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1. FC Kaiserslautern : „Lizenz für dritte Liga größtenteils auf Pump“

  • -Aktualisiert am

Der 1. FC Kaiserslautern spielt nächste Saison erstmals in der dritten Liga. Bild: dpa

Der abgestürzte Fußball-Klub aus der Pfalz gliedert seine Profis aus. Selbst viele kritische Mitglieder lassen sich von der Klubführung noch umstimmen. Die verlautbarten Zahlen offenbaren jedoch die schlechte Lage.

          Der 1. FC Kaiserslautern verändert seine Struktur. Mehr als 92 Prozent der rund 2000 anwesenden Mitglieder votierten am Sonntagmittag bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung für die Ausgliederung des Profibetriebs in die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA. Damit möchte sich der Verein in den nächsten fünf Jahren neues Eigenkapital in Höhe von 50 bis 60 Millionen Euro durch Investoren erschließen.

          Selbst viele kritische Mitglieder ließen sich in der Veranstaltung von der Klubführung umstimmen, obwohl die traditionsbewussten Anhänger des gerade in die dritte Liga abgestiegenen FCK ansonsten besonders lautstark gegen die Kapitalisierung des Fußballs demonstrieren. Stattdessen buhten sie nun mit Billigung von Vorstand und Aufsichtsrat ein Mitglied aus, das sich offen gegen die Ausgliederungspläne positionierte und Befürchtungen äußerte. Gewohnten Jubel gab es hingegen für Sportvorstand Martin Bader, als dieser daran erinnerte, dass der FCK „in den 90er Jahren der größte Verein, größer als der FC Bayern“ gewesen sei.

          Die verlautbarten Zahlen offenbaren jedoch die schlechte Wirtschaftslage des Klubs. Das Lizenzierungsverfahren für die dritte Liga sei „größtenteils auf Pump“ finanziert, gab Aufsichtsratschef Patrick Banf zu. Eine Finanzlücke von etwa acht Millionen Euro habe dafür geschlossen werden müssen. Der Jahresfehlbetrag der Zweitligasaison 2017/18 beträgt zwei Millionen Euro. Für die dritte Liga rechnet man mit einem Defizit von fünf Millionen Euro.

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          Zum 1. August 2019 ist eine Fananleihe in Höhe von mehr als sechs Millionen Euro fällig, die eigentlich für den Ausbau des Nachwuchszentrums gedacht war. Das Geld ist aber weg. Um dessen Rückzahlung zu beherrschen, sei die Ausgliederung unumgänglich, räumte Banf ein. Wie er sonst bis zur nächsten Lizenzierung 10 bis 11 Millionen Euro generieren könnte, ohne eine neue Anleihe aufzunehmen, wisse er nicht. Demgegenüber klingen seine Ziele ambitioniert: nämlich „in fünf Jahren da zu stehen, wo jetzt Weder Bremen steht – in der ersten Liga oder mindestens in der Spitze der zweiten Liga.“

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