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Zweite Bundesliga : Der einst große 1. FC Nürnberg taumelt am Abgrund

  • Aktualisiert am

Nürnbergs Torwart Christian Mathenia möchte am liebsten gar nicht mehr hinsehen. Bild: Picture-Alliance

Der „Club“ steckt tief im Schlamassel in der zweiten Bundesliga: Eine Niederlage in Wiesbaden und der Abstieg kommt immer näher. Die Folgen für den einst so ruhmreichen Verein wären immens.

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          Die Miene von Jens Keller war der Situation seiner Mannschaft angemessen. Der Trainer des 1. FC Nürnberg blickte dermaßen ernst drein, als sei der Abstieg schon nicht mehr zu verhindern. Ganz so weit ist es noch nicht, aber der „Club“ meldet sich vor dem „Endspiel“ beim SV Wehen Wiesbaden mal wieder vom Abgrund. Und so sagte Keller: „Wir müssen über die Grenzen gehen. Das habe ich der Mannschaft vermittelt und lebe es ihr auch vor. Ich gehe mit breiter Brust vorneweg.“

          2. Bundesliga

          Das klang eher wie das Pfeifen im Walde angesichts des drohenden zweiten Abstiegs in die dritte Liga nach 1996. Vor den letzten drei Saisonspielen hat der „Club„ 33 Punkte, liegt auf Relegationsrang 16, punktgleich mit dem Karlsruher SC auf Platz 15. Am Dienstag (18.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) aber könnten die Franken nur noch Vorletzter sein: Bei einer Pleite bei Wehen Wiesbaden, 31 Punkte, Rang 17. „Wir gehen dahin, um das Spiel zu gewinnen, aber wir werden nicht ins offene Messer laufen“, sagt Keller.

          Es ist ja nicht so, dass sich das Unheil nicht abgezeichnet hätte. Als nach dem 13. Spieltag Sportvorstand Robert Palikucas Wunschtrainer Damir Canadi gehen musste, war der „Club“ gerade auf Tabellenplatz 14 abgerutscht, erholt hat er sich in den seitdem 18 Spielen nie, im Gegenteil: Nur vier Siege gelangen unter Keller, nur einer in den vergangenen zehn Spielen – und keiner nach der Corona-Zwangspause. Tatsächlich hat der Trainerwechsel Mitte November genau nichts gebracht.

          „Es gibt Situationen, in denen man auf dem Boden liegt. Ich bin aber in meinem Leben immer aufgestanden, und so werden wir jetzt auch aufstehen“, behauptete Keller nach der Niederlage am Samstag im 266. Derby gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth (0:1). Diesen Optimismus hat er freilich schon in der vergangenen Saison verbreitet – und scheiterte dennoch beim Vorhaben, den FC Ingolstadt zu retten. Nach zwölf Spielen und sechs Runden vor Schluss wurde er entlassen, die Schanzer stiegen ab.

          Aber so schlimm wird's ja nicht kommen, oder? „Wir werden das stoppen“, versichert Palikuca. Wirklich? Palikuca hat in seinem ersten Jahr nicht überzeugt. Sicher ist deshalb nur eines, wie die „Nürnberger Nachrichten“ vor den drei abschließenden Spielen in Wiesbaden, gegen Stuttgart und in Kiel betrübt feststellten: Bei einem Abstieg in die dritten Liga „wären Palikuca, Keller, die Mannschaft und auch Teile des Aufsichtsrats Vergangenheit – der ganze 'Club', wie man ihn bisher kannte, auch.“

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