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Fußball-Bundesliga : Köln in Europa? – „Dann brennt hier die Hütte!“

  • -Aktualisiert am

Ein Klub im Wandel

Der 1. FC Köln wirkt inzwischen so, wie der Claim des Klubs es seit einiger Zeit verspricht: „Spürbar anders“. Ob auf dem Rasen des Müngersdorfer Stadions oder im Geißbockheim – der FC arbeitet seriös und zielgerichtet auf eine kontinuierliche Entwicklung hin. Genau daran hatte es lange gefehlt, bis die beiden Geschäftsführer Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle den Klub gemeinsam mit dem österreichischen Trainer Peter Stöger Schritt für Schritt auf eine gesunde Basis stellten. Weniger Schulden, mehr Eigenkapital, dazu eine werthaltige Mannschaft – die Arbeit der vergangenen Jahre trägt Früchte.

Kontinuität bei den leitenden Angestellten ist ebenso ein Baustein des Erfolges wie die Tore des französischen Stürmerstars Modeste, der in dieser Saison schon 25 Mal getroffen hat. Sportchef Schmadtke und sein kaufmännisches Pendant Wehrle haben ihre Verträge in dieser Woche vorzeitig verlängert; sie sind nach dieser Saison noch weitere sechs Spielzeiten an den 1. FC Köln gebunden. Dem Vorstand sei es „wichtig, die Geschäftsführung langfristig an Bord zu haben“, sagt Vereinspräsident Werner Spinner. Es gehe auch darum, „zu unterstreichen, dass wir mit ihnen und dem 1. FC Köln noch viel vorhaben“.

In Köln ist Demut eingekehrt

Auch Stöger steht für Kontinuität; er arbeitet seit fast vier Jahren für den Geißbock-Klub, und sein Vertrag läuft noch bis Ende Juni 2020. Für einen Bundesliga-Trainer sei das „eine ungewöhnlich lange, in der FC-Historie eine unfassbar lange Zeit“, sagt der Fußball-Lehrer. „Mehr Vertrauen in die handelnden Personen kann es eigentlich nicht geben. Stöger hat nicht nur der Mannschaft zu Stabilität und Dynamik verholfen – er propagiert auch ein Umdenken weg von allzu hochfliegenden Ansprüchen hin zu mehr Bescheidenheit. „Klar, der Europapokal ist natürlich ein Traum“, sagt Stöger. Da nehme er sich nicht aus. „Aber ich gehe das mit der nötigen Demut an.“ Demut – ein Ausdruck, für den im Kölner Fußballvokabular lange Zeit kein Platz war.

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Der Klub schickt sich an, aus seinen bestehenden Strukturen buchstäblich herauszuwachsen. Wenn Wehrle mit Blick auf die nächsten Jahre von „strategischen und wegweisenden Projekten“ spricht, meint er damit sicher auch ein Bauvorhaben. Den Verantwortlichen schwebt mittelfristig ein moderneres, größeres Stadion vor, das im Idealfall 75.000 Zuschauer, also fünfzig Prozent mehr als die aktuelle Spielstätte fassen und so den Umsatz signifikant steigern soll. „Wenn wir den durchschnittlichen Besuch nach einem Ausbau auf mehr als 60.000 Zuschauer erhöhen können, bedeutet das 10 bis 15 Millionen Euro mehr Umsatz“, sagte Spinner dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er sehe „keinen anderen Bereich, in dem solche Steigerungen möglich wären“. Ausbau, Neubau, alter Standort, neuer Standort (womöglich sogar an der Peripherie der Stadt): Alles wird geprüft.

Der Einzug ins internationale Geschäft ist für die Kölner ein Traum, das Stadion eine Vision, die Weiterentwicklung der Mannschaft ein Anspruch – aber eins ist schon jetzt sicher: Nach langer Zeit wird Köln in der Abschlusstabelle wieder vor Leverkusen stehen. Doch dieses gelungene Überholmanöver erscheint, bei aller Rivalität, zweitrangig. „Es bedeutet mir nichts, dass wir erstmals seit 21 Jahren am Ende wieder vor Leverkusen landen werden“, sagt Geschäftsführer Schmadtke. „Wir stehen nicht in einem Wettbewerb alleine mit Leverkusen. Dass Bayer eine Saison unter Wert spielt, ist klar. Aber das geht uns nichts an.“ Der sechste Platz interessiert die Kölner weitaus mehr.

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