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0:1 gegen Frankfurt : Nächster Kölner Ärger über Videobeweis

  • Aktualisiert am

Wieder ist Köln nicht einverstanden mit Schiedsrichter-Entscheidungen. Bild: dpa

Nach der Aufregung von Dortmund gibt es schon wieder Unmut beim FC. Frankfurt nutzt einen umstrittenen Strafstoß zum Sieg. Auf der anderen Seite erhalten die Kölner keinen Elfmeter.

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          Nächste Niederlage, nächster Ärger über den Video-Schiedsrichter: Der 1. FC Köln hat durch die fünfte Pleite am fünften Spieltag den zweitschlechtesten Start der Bundesliga-Historie hingelegt. Beim 0:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt spielten drei Tage nach dem irregulären Tor beim 0:5 in Dortmund neben Unvermögen wieder einmal Pech und strittige Entscheidungen eine Rolle. Der Foulelfmeter, den Sebastien Haller (21.) zum Siegtreffer für Frankfurt nutzte, war äußerst strittig. Den Kölnern wurde dagegen nach einem Foul an Leonardo Bittencourt ein möglicher Strafstoß verweigert (33.). Video-Schiedsrichter Wolfgang Stark griff in beiden Fällen nicht ein, weil er offenbar keine klare Fehl-Entscheidung von Bundesliga-Debütant Martin Petersen sah.

          Bundesliga

          So bleiben die Rheinländer mit 0 Punkten und 1:13 Toren Letzter. Eine schlechtere Ausbeute nach fünf Spieltagen hatte in der Bundesliga nur der Karlsruher SC gleich in der ersten Spielzeit 1963/64 mit 0 Punkten und 2:17 Toren. Frankfurt, das erstmals seit 1994 in Köln gewann, arbeitete sich mit sieben Zählern ins Mittelfeld vor. „Es ist bitter, wie es zur Zeit für uns läuft. Sogar der Gegenspieler sagt, dass es kein Elfmeter war und rechnet mit dem Videobeweis. Aber in unserer Situation zeigt der Schiedsrichter einfach auf den Punkt“, sagte Leonardo Bittencourt über die entscheidende Szene der Partie. Abwehrspieler Dominique Heintz fügte hinzu: „Wenn es blöd läuft, läuft einfach alles blöd. Wir haben die Kacke am Fuß.“

          Vor 49.000 Zuschauern im Rheinenergie-Stadion wurde es schnell hitzig. Als der Frankfurter Mijat Gacinovic in der 21. Minute im Strafraum zu Fall kam, entschied Referee Petersen (Stuttgart) bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz sofort auf Foulelfmeter. Kölns Torhüter Timo Horn hatte Gacinovic allerdings offenbar gar nicht entscheidend getroffen, entsprechend umstritten war der Pfiff des 32-Jährigen. Der Franzose Haller nahm das Geschenk an und verwandelte. Köln kassierte damit im dritten Spiel hintereinander ein Gegentor durch einen Elfmeter. Frankfurt musste zwar weiterhin auf den ersten Saisontreffer aus dem Spiel heraus warten, führte aber nicht unverdient.

          Das wollte der FC eigentlich unbedingt verhindern. Trainer Peter Stöger hatte seine Abwehrkette nach der deftigen Pleite in Dortmund auf drei von vier Positionen umgestellt. Bei den Frankfurtern nahm Coach Niko Kovac im Vergleich zum 1:2 gegen den FC Augsburg drei Wechsel vor und stellte erstmals in dieser Saison sein System von 3-5-2 auf 4-2-3-1 um.

          Kölns Trainer Stöger hatte es nicht leicht an der Seitenlinie. Bilderstrecke

          Nach dem Spiel in Dortmund hatten die Kölner sogar einen Protest angekündigt, da das nach Eingriff des Video-Schiedsrichters gefallene 0:2 irregulär gewesen war. Da der Einspruch aufgrund der DFB-Regularien kaum eine Chance gehabt hätte, verzichtete der FC. Aufregung gab es auch am Mittwochabend. Nach einem Stoß in den Rücken von Frankfurts Simon Falette gegen Bittencourt hätte es einen Elfmeter für Köln geben können, doch ein Pfiff blieb aus. „Ich habe die Bilder gerade nochmal im TV gesehen: Das ist wirklich unfassbar“, sagte FC-Torhüter Timo Horn: „Da fühlt man sich wie im falschen Film.“ Sein Trainer Stöger meinte: „Über den Videobeweis möchte ich heute nicht sprechen. Vielleicht morgen. Heute nicht. Nach der Pause haben wir gesagt, dass wir uns auf unser Spiel konzentrieren müssen. Für uns heißt es nun, uns auf das Spiel am Sonntag vorzubereiten und unsere Fehler abzustellen.“

          Insgesamt war das spielerische Niveau schwach, beide Mannschaften zeigten im Kellerduell große Defizite im Spielaufbau. Köln mühte sich sehr lange vergeblich um ein strukturiertes Spiel und wurde höchstens durch Jhon Cordoba gefährlich. Das änderte sich erst nach einer guten Stunde, die beste Chance hatte Yuya Osako (78.), der aus kurzer Distanz verzog. Insgesamt waren die Gastgeber offensiv aber zu harmlos. Auch die Eintracht erspielte sich zu wenig Chancen. „Es war kein hochklassiges Spiel. Und der Sieg war etwas glücklich. In den Partien davor haben wir besser gespielt, aber das Glück fehlte. Dieses Mal war es andersrum. Wir sind froh über die drei Punkte“, sagte Eintracht-Coach Niko Kovac.

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