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Köln beendet China-Projekt : „Wir können eine so brutale Diktatur nicht unterstützen“

  • Aktualisiert am

Kölner Fans während des Spiels gegen Borussia Mönchengladbach im September 2019 Bild: dpa

Mit einer Jugendakademie wollte der 1. FC Köln beim Aufbau des chinesischen Fußballs helfen. Doch nun stoppt der Verein die lukrative Kooperation. Die Begründungen lesen sich unterschiedlich.

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          Der Bundesliga-Klub 1. FC Köln zieht sich aus einem Projekt mit der chinesischen Regierung zurück. Entgegen der 2016 beschlossenen Pläne werden die Rheinländer in dem Land keine Fußball-Akademie eröffnen. Während Vereinspräsident Werner Wolf den Schritt gegenüber dem „Express“ mit der aktuellen sportlichen Situation begründete, führte Stefan Müller-Römer, Vorsitzender des Mitgliederrates und Interimspräsident nach dem Rücktritt Werner Spinners im März dieses Jahres, Bedenken wegen der Menschenrechtslage in China ins Feld.

          „Ich verstehe, dass Deutschland nicht vollständig an der Wirtschaftskraft Chinas vorbeikommt und insoweit ein Austausch stattfindet, aber wir brauchen China nicht im Sport und dabei bleibe ich“, sagte Müller-Römer dem „Kölner Stadtanzeiger“. Vor allem die Situation der Menschenrechte in China, wo ein Überwachungsstaat „schlimmer als selbst George Orwell ihn sich hätte vorstellen können“ errichtet werde, kritisierte er. „Als gemeinnütziger Verein, der sich sozial engagiert, können wir eine so totalitäre und brutale Diktatur nicht unterstützen“, begrüßt er die Entscheidung des FC-Vorstands. Der 51-Jährige hatte das Projekt bereits während seiner Zeit als Übergangspräsident gestoppt.

          Das nun gestoppte Vorhaben sah vor, dass die Kölner in der chinesischen Provinz Shenjang die sportliche Leitung einer Jugendakademie übernehmen und den Chinesen vor allem mit dem Transfer von Wissen zur Seite stehen. Wie der „Express“ schreibt, hätte das Projekt jährlich bis zu 1,8 Millionen Euro in die Kassen des Klubs spülen können. Der Grundstein für die Kooperation wurde bei einem Besuch der stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidentin Liu Yandong gelegt.

          Vor wenigen Tagen hatte bereits der frühere Nationalspieler Mesut Özil mit Kritik an der chinesischen Regierung und dem Umgang der Uiguren für Aufsehen gesorgt. Daraufhin hatte der chinesische Staatssender die Übertragung des Spiels der Londoner gegen Meister Manchester City (0:3) gestrichen. Die staats- und parteinahe „Global Times“ schrieb von einem „närrischen Auftritt“ Özils und bezeichnete ihn als eine „verwirrte und rücksichtslose Person“. Arsenal distanzierte sich von seinem Mittelfeldspieler und erklärte, der Klub habe sich „immer an das Prinzip gehalten, sich nicht in die Politik einzumischen“.

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