).

          Sieg für Nürnberg: Cohen trifft zum 2:0

          Kacar sieht Rot - der HSV kassiert das 0:2

          Die Nürnberger nahmen diesen Schwung mit aus der Pause. In der 59. Minute spielte Mendler einen perfekt dosierten Steilpass auf Eigler, der den Ball knapp vor dem hinausstürzenden Rost erwischte. Rost dagegen erwischte nur das Bein des Nürnbergers, ein Foul, das keine Zweifel an der Berechtigung des folgenden Elfmeters zuließ. Simons übernahm die Aufgabe, an der im letzten Heimspiel, beim 0:1 gegen Mönchengladbach, Javier Pinola gescheitert war, und setzte den Ball, knapp vorbei an den Füßen des zur Seite abgetauchten Rost, in die Mitte des Tores. Trotz dieser glänzenden Aktion wurde der 18-jährige Mendler gleich danach ausgewechselt, aber auch damit bewies Trainer Dieter Hecking ein gutes Händchen für die Jugend.

          Denn der eingewechselte 19-jährige Mak wurde nach 70 Minuten der Auslöser der Szene, die das Spiel endgültig entschied. Beim Versuch, hinter Kacar einen Steilpass zu erlaufen, wurde er von dem Hamburger leicht berührt. Das führte zu einer Roten Karte wegen Notbremse für Kacar - und zu einem Freistoß, der das 2:0 brachte. Torwart Rost wehrte den durch Jens Hegeler nicht sehr gut getroffenen Freistoß mit schwacher Reaktion nur an die Latte, Simons brachte den Abpraller von links schnell wieder vors Tor, wo der Cohen keine Mühe hatte, den Ball über die Linie zu drücken. Die Nürnberger hätten durch den Slowaken Mak beinahe noch das 3:0 erzielt. Und hatten gegen die antriebslosen Hamburger keine Mühe, eine statistische Negativserie zu beenden: Zum ersten Mal seit 16 Spielen blieben sie ohne Gegentor.

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