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Topspiel der 2. Bundesliga : Der junge HSV-Joker verdirbt die Kölner Party

  • -Aktualisiert am

Manuel Wintzheimer traf kurz vor dem Ende doch noch für den HSV. Bild: dpa

Der FC steht kurz vor einem riesigen Schritt zum Wiederaufstieg in die Bundesliga. Gegen Verfolger Hamburg führen die Kölner bis kurz vor Ende. Doch dann hat ein Spieler des HSV seinen großen Auftritt.

          Es herrschte allerfeinste Bundesliga-Atmosphäre am Montagabend in Köln-Müngersdorf. 50.000 elektrisierte Menschen sangen, brüllten, jubelten und litten, intensiver war das Fußballerlebnis am zurückliegenden Wochenende auch eine Klasse höher in kaum einem Stadion. Und als dieser prachtvolle Zweitliga-Abend beendet war, freuten sich vor allen Dingen die Hamburger. Durch einem späten Treffer des jungen Angreifers Manuel Wintzheimer bringen sie ein wertvolles 1:1 mit an die Elbe – aus einem Spiel mit zwei sehr unterschiedlichen Hälften.

          2. Bundesliga
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          Vor der Pause hatte die Partie ziemlich exakt die derzeitige sportliche Situation der beiden Zweitliga-Giganten widergespiegelt. Die Kölner haben sich an der Tabellenspitze abgesetzt, die Zweifel am Gelingen des Aufstiegsprojekts waren schon vor dem Anpfiff so gut wie ausgelöscht, entsprechend selbstbewusst und druckvoll ging die Mannschaft von Trainer Markus Anfang in dieses Spiel. Der HSV hingegen steht trotz des Punktgewinns vor einem Saisonendspurt voller Unwägbarkeiten, spielte in Köln aber ein sehr beeindruckende zweite Hälfte.

          Zunächst jedoch agierten die Kölner dominant und souverän, gewannen die wichtigen Zweikämpfe und waren gefährlich vor dem Tor. Zunächst scheiterte Dominick Drexler noch zwei Mal am Hamburger Torhüter Julian Pollersbeck (18, 24.), bevor der Kölner Angreifer nach 26 Minuten dann doch zur längst verdienten Führung traf. Marco Höger hatte eine Ecke von Johannes Geis verlängert, Drexler lauerte am langen Pfosten und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Die Kameras schwenkten in diesem Moment auch auf Trainer Anfang, dessen erleichterte Mine gut zu seiner persönlichen Situation passte, die die Tage vor dem Spiel geprägt hatte. Vater Dieter Anfang hatte am vorigen Mittwoch vor dem Nachholspiel in Duisburg im Stadion einen Herzinfarkt erlitten und war in ein künstliches Koma versetzt worden.

          Tausende Menschen fühlten und fieberten mit dem Trainer und seiner Familie, die Mannschaft wärmte sich mit „Alles Jode Dieter“-T-Shirts auf. In den Stunden vor der Partie war dann bekannt geworden, dass der Vater aus dem künstlichen Koma aufgeweckt wurde und wieder ansprechbar ist. Diese Nachricht passte zur ausgelassenen Stimmung bei den Kölnern.

          Wobei die Hamburger gleich nach dem Rückstand ein klein wenig mutiger wurden. Orel Mangala hatte eine Möglichkeit, trat aber aus guter Position am Ball vorbei (34.), Douglas Santos versuchte es mal aus der Ferne (41.), und die zweite Halbzeit gehörte dann dem HSV. Plötzlich hatten die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf mehr Spielanteile, während die Kölner nur noch auf Konter lauerten, von denen einer durch eine taktisches Foul von Gideon Jung unterbunden wurde. Der schon mit Gelb verwarnte Mittelfeldspieler hatte Glück, dass er nicht vom Platz flog (58.). Chancen hatten sie auch, als Jorge Meré in höchster Not gegen Bakery Jatta rettete (53.) oder als Jatta aus spitzem Winkel die lange Ecke verfehlte (69.). Das 1:1 des eingewechselten Wintzheimer, der nach einer unzureichend geklärten Ecke traf (85.) war vollkommen verdient.

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