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1. FC Köln : Der schwierige Anfang des neuen Trainers

  • -Aktualisiert am

Dort geht es lang: Kölns neuer Trainer Markus Anfang. Bild: EPA

Der 1. FC Köln mischt vorne mit in der zweiten Liga. Doch vor dem Topspiel beim HSV ist die Laune nicht die beste. Und die Herzen der Fans hat der neue Trainer Anfang auch noch nicht erobert.

          Seit drei Spielen hat der 1. FC Köln in der Liga nicht mehr gewonnen, am Mittwoch folgte die Pokalniederlage gegen den FC Schalke 04 im Elfmeterschießen, und das heimische Publikum leidet besonders unter der schwierigen Phase. Lediglich zwei von sechs Spielen in Müngersdorf beendeten die Kölner als Sieger, für ein Spitzenteam ist das nach einem Saisondrittel eine sehr magere Bilanz, die zu den Hauptgründen dafür zählt, dass in Köln trotz des Aufstiegsplatzes gezweifelt wird. Gezweifelt auch, weil der neue Cheftrainer noch nicht wirkt, als wäre er vollends in Köln angekommen – und das, obwohl Markus Anfang doch in Köln geboren ist und deshalb als nahezu perfekte Lösung galt, als er im Sommer von Holstein Kiel in seine Heimatstadt wechselte.

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          Die Herzen der Fans hat Anfang seitdem noch nicht erobert, und mancher ist von den Prophezeiungen einer großen Trainerkarriere, wie sie etwa aus dem Kieler Umfeld kommen, nicht überzeugt. Anfangs Vorgänger wie der Österreicher Peter Stöger und der Hamburger Holger Stanislawski waren sehr beliebt, genossen das Leben und die Vorzüge der Stadt. Der Neue hingegen gilt als verbissen, mitunter barsch. Er unterhält die Leute nicht mit Humor und Lockerheit, der 44 Jahre alte Anfang muss die Menschen mit Erfolgen für sich gewinnen. Zumal er in seiner aktiven Karriere für viele Klubs spielte, die im Kölner Fußballweltbild zu den Bösen zählen: Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, Schalke 04. Seine Zeit als Jugendspieler beim KSV Heimersdorf am nördlichen Kölner Stadtrand hilft ihm da auch nicht weiter. Für den großen „Effzeh“ hat er nie gespielt.

          Eine Trainerdiskussion wird aber nicht geführt, dazu sieht die Tabelle noch zu gut aus. Zudem ist Sportchef Armin Veh fest von Anfang überzeugt, immer wieder betonen die beiden, wie eng und vertrauensvoll die Zusammenarbeit ist. Und das Saisonkonzept ist eigentlich schlüssig. Im Gegensatz zum HSV, wo der inzwischen entlassene Trainer Christian Titz ein eher junges Team mit großer Perspektive formen wollte, haben Veh und Anfang in Köln einen Kader mit Spielern zusammengestellt, die die Widerstände der zweiten Liga kennen. Lasse Sobiech kam aus St. Pauli, Rafael Czichos und Dominick Draxler aus Kiel, und Simon Terodde ist der beste Zweitligastürmer der jüngeren Vergangenheit. Hinzu kommen Urkölner wie Marcel Risse, Marco Höger und Timo Horn, die sowieso immer voller Leidenschaft spielen, und mit Louis Schaub ein hoch interessantes Offensivtalent. Die Lokalzeitungen feiern den jungen Österreicher schon als „kölschen Arjen Robben“ und „Mini-Götze“.

          Jetzt muss diese Mannschaft aber noch ihre Balance zwischen Offensive und Defensive finden und richtig ins Rollen kommen. Für sich genommen würde eine Niederlage in Hamburg an diesem Montag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) der Mannschaft sicher noch verziehen werden, aber der Sturz aus den Aufstiegsrängen würde zweifellos für eine gewisse Unruhe sorgen.

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