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1. FC Köln : Schaefer geht und bleibt

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Frank Schaefer: „Aufgrund der letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass ich den Verein belaste” Bild: dpa

Frank Schaefer hört aus persönlichen Gründen zum Saisonende als Bundesligatrainer beim 1. FC Köln auf, will dem FC aber in noch ungeklärter Funktion erhalten bleiben. Wer sein Nachfolger wird, ist offen. Sportdirektor Finke wird es nicht.

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          Nach der freiwilligen Demission von Frank Schaefer muss sich der 1. FC Köln zum Sommer einen neuen Cheftrainer suchen. „Das ist mir nicht leicht gefallen, aber in der jetzigen Situation die richtige Entscheidung. Aufgrund der letzten Tage hatte ich das Gefühl, dass ich den Verein belaste“, begründete der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer am Dienstag bei einer kurzfristig angesetzten Pressekonferenz seinen Ausstieg aus dem Profigeschäft zum Saisonende. Zuvor hatte Schaefer das Team nach dem Vormittagstraining darüber informiert, dass er seine Arbeit mit der Lizenzspielermannschaft nicht fortsetzen werde.

          Die Verantwortlichen des Bundesligaklubs zeigten sich mehr oder weniger überrascht vom Rückzug des bei den Fans und im Team äußerst beliebten Trainers. „Das ist eine sehr mutige und außergewöhnliche Entscheidung“, befand Sportdirektor Volker Finke, der sein Comeback als Trainer erneut ausschloss. Präsident Wolfgang Overath sagte, dass er nach einem langen Gespräch mit Schaefer in der Vorwoche nicht den Eindruck gehabt habe, dass der Trainer schon eine Entscheidung getroffen hatte.

          Skibbe als Nachfolger gehandelt

          Schaefer betonte, dass sein Rückzug aus „persönlichen Gründen“ erfolgt sei. Die Arbeit sei sehr intensiv gewesen und habe viel Kraft gekostet, meinte der FC-Coach. Allerdings scheint ein Vorgang aus der Vorwoche seine Entscheidung beeinflusst zu haben. „In der vergangenen Woche sind Dinge aus der Mannschaftssitzung in die Öffentlichkeit gelangt. Das geht nicht, das darf nicht sein. Das hat die Arbeit erschwert“, sagte Schaefer. Nun seien die FC-Profis gefragt. „Ich sehe das als letzte Möglichkeit. Die Spieler müssen jetzt den Tunnelblick aufnehmen und den Fokus auf die restlichen Spiele setzen.“ Mit 35 Punkten und sechs Zählern Vorsprung auf den 16. Platz bei noch vier ausstehenden Spielen ist der Klassenverbleib noch nicht geschafft.

          Abgang als Bundesligatrainer aus persönlichen Gründen, aber dem Verein wird er in anderer Funktion erhalten bleiben

          Als Nachfolger für das Bundesligateam wird auch der frühere Frankfurter Michael Skibbe gehandelt. Finke betonte zuletzt, dass es weder Kontakte noch Planungen in diese Richtung gegeben habe. „Wir haben den Bedarf nicht gesehen, weil wir davon ausgegangen sind, dass Schaefer nach dem Klassenverbleib seinen Vertrag verlängert“, sagte der Kölner Sportdirektor. Eine eigene Rückkehr auf den Trainingsplatz schließt der frühere Freiburger Coach aus. „Ich habe für mich diese grundsätzliche Entscheidung getroffen, nicht mehr täglich auf dem Platz zu arbeiten.“

          „Ich werde dem Verein treubleiben“

          Schaefer, der seit 1982 mit nur kurzer Unterbrechung als Junioren- und Co-Trainer für den 1. FC Köln tätig ist, hat den Club als Nachfolger des glücklosen Zvonimir Soldo wieder zum Erfolg geführt. Von 21 Spielen seit dem 24. Oktober 2010 gewannen die „Geißböcke“ unter dem neuen Coach neun Partien, drei endeten remis und in neun Begegnungen unterlagen die Kölner. Zuletzt gelang dem Club eine Siegesserie von sieben Spielen vor heimischem Publikum, erst am vergangenen Wochenende verloren die Kölner erstmals wieder ein Heimspiel gegen den VfB Stuttgart.

          Schaefer wird dem Club auf jeden Fall erhalten bleiben. „Ich werde dem Verein treubleiben“, sagte er. In welcher Funktion, ob als U 23-Coach, Nachwuchskoordinator oder im Juniorenbereich, soll sich nach der Saison klären.

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