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Groteske in 2. Bundesliga : Bock auf Chaos beim 1. FC Köln

  • -Aktualisiert am

Es ist zum Davonlaufen: Geißbock Hennes VIII Bild: Picture-Alliance

Es ist eine kölsche Groteske: Der „Effzeh“ steckt just vor dem möglichen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga mitten in einem Prozess der Selbstzerfleischung. Und die Schlammschlacht ist noch lange nicht vorbei.

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          Die Zunge von Armin Veh wird ihre bayerisch-schwäbische Herkunft wohl nie ganz verbergen können. Das R rollt, Vokale werden nasaliert, aber einen zentralen Wesenszug der Menschen an seinem derzeitigen Arbeitsplatz hat der Sportchef des 1. FC Köln bestens verstanden. Kölner sind etwas sonderbar und dabei ziemlich stolz auf ihre Eigenarten. Der „Jeck“ ist ein lokales Ideal, insofern schmeichelt Veh der FC-Seele sogar, wenn er wie am vorigen Montag lächelnd darauf hinweist, dass „kein Mensch außerhalb Kölns verstehen kann“, warum der Klub Trainer Markus Anfang entlassen hat. Einen Trainer, der mitreißenden Offensivfußball spielen lässt, der an der Spitze der Zweiten Bundesliga und unmittelbar vor dem Aufstieg in die Bundesliga stand. Sie sind eben ein bisschen verrückt dort am Rhein. An diesem Montag (20.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) soll nun Interimscoach André Pawlak bei seinem Debüt in Fürth den einen noch zur Rückkehr ins Oberhaus fehlenden Punkt einspielen, der nur noch nötig ist nach der grotesken Niederlagenserie sämtlicher Verfolger vom Tabellenzweiten Union Berlin bis hinunter zu Jahn Regensburg auf Rang neun am vergangenen Wochenende. Aber die Sache mit der Neigung zur Exzentrik wird dann nicht aus der Welt sein. Selbst Eingeborenen fällt es derzeit schwer, diesen Verein zu verstehen.

          2. Bundesliga

          Trotz der schönen Erfolge steckt der Effzeh in einem Prozess der Selbstzerfleischung, der immer mehr Fahrt aufnimmt, je näher der Aufstieg rückt. Die Trennung von Anfang wurde vor dem Hintergrund der vielen anderen Konfliktherde eher schulterzuckend zur Kenntnis genommen, es geht um viel größere Fragen: um Einfluss, um Kontrolle, um Kränkungen, Eitelkeiten, um erkaltete zwischenmenschliche Beziehungen, um Vereinsdemokratie und die Zukunft dieses Klubs als modernes Fußballunternehmen. Lakonisch konstatiert die Zeitung „Express“ in der vergangenen Woche, dass es „beim 1. FC Köln derzeit kaum jemanden gibt, der keine Politik macht. Gremien, Funktionsträger, Mitarbeiter, Ultras, Fanklubs und – so viel Ehrlichkeit muss sein – auch Journalisten haben ihre Meinungen und ihre Agenda zur Vereinszukunft.“ Was ist da los?

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