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1.FC Köln : Schaefer geht doch sofort - Finke übernimmt

  • Aktualisiert am

Zurück auf die Trainerbank: Volker Finke (l., neben Sportpsychologe Andreas Marlovits am vergangenen Samstag in Wolfsburg) Bild: dapd

Der 1. FC Köln reiht sich ein in die Riege der Bundesligaklubs, die in dieser Saison bereits das zweite Mal ihren Trainer wechseln: Frank Schaefer hat seinen Rücktritt erklärt, Sportdirektor Volker Finke soll nun den drohenden Abstieg verhindern.

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          Also doch! Nach fast sechs Jahren kehrt Volker Finke als Chefcoach in die Fußball-Bundesliga zurück. Dabei hatte der mittlerweile 63 Jahre alte ehemalige Studienrat für Mathematik und Sport noch in den vergangenen Tagen eine Rückkehr auf die Trainerbank kategorisch ausgeschlossen. „Ich habe für mich diese grundsätzliche Entscheidung getroffen, nicht mehr täglich auf dem Platz zu arbeiten“, sagte der beim 1. FC Köln am 1. Februar als Sportdirektor eingestellte Finke.

          Mit der Entscheidung, als Interimscoach die Nachfolge von Frank Schaefer anzutreten, spielt der langjährige Freiburger Chefcoach seinen Kritikern in die Karten. Die hatten orakelt, Finkes Trainer-Comeback sei letztlich nur eine Frage der Zeit. Vor allem nach den Vorwürfen der vergangenen Wochen, der Sportdirektor habe sich in die Trainingsarbeit eingemischt und damit die Autorität Schaefers untergraben, deutete vieles darauf hin, dass der Sportdirektor noch einmal die Seiten wechseln wolle.

          Auch die Tatsache, dass Finke ohne Not den Glauben des religiösen Cheftrainers öffentlich thematisierte, deutete nicht mehr auf ein harmonisches Verhältnis zwischen dem neuen FC-Sportdirektor und Schaefer hin. Finke dementierte stets, fühlte sich von den Medien falsch verstanden und betonte, dass man mit Schaefer gerne weiter gearbeitet hätte.

          Sofortiger Rückzug: Frank Schaefer (m.)

          Der Vorsatz hält nicht lange

          In einer vom Klub veröffentlichen Erklärung sagte Finke, er sei vom Vorstand und der Geschäftsführung gebeten worden, kurzfristig und von sofort an die Mannschaft zu übernehmen. „Ich habe zwar immer betont, dass ich nicht auf den Trainerstuhl zurückkehren werde, aber in dieser außergewöhnlichen Situation gilt es, alle Kräfte zu bündeln. Meine Aufgabe bezieht sich lediglich auf die restlichen Spiele dieser Saison. Danach werde ich wieder ausschließlich das Amt des Sportdirektor ausüben“, sagte Finke, der bis 2013 bei den Rheinländern unter Vertrag steht.

          Mit der Rückkehr auf die Bank hat die Liga ihren Rekordhalter und einen der eigenwilligsten Trainer im deutschen Profifußball zurück. Finke hat 16 Jahre lang den SC Freiburg trainiert - länger als jeder andere Bundesligatrainer bei einem Klub war. Dort war der 63 Jahre alte Fußballlehrer aus Nienburg an der Weser Mädchen für alles und Mitbegründer der Freiburger Fußballschule. Nach seinem nicht ganz zweijährigen Engagement beim japanischen Erstligisten Urawa Red Diamonds sollte eigentlich Schluss sein mit der Trainingsarbeit. Doch dieser Vorsatz hielt nicht lange.

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