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2:0 auf Schalke : Die Bayern watschen den Herausforderer ab

  • -Aktualisiert am

Ozapft is: Münchens Müller mit wuchtigem Torjubel Bild: REUTERS

Der FC Schalke hatte sich mal wieder viel vorgenommen – und muss beim 0:2 einsehen, dass der Rekordmeister immer noch weit voraus ist. Kroos und Müller treffen für den Tabellenführer.

          3 Min.

          Die Fußballprofis und die Fans des FC Schalke 04 hatten sich danach gesehnt, endlich mal wieder gegen den FC Bayern München zu gewinnen. Es hatte sie doch mächtig gewurmt, dass sie in den beiden Aufeinandertreffen der vergangenen Saison ohne Chance geblieben waren. Der Wunsch, den Bayern näher zu kommen, bleibt jedoch für‘s erste nur ein Wunsch. Und sogar das Ergebnis lautete genauso wie bei den beiden vorherigen Spielen – wieder gewannen die Münchner 2:0.

          In der ausverkauften Gelsenkirchener Arena trafen diesmal Toni Kroos (55. Minute) und Thomas Müller (58.), die beiden auffälligsten Spieler in einer Bayern-Mannschaft, die sich nach der Pause deutliche Vorteile erarbeitete und mit dem Auswärtssieg vor 61.673 Zuschauern in der ausverkauften Arena die Tabellenspitze behaupteten. Schalke leistete nur im ersten Durchgang Gegenwehr und musste die erste Niederlage in dieser Bundesligasaison hinnehmen, die auch höher hätte ausfallen können.

          Beide Mannschaften hatten sich konzentriert an die Arbeit gemacht. Doch die auffälligen, unverwechselbaren Szenen, die ein Spitzenspiel ausmachen, lieferten sie in der ersten Halbzeit nur ganz vereinzelt. Keiner wollte zu viel riskieren oder sich gar aus der Reserve locken lassen, vor allem die Schalker nicht - wenn sie sich überhaupt in die Offensive wagten, dann überaus kontrolliert. Nach knapp einer Viertelstunde übernahmen die Bayern die Initiative, vermochten sich aber mit ihren Angriffsversuchen auch nicht durchzusetzen. Nur einmal in der ersten Halbzeit wurde es gefährlich im Strafraum des FC Schalke. Mario Mandzukic wusste seine Kopfballchance aber nicht zu nutzen.

          Auf der anderen Seite fassten die Schalker in der Schlussphase des ersten Durchgangs mehr Mut und begannen, mehr Druck auszuüben. In dieser Phase kam auch die Heimelf zu einer guten Torchance. Jefferson Farfan trickste Holger Badstuber, den Linksverteidiger der Bayern, aus und prüfte dann Manuel Neuer, der den Ball mit einer Faust über die Latte lenkte. Der Nationaltorwart ließ sich von den wütenden Pfiffen der Schalke-Fans nicht beeindrucken, die es ihm immer noch übelnehmen, dass er im Sommer des vergangenen Jahres von Gelsenkirchen nach München gewechselt.

          Au Backe: Schalke steht klar im Schatten der Münchner

          Nach dem Seitenwechsel wurden die Bayern energischer und zielstrebiger. Das zahlte sich alsbald aus. Zunächst verfehlte Müller mit einem Kopfball zwar knapp das Ziel, doch dann gelangen dem Flügelspieler zwei Aktionen, die seinen FC Bayern entscheidend voranbrachten. Erst spielte Müller Doppelpass mit Toni Kroos, der den deutschen Rekordmeister in Führung schoss; den nächsten Vollstreckungsauftrag übernahm Müller dann selbst: Er kickte Christian Fuchs die Kugel durch die Beine, nutzte dann die Freiheit, die ihm die gegnerische Abwehr ließ und überwand den erstaunten Torhüter Lars Unnerstall. Nach einer Stunde hatten die Bayern sich eine komfortable Situation geschaffen, die ihnen für gewöhnlich reicht, um ein Spiel zu gewinnen.

          „Deutscher Meister wird nur der FCB!“

          Das müssen auch die Schalker so empfunden haben. Ihre Widerstandskräfte erlahmten zusehends. Und die Münchener kontrollierten Ball, Gegner und Spiel. „Deutscher Meister wird nur der FCB!“ riefen hochzufriedene Bayern-Fans, die weitere Treffer hätten bejubeln können, wenn Müller und Robben im Abschluss mehr Sorgfalt hätten walten lassen. Mit dem Vorsprung im Rücken wirkten die Bayern souverän. Es fiel gar nicht groß auf, dass Franck Ribéry wegen einer Oberschenkelverletzung fehlte und Javier Martinez, der teuerste Einkauf der Bundesligageschichte, zunächst auf der Ersatzbank geblieben war. Im zentralen defensiven Mittelfeld erhielt der zuletzt starke Luiz Gustavo den Vorzug vor Martinez für die Position neben Bastian Schweinsteiger. Die Lücke, die Ribéry hinterlassen hatte, schloss Trainer Jupp Heynckes, indem er Arjen Robben vom rechten auf den linken Flügel zog, Müller für die rechte Seite einteilte und Kroos ins Zentrum schickte. Und auf der Tribüne freute sich Joachim Löw über den Auftritt von Bastian Schweinsteiger: „Er strahlt unglaublich starke Präsenz aus, er ist die Persönlichkeit auf dem Platz, immer anspielbar, er bewegt sich gut ohne Ball. Man merkt bei ihm jetzt irgendwie: Er hat die Freunde am Spiel wieder“, sagte der Bundestrainer.

          Bilderstrecke

          In der Schlussphase wurde auch auf dem Rasen deutlich, wie viele Optionen Heynckes besitzt. In der 70. Minute brachte er Martinez für den Stürmer Mandzukic und beorderte seinen besten Mann Thomas Müller in die Sturmspitze. Auch Schalkes Cheftrainer Huub Stevens versuchte es noch mit frischen Kräften, aber Ibrahim Afellay, der Zugang aus Barcelona, und Tranquillo Barnetta zeigten sich außerstande, der Offensive für den Endspurt frische Impulse zu geben. Die Münchner brachten die Partie so ohne große Mühe zu Ende – so wie man es von vielen früheren Bayern-Generationen kennt. Schalke indes fehlte es abermals an Mut und wohl auch an Klasse, um den Favoriten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

          FC Schalke 04 - Bayern München 0:2 (0:0)

           FC Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Neustädter, Jones (78. Höger) - Farfán, Holtby (62. Barnetta), Draxler (63. Afellay) - Huntelaar
          Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Badstuber - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Robben (84. Shaqiri) - Mandzukic (70. Javi Martínez)
          Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
          Zuschauer: 61 673 (ausverkauft)
          Tore: 0:1 Kroos (55.), 0:2 Müller (58.)
          Gelbe Karten: Fuchs (1), Matip (1) / -

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