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1. FC Köln : Solbakken entlassen, Schaefer übernimmt

Et es wie et es: Solbakken muss gehen Bild: dpa

Nun also doch: Der 1. FC Köln, in der Fußball-Bundesliga seit Wochen erfolglos, hat sich von Trainer Stale Solbakken getrennt. Damit versuchen die Rheinländer den sportlichen Abstieg zu verhindern. Vorerst übernimmt Frank Schaefer

          2 Min.

          An diesem Freitag werden es die Spieler des 1. FC Köln wieder mit einem alten Bekannten zu tun bekommen. Wenn die Fußballprofis des akut abstiegsgefährdeten Bundesligaklubs zum Training am Geißbockheim auflaufen, wird dort Frank Schaefer warten. Also jener Mann, der in der vergangenen Saison schon einmal als Nothelfer einsprang, als er Zvonimir Soldo ablöste, nach anfänglichem Erfolg aber sechs Monate später das Handtuch warf, weil sich mit dem zum Sportdirektor bestellten Volker Finke überwarf und meinte, der Mannschaft nicht mehr helfen zu können.

          Diesmal folgt Schaefer auf Stale Solbakken, der am Donnerstagabend, zwei Tage nach der Kölner 0:4-Niederlage beim FSV Mainz 05, von der FC-Führung beurlaubt wurde. „Ein bedauerlicher, aber zu diesem Zeitpunkt unausweichlicher Schritt“, sagte Werner Wolf, Vorsitzender des FC-Verwaltungsrates, zu der Entscheidung, sich vier Runden vor Saisonschluss vom Norweger zu trennen: „Unser Team braucht jetzt erkennbar neue Impulse für den Abstiegskampf.“ Derzeit stehen die Kölner auf dem Relegationsplatz 16.

          Et kütt wie et kütt: Schaefer übernimmt

          Der vor Saisonbeginn verpflichtete Solbakken hatte in den vergangenen Tagen vieles versucht, um den Abwärtstrend zu stoppen. Vor dem Heimspiel am vorigen Samstag gegen Werder Bremen hatte er vier Spieler – darunter den langjährigen Kölner Toptorjäger Milivoje Novakovic – aus dem Kader gestrichen, hatte sich mit der Kernmannschaft in einem Trainingslager verschanzt und viele Gespräche geführt. Als die Kölner Elf beim anschließenden 1:1 gegen Bremen wieder etwas lebhafter spielte als zuvor, schien Solbakkens heißer Trainerstuhl einen Tick abgekühlt. Doch nach dem abermaligen Zusammenbruch der Rheinländer in Mainz sah sich die Vereinsführung zum Handeln gezwungen.

          „Die positiven Ansätze aus der Vorbereitung auf das Spiel gegen Bremen haben nach einer insgesamt unbefriedigenden Rückrunde keine nachhaltige Wirkung gezeigt“, sagte Verwaltungsratschef Wolf. Am Donnerstag hatte Solbakken noch das Training geleitet – nicht wissend, dass es sich um seine Abschlussarbeit handeln würde. Nun also wieder Schaefer. Der 48-Jährige, der seit vielen Jahren beim FC arbeitet und zuletzt als Nachwuchskoordinator tätig war, hat „jetzt den Auftrag, alle Reserven zu mobilisieren, um mit der Mannschaft die notwendigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen“, wie es FC-Geschäftsführer Claus Horstmann formulierte.

          Exakt fünfzig Wochen nach dem Ende seiner ersten Mission soll Schaefer dem Team, dem er damals keine Impulse mehr geben konnte, wieder Beine machen. Der neue alte Feuerwehrmann ist in Köln äußerst beliebt; auch Führungsspieler wie Lukas Podolski, der schon als Jugendlicher unter seiner Leitung trainierte, und Torhüter Michael Rensing wissen den Trainer seit jeher zu schätzen. „Er hat ein unheimliches Fußballfachwissen, ist absolut geradeaus und motiviert sehr gut“, sagte Rensing während der ersten gemeinsamen Monate. Das erste Spiel nach seiner Rückkehr auf die Cheftrainerbank wird ein echter Höhepunkt für den gebürtigen Kölner Schaefer: Am Sonntag tritt der FC zum rheinischen Derby bei Borussia Mönchengladbach an.

          Die Chef-Trainer des 1. FC Köln seit 1963

          Georg Knöpfle 01.07.63 - 30.06.66
          Willi Multhaup 01.07.66 - 30.06.68
          Hans Merkle 01.07.68 - 30.06.70

          Ernst Ocwirk 01.07.70 - 30.06.71
          Gyula Lóránt 01.07.71 - 04.04.72
          Rolf Herings 05.04.72 - 30.06.72
          Rudolf Schlott 01.07.72 - 16.09.73
          Volker Kottmann 04.12.72 - 11.12.72
          Zlatko Cajkovski 17.09.73 - 12.12.75
          Georg Stollenwerk 01.01.76 - 30.06.76
          Hennes Weisweiler 01.07.76 - 15.04.80
          Karl-Heinz Heddergott 16.04.80 - 13.10.80
          Rolf Herings 14.10.80 - 16.10.80
          Rinus Michels 17.10.80 - 23.08.83
          Hannes Löhr 24.08.83 - 06.02.86
          Georg Keßler 07.02.86 - 22.09.86
          Christoph Daum 23.09.86 - 28.06.90
          Erich Rutemöller 29.06.90 - 23.08.91
          Udo Lattek 24.08.91 - 03.09.91
          Hannes Linssen 04.09.91 - 09.09.91
          Jörg Berger 10.09.91 - 27.02.93
          Wolfgang Jerat 28.02.93 - 28.04.93
          Morten Olsen 29.04.93 - 26.08.95
          Stephan Engels 27.08.95 - 31.03.96
          Peter Neururer 01.04.96 - 30.09.97
          Lorenz-Günther Köstner 01.10.97 - 30.06.98
          Bernd Schuster 01.07.98 - 30.06.99
          Ewald Lienen 01.07.99 - 27.01.02
          Christoph John 28.01.02 - 13.02.02
          Friedhelm Funkel 14.02.02 - 30.10.03
          Jos Luhukay 31.10.03 - 01.11.03
          Marcel Koller 02.11.03 - 14.06.04
          Huub Stevens 15.06.04 - 30.06.05
          Uwe Rapolder 01.07.05 - 18.12.05
          Hanspeter Latour 03.01.06 - 09.11.06
          Holger Gehrke 09.11.06 - 26.11.06
          Christoph Daum 27.11.06 - 30.06.09
          Zvonimir Soldo 01.07.09 - 24.10.10
          Frank Schaefer 24.10.10 - 27.04.11
          Volker Finke 27.04.11 - 30.06.11
          Ståle Solbakken 01.07.11 - 12.04.12
          Frank Schaefer seit 12.04.12

          (Fett: Trainer, die länger als ein Jahr im Amt waren)

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