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1:2 in Stuttgart : Köln geht schon wieder leer aus

  • -Aktualisiert am

Das darf doch nicht wahr sein! Während ganz Stuttgart jubelt ringt Kölns Leonardo Bittencourt um Fassung. Bild: dpa

Bis kurz vor Schluss darf Köln in Stuttgart wenigstens auf einen Punkt hoffen. Doch dann trifft Akolo in der vierten Minute der Nachspielzeit zum Sieg für den VfB. In Rage bringt den Tabellenletzten jedoch eine andere Szene.

          2 Min.

          Die Ruhe, mit der der 1. FC Köln in das Kellerduell gegen den VfB Stuttgart am Freitagabend gegangen war, hatte beinahe schon befremdlich gewirkt angesichts der Tabellensituation der Rheinländer. Nur ein einziger Zähler war das Resultat aus den vergangenen sieben Partien; ein Remis, sechs Niederlagen und lediglich zwei erzielte Tore.

          Jan Ehrhardt
          (jaeh.), Sport

          Dennoch hatte Trainer Peter Stöger vor der Partie mit einer stoischen Unaufgeregtheit auf Geduld gepocht. Doch gegen den Aufsteiger aus Baden-Württemberg unterlag seine Mannschaft nach einer aufopferungsvollen Partie durch einen Treffer des eingewechselten Chadrac Akolo in der Nachspielzeit 1:2.

          Bundesliga

          Zuvor hatte Schiedsrichter Benjamin Cortus nach einem Zweikampf im Strafraum des VfB einen vermeintlichen Elfmeter für die Kölner in Rücksprache mit dem Videoassistenten nicht gegeben. Es war ein Spiel, das beiden Teams Spaß bereitete in den ersten 45 Minuten. Köln begann temperamentvoll, mit viel Zug zum Tor.

          Insbesondere über die Flügel war die VfB-Abwehr in der Anfangsphase anfällig, aber auch über die Zentrale fand Köln immer wieder die entsprechenden Räume für Torraumszenen. Yuya Osako tauchte binnen der ersten halben Stunde gleich mehrmals vor Stuttgarts Torhüter Ron-Robert Zieler auf; Milos Jojic, Simon Zoller und der von seiner Achillessehnenverletzung genesene Matthias Lehmann kamen ebenso zu gefährlichen Abschlüssen.

          Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Stuttgarter sichtlich überfordert mit den temporeich agierenden Kölnern, denen aber die nötige Treffsicherheit fehlte vor dem Tor. Erst in der 36. Minute meldeten sich die Schwaben mit einer Dreifachchance zurück, ehe 120 Sekunden später Anastasios Donis nach einem Steilpass von Stürmer Simon Terodde vor Kölns Schlussmann Timo Horn auftauchte und durch dessen Beine mitten in das Herz aller mitgereisten Kölner Anhänger zum 1:0 traf. Sinnbildlich war dieses Tor, der Kampf des griechischen Nationalspielers mit der ganz in Rot gekleideten gegnerischen Abwehr. Sinnbildlich für den Kampf, den zuvor der VfB geführt hatte, um Zugriff auf das Geschehen zu bekommen.

          Die Stuttgarter Mannschaft freut sich über das 1:0. Bilderstrecke
          Die Stuttgarter Mannschaft freut sich über das 1:0. :

          Die Stuttgarter, die 2017 noch kein Heimspiel verloren haben, blieben nach dem Wechsel dominant. Auch wenn es unter den Augen des Bundestrainers Joachim Löw weiterhin nicht an beidseitigen Strafraumszenen mangelte, schien den Kölnern nach wie vor in der Offensive die letzte, zündende Idee zu fehlen. Daran konnte auch Neuzugang Claudio Pizarro nichts ändern, der zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde und an diesem späten Abend am Cannstatter Wasen sein 432. Bundesligaspiel bestritt.

          Deshalb war es ebenso sinnbildlich, dass es in der 77. Minute Innenverteidiger Dominique Heintz war, der allen Mut zusammennahm und den Ball aus 20 Metern in den Winkel hämmerte. In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse: Erst kam es zur strittigen Schiedsrichterentscheidung, die mit einem Freistoß für den VfB endete, ehe VfB-Top-Torschütze Akolo (93.) die Hoffnungen der Kölner begrub. Nun dürfte es mit der Ruhe im Rheinland zu Ende sein.

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