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Nachdenklich und selbstkritisch: Köln-Trainer Steffen Baumgart Bild: dpa

Köln nach 0:5 in Hoffenheim : „Haben den Arsch vollbekommen“

  • Aktualisiert am

In Hoffenheim gelingt dem „Effzeh“ fast gar nichts. Dass Steffen Baumgart dabei drei wichtige Profis fehlten, will der Trainer nicht als Ausrede gelten lassen. Er sieht vielmehr eigene Fehler.

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          Der Ausblick auf die Aufarbeitung der Klatsche bereitete Steffen Baumgart körperliche Schmerzen. „Das wird weh tun“, gestand der Trainer des 1. FC Köln nach dem 0:5 (0:1) bei der TSG Hoffenheim unumwunden ein: „Denn wir haben den Arsch vollbekommen.“

          Tatsächlich hat die Pleite beim Angstgegner den FC unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die erste Niederlage nach fünf ungeschlagenen Partien in der Fußball-Bundesliga traf die bislang so starken Rheinländer bis ins Mark. Vor dem anstehenden Derby gegen das Spitzenteam von Bayer Leverkusen müssen sich die Kölner erst einmal berappeln.

          Bundesliga

          „Das wird nicht schnell abgehakt. Denn das sind die Spiele, aus denen du eine Menge lernen kannst. Wir müssen die richtigen Schlussfolgerungen daraus ziehen“, forderte Baumgart, der sich betont kämpferisch zeigte: „Dennoch müssen wir unseren Weg gehen. Das ist eine Situation, mit der wir umgehen müssen. Auch für mich ist das ein Lernprozess.“

          Gelernt hatten Baumgart und seine Schützlinge zuvor auf die harte Tour. Ihlas Bebou (31. und 49. Minute), Christoph Baumgartner (51.), Dennis Geiger (74.) sowie Stefan Posch (87.) schossen die Gäste vor 14.309 Zuschauern ab – wieder einmal muss man sagen. Die Hoffenheimer haben mittlerweile elf Spiele in Folge nicht gegen den FC verloren und die zurückliegenden sieben Begegnungen allesamt gewonnen.

          Um seine Profis zu schützen und vor dem Derby keine Unruhe in der Domstadt zu schüren, nahm Baumgart die Niederlage auf seine (Schieber-)Kappe. „Es ist nicht so, dass die Jungs nicht wollten“, sagte der Coach, der seit seinem Dienstantritt zu Saisonbeginn fast nur Lob eingeheimst hatte: „Wir müssen vielleicht auch als Trainerteam schneller auf ihre Dreierkette reagieren. Das ist auch für mich ein Erfahrungswert.“

          Dass den Kölnern Kapitän Jonas Hector, Dejan Ljubicic und Ellyes Skhiri und damit drei wichtige Stützen fehlten, ließ Baumgart nicht als Erklärung gelten: „Das lassen wir gleich. Das wäre ja nur eine Ausrede“, sagte der 49-Jährige: „Wir haben gesagt, dass wir einen guten und breiten Kader haben.“

          Auch Timo Horn suchte erst gar nicht nach Ausflüchten. „Sie haben uns vorgeführt – und das müssen wir akzeptieren“, sagte der Torwart: „Wir haben auf den Sack bekommen.“ Ersatzkapitän Rafael Czichos machte keinen Hehl daraus, dass die Niederlage selbst in der Höhe „auf jeden Fall verdient“ war.

          Ihren Kredit bei den Fans haben die Profis aber trotz der Pleite noch lange nicht aufgebraucht. Nach dem Abpfiff wurde die Mannschaft von den mitgereisten Anhängern mit Sprechchören gefeiert und aufgemuntert.

          Baumgart betätigte sich in der Zeit übrigens als Greenkeeper und besserte die malträtierten Stellen des Rasens aus. Reparaturarbeiten stehen dem Trainer ohnehin in den kommenden Tagen bevor – auch wenn sie wehtun werden.

          Ganz anders wirkte dagegen das Bild der TSG. Aus der Kabine wummerten die Bässe unüberhörbar bis in die Pressekonferenz nach der Partie; für Chefcoach Sebastian Hoeneß kam der höchste Bundesliga-Sieg unter seiner Regie gerade recht – nach so einigen schwachen Spielen in dieser Saison (u.a. einem 1:3 beim VfB Stuttgart) und vor der Partie beim FC Bayern München am nächsten Samstag. „Wir freuen uns“, sagte der Neffe des langjährigen Bayern-Machers Uli Hoeneß. „Natürlich freuen wir uns. Es ist eine Mischung aus Freude, Bestätigung und Erleichterung, dass wir eine Reaktion gezeigt haben.“

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