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Hoffenheims Fußball-Mäzen : Das andere Leben des Dietmar Hopp

Der Förderer: Dietmar Hopp, 75 Jahre alt, wurde durch sein Mäzenatentum in Hoffenheim zu einem bekannten Mann in Deutschland. Bild: Getty

Zuletzt traf Dietmar Hopp sich mit Spielern. Wenn Hoffenheim gegen den HSV verliert, wird Trainer Markus Gisdol wohl gehen müssen. Das ist der Fußball-Alltag. Aber es gibt für Hopp noch ein anderes Leben – ohne Ablehnung.

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          In einer Woche wird Dietmar Hopp Ehrenbürger seiner Heimatstadt. Die Feier findet in Sinsheim in einer Sporthalle statt. Es ist Hopps dritte Ehrenbürgerschaft. Nach Walldorf, wo SAP entstand. Und St. Leon-Rot, wo seine Golfanlage steht. „Vor fünf Jahren hatte ich mir eigentlich vorgenommen, keine Ehrungen mehr anzunehmen“, sagt Hopp. Er sitzt an einem der letzten schönen Tage des Jahres im Besprechungszimmer des Golfklubs. Später geht er noch mal eine Stunde mit dem Golflehrer auf den Platz.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          „Ich wollte damals auch nichts wesentlich Neues mehr anfangen. Ich hatte mich in den Jahren zuvor übernommen. Und deswegen sitze ich auch heute noch in aller Regel bis um 23 Uhr vor meinem Bildschirm.“ Hopp ist in diesem Frühjahr 75 Jahre alt geworden, und das Alter spürt er. Seine Stiftung besteht im Dezember zwanzig Jahre. Sie entwickelt und fördert wunderbare Projekte in der Region. Zu einem populären Mann wurde Hopp in Deutschland jedoch durch den Fußball, durch sein Mäzenatentum in Hoffenheim.

          Die Diskrepanz könnte dabei kaum größer sein: Einerseits entwickelt und unterstützt er mit seiner Stiftung vorbildlich und nachhaltig Tausende Kinder und Jugendliche, kranke und behinderte Menschen, sozial Benachteiligte. Auf der anderen Seite pumpt er seit vielen Jahren Zigmillionen in eine von Selbstsucht, Habgier und Korruption getriebene und in der Spitze verrottete Branche. Niemand in Deutschland, außer Konzernen, hat jemals mehr Geld gegeben. Wie passt das zusammen?

          Oder besser: Wie geht das nach so vielen Jahren immer noch zusammen für Dietmar Hopp, wo die dunkle Seite des Fußballs mittlerweile eine ganze Sportart beschädigt, in die er trotzdem unverdrossen privates Geld steckt? „Ich ärgere mich, dass mein Engagement im Fußball die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht“, sagt er. „Fußball hatte eigentlich der Spaßfaktor in meinem Leben sein sollen. Aber er bringt hässliche Erscheinungen mit sich. Aber Fußball ist auch nicht mein Leben, sondern nur ein Ausschnitt.“

          Unter Golffreunden: Hopp mit Uschi Glas.

          Im Gespräch über seine verschiedenen Engagements und die unterschiedlichen Motivationen nennt Hopp von sich aus keinen einzigen Namen eines Profis oder Trainers. Namentlich schwärmt er nur von Wissenschaftlern und Medizinern, die den Krebs bekämpfen. Oder in der Biotech-Branche an Impfstoffen arbeiten, gegen Alzheimer, Ebola oder Tollwut. Ganz schnell ist er beim Nobelpreis.

          Etwas später, nach der Niederlage von Hoffenheim in Wolfsburg und dem Abrutschen auf eine Abstiegsplatz rückte wieder Hopps Fußball-Engagement in den Mittelpunkt des Interesses. Er traf sich mit Spielern, und wenn das Team an diesem Freitag gegen den Hamburger SV verliert (20.30 Uhr / Live bei Sky und im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET), wird Trainer Gisdol wohl gehen müssen. Das ist der Fußball-Alltag.

          Das Stiftungskapital der Hopp-Stiftung beträgt 4,5 Milliarden Euro. Hopp, einer der reichsten Menschen des Landes, hat darin 70 Prozent seiner SAP-Aktien eingestellt. Vor allem aus den Dividenden des von ihm mitgegründeten Softwareunternehmens kommen in der extremen Niedrigzinsphase, die vielen Stiftungen derzeit das Leben schwermacht, die Ausschüttungen. Und so stehen zwei imposante Zahlen für die zwei Seiten von Hopps Engagement: 500 und 350 Millionen.

          Keine gute Bilanz für den Fußball

          „Die Stiftung hat bisher insgesamt 500 Millionen Euro ausgeschüttet. 1996 lag die Größenordnung bei 1,5 Millionen im Jahr, das hat sich auf jetzt 60 bis 70 Millionen im Jahr gesteigert. Die Stiftung hat mir viel Freude gemacht und viel Befriedigung verschafft. Ich habe einen Gutteil meines Vermögens abgegeben. Das habe ich noch zu keinem Zeitpunkt bereut“, sagt Hopp.

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