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Köln besiegt Berlin 3:1 : Hauptfigur Modeste, Boateng bleibt blass

  • -Aktualisiert am

Torschütze und Vorbereiter: Anthony Modeste Bild: dpa

Die Berliner kommen mit ihrem prominenten Neuzugang beim 1. FC Köln nach einem vielversprechenden Beginn noch unter die Räder. Zwei Tore kurz nacheinander machen den Unterschied.

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          Nicht sehr viele Freunde des 1. FC Köln hatten daran geglaubt, dass Anthony Modeste noch einmal zu einer echten Stütze seiner Mannschaft werden würde. Nach seiner Rückkehr aus China war der Held der legendären Saison, an deren Ende der Klub sich 2017 für den Europapokal qualifizierte, meist verletzt. Er wirkte gealtert und schoss in der vergangenen Bundesligasaison kein einziges Tor.

          Bundesliga

          Zum Auftakt des neuen Spieljahres wurde der 33 Jahre alte Franzose nun zu einer Hauptfigur des 3:1-Sieges gegen Hertha BSC Berlin. Den ersten Treffer erzielte er selbst, den zweiten bereitete er vor, Köln hat wieder eine richtig gefährliche Offensive. Denn auch Mark Uth war eine Bereicherung, und dem Flügelspieler Florian Kainz gelangen zwei Tore zum 2:1 (52.) und 3:1 (55.).

          Dabei hatten die Kölner früh zurückgelegen, nachdem Stevan Jovetic im Anschluss an einen Freistoß aus kurzer Distanz abstaubte (6.). Über weite Strecken der ersten Hälfte war es ziemlich still im Stadion. Bis zu Modestes 1:1 erinnerte das Spiel der Rheinländer bedenklich an die schwächeren Phasen der Vorsaison.

          Ausgleich als Befreiung

          Der Ausgleich erzeugte die Wirkung einer Befreiung und schien den Berlinern all ihr Selbstvertrauen zu rauben. Wobei die Kölner in dieser Schlüsselszene viel Glück hatten, dass die Schiedsrichter nicht intervenierten. Modeste hatte beide Arme zu Hilfe genommen, um sich Márton Dárdai vom Leib zu halten.

          Im Verlauf der zweiten Halbzeit verdienten sie sich ihre Tore mit viel Leidenschaft und auch einer immer stärkeren fußballerischen Leistung. Den Gästen aus der Hauptstadt fiel hingegen nicht viel ein.

          Der Neuzugang Kevin-Prince Boateng blieb blass und wurde nach einer Stunde ausgewechselt. Und als Santiago Ascacíbar nach einem Freistoß doch noch ein Tor gelang, stand er knapp im Abseits (81.), sodass die Kölner ihren ersten Sieg in Ruhe ins Ziel spielten.

          Nach etwa einer Stunde ausgewechselt: Kevin-Prince Boateng beim Bundesliga-Auftakt in Köln
          Nach etwa einer Stunde ausgewechselt: Kevin-Prince Boateng beim Bundesliga-Auftakt in Köln : Bild: dpa

          „Die Jungs können Gas geben. Das haben sie gemacht. Sie sind am Plan geblieben auch nach dem Rückstand“, lobte Kölns Trainer Baumgart anschließend, der der erste Trainer seit Volker Finke ist, der seine Bundesliga-Premiere mit dem 1. FC Köln gewonnen hat. Hertha-Rückkehrer Boateng war hingegen unglücklich. „Wir hatten uns viel vorgenommen“, sagte er. „Nach dem 1:1 brechen wir ein und kommen nicht mehr zurück ins Spiel.“

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