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Finanzen beim Zweitligaklub : Der FCK erhält wieder Hilfe durch Steuergeld

  • -Aktualisiert am

Der 1. FC Kaiserslautern spielt im Fritz-Walter-Stadion. Bild: dpa

Sportlich und finanziell strauchelt der 1. FC Kaiserslautern. Nun aber gibt es Unterstützung. Die hochverschuldete Stadt belastet dabei ihren Haushalt – und plant daher die Erhöhung einer Steuer.

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          Der finanziell und sportlich strauchelnde Zweitligaklub 1. FC Kaiserslautern erhält eine weitere Unterstützung aus Steuermitteln. Am Dienstag stimmte der Kaiserslauterer Stadtrat einer Kapitalzuführung an die städtische Stadiongesellschaft zu. Damit gleicht die Stadt einen Mietausfall aus. Die Pacht, die eigentlich bei 3,2 Millionen Euro liegt, beträgt nun bis 2020 in der Zweiten Fußball-Bundesliga nur noch 2,4 Millionen Euro, in der dritten Liga 425.000 Euro. In der Bundesliga gäbe es Zusatzzahlungen.

          Die hochverschuldete Stadt belastet damit ihren Haushalt. Deswegen ist die Erhöhung der Vergnügungssteuer geplant, was rund 400.000 Euro einbringen soll. Der Steuerzahlerbund kritisiert den „millionenschweren Vermögensschaden zulasten der Steuerzahler“. Gleichzeitig forderte der Stadtrat auf Betreiben von SPD und CDU den Oberbürgermeister, Klaus Weichel (SPD), dazu auf, vom Verein zu verlangen, Regressansprüche an seine alte Führung zu prüfen und diese an die Stadt abzutreten. Die Riege um den ehemaligen Vorstand Stefan Kuntz wurde bei der Mitgliederversammlung 2016 nicht entlastet. Ihr wird Misswirtschaft vorgehalten. Indes stellte die Klubführung den Mitgliedern 2017 ein angebliches „Gutachten“ vor, das dies entkräften sollte.

          Wie sich herausstellte, gibt es kein generelles Gutachten, sondern nur vereinzelte „juristische Stellungnahmen“. Schon im vergangenen Jahr fragte Weichel in einem Schreiben an die FCK-Bosse nach dem Verbleib einer Fananleihe in Höhe von sechs Millionen Euro, die eigentlich für ein Nachwuchszentrum hätte verwendet werden sollen. Er forderte auch die Erläuterung diverser Transfergeschäfte, unter anderem des Wechsels von Itay Shechter und Gil Vermouth von Hapoel Tel Aviv nach Kaiserslautern zur Saison 2011/12. Shechter galt als „Königstransfer“, spielte aber kaum. „Die Ablösen, Beraterhonorare und Gehälter, die bei solchen Geschäften verbrannt wurden, hätten wohl ausgereicht, um die Stadionmiete ein Jahr zu bezahlen“, sagte ein Kenner des Vereins der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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