https://www.faz.net/-gtm-91y5e

Zweite Bundesliga : Kaiserslauterns Absturz mit Folgen

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Nach der nächsten Niederlage in der zweiten Bundesliga trennt sich der FCK von Trainer Norbert Meier. Es ist nicht das einzige Problem beim Klub aus der Pfalz.

          2 Min.

          Der 1. FC Kaiserslautern gerät in immer größere Turbulenzen. Mit der Freistellung von Trainer Norbert Meier am Mittwoch nach der 0:2-Niederlage gegen Aue erreichte der sportliche Niedergang des Fußball-Zweitligaklubs einen weiteren Tiefpunkt. „Die letzten beiden Spiele hinterließen bei uns nicht mehr das Gefühl, dass wir in dieser Konstellation die dringend benötigte Wende schaffen“, sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon. Die Mannschaft übernehmen werden übergangsweise Manfred Paula, Leiter des Nachwuchszentrums, und U-19-Trainer Alexander Bugera.

          Zugleich deutet der Abwärtstrend mit dem Absturz auf den letzten Tabellenplatz auf die finanziellen Zwänge beim wirtschaftlich hochbelasteten Verein hin. Dabei hatte Klubvorstand Thomas Gries zu Saisonbeginn eine „sorgenfreie Saison“ ausgerufen. Erst im Dezember 2016 wurde Meier Nachfolger von Tayfun Korkut, der zurückgetreten war. Seither gibt es personelle Querelen in der Sportlichen Führung des FCK. Vor wenigen Monaten hatte auch der damalige Sportdirektor Uwe Stöver hingeschmissen, und die darauffolgenden ergebnislosen Gespräche mit Klub-Ikone Hans-Peter Briegel gerieten zum medialen Possenspiel.

          Noch zu Wochenbeginn hatte Meier wesentliche Transferentscheidungen kritisiert. Die Mannschaft sei „völlig neu zusammengestellt. Wir haben eine fast komplette Abwehr verloren.“ Darunter Spieler, die „Garant“ gewesen seien für den Klassenverbleib in der Vorsaison. Das Geld aus den Transfers wird beim FCK dafür gebraucht, um Finanzlücken zu schließen. So hieß es, dass der Verkauf von Torwart Julian Pollersbeck nach Hamburg für etwa 3,5 Millionen Euro im Sommer das Saison-Minus von rund 2,5 Millionen Euro ausgeglichen habe.

          Zu Beginn der Saison verloren die „Roten Teufel“ zudem Abwehrspieler Robin Koch an den SC Freiburg. In der Vergangenheit warnten Vereinsmitglieder auf Klubversammlungen immer wieder vor einer brüchigen Wirtschaftslage und dem Ausverkauf talentierter Spieler zum Stopfen der Finanzlöcher. Maßgebliche Vereinsmitglieder fordern bereits seit Jahren eine intensive Aufarbeitung der Ära des ehemaligen FCK-Vorstands Stefan Kuntz. Er führte den Klub bis 2016 und trainiert heute die U-21-Nationalmannschaft. Seine Zeit in Kaiserslautern war begleitet von Vorwürfen der Misswirtschaft. Im Zentrum der Kritik steht unter anderem der Umgang mit einer Fan-Anleihe in Höhe von sechs Millionen Euro, die eigentlich komplett ins Nachwuchsleistungszentrum hätte investiert werden sollen.

          Offenbar wurde aber Geld im laufenden Geschäft gebraucht. Die Rückzahlung der Anleihe bedeutet für die neue Klubführung eine Herausforderung. Auch deshalb möchte der FCK eine Ausgliederung des Profibetriebs vorantreiben, um in einer eigenen Gesellschaft dann neue Mittel und Investoren gewinnen zu können. Doch es ist fraglich, wie angesichts der desolaten sportlichen Situation das Vertrauen für den nötigen Mitgliederbeschluss entstehen soll. Für den Klub dürfte es derweil um die Existenz im Profifußball gehen. Denn es ist zweifelhaft, ob der FCK im Falle eines Abstiegs in die dritte Liga wirtschaftlich überlebensfähig wäre.

          Weitere Themen

          Kartenkönig mit Helm

          Klaus Gjasula : Kartenkönig mit Helm

          16 Gelbe Karten in 26 Spielen, aber kein Treter. Paderborns Abräumer Klaus Gjasula stellt den Kartenrekord der Liga ein, freut sich aber über eine Analyse seines Wirkens von Leipzigs Trainer Nagelsmann.

          Topmeldungen

          Im Bundesdurchschnitt könnten Eigenheimbesitzer fünfeinhalb Jahre früher schuldenfrei sein als zu Finanzierungsbeginn vor zehn Jahren geplant.

          Baufinanzierung : Schneller schuldenfrei

          Der kluge Umgang mit der Baufinanzierung kann Kreditnehmern viel Zeit und Geld sparen. Doch es gilt einiges zu beachten. Die regionalen Unterschiede sind nämlich groß.
          Pizza ist lecker - aber nur, wenn sie nicht als Ersatz für Pasta herhalten muss.

          Hanks Welt : Pizza statt Pasta

          Kurzarbeit ist auf Dauer auch keine Lösung - und führt dazu, dass die Konjunktur langsamer wieder anspringt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.