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Relegation dank HSV-Debakel : Heidenheim und das große Glück

  • -Aktualisiert am

Heidenheim enttäuscht in Bielefeld, bekommt aber Hilfe aus Hamburg. Bild: EPA

Aufsteiger Bielefeld spielt nochmal seine ganze Klasse aus und bleibt in diesem Jahr unbesiegt. Heidenheim erreicht die Relegation, weil der HSV patzt. Die Vorzeichen für die Duelle mit Bremen stehen aber schlecht.

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          Der Meister bestätigte seine Klasse und blieb auch im letzten Zweitligaspiel dieses Jahres unbesiegt. Souverän, mit großer Spielfreude und ohne jedes Anzeichen von Nachgiebigkeit wies der mit zehn Punkten vor dem VfB Stuttgart ans Klassenziel gekommene DSC Arminia Bielefeld den FC Heidenheim am Sonntagnachmittag in die Schranken. Die Schwaben waren mit der 0:3-Niederlage nach Treffern von Klos (14. Minute), Voglsammer (17.) und Clauss (54.) bestens bedient.

          2. Bundesliga

          Dass auf der Bielefelder Alm der Tabellendritte um seine Bundesliga-Aufstiegschance kämpfte, war nicht einmal rudimentär zu erkennen. Die Mannschaft zeigte sich der für sie ungewohnten Situation nicht gewachsen und gilt in den beiden Relegationsspielen gegen den SV Werder Bremen, deren erstes am Donnerstag im Weserstadion sein wird, als krasser Außenseiter. Dass der FCH überhaupt so weit kam, verdankte er allein dem wieder einmal nervlich überforderten Hamburger SV, der zur selben Zeit seine letzten Aufstiegshoffnungen bei der 1:5-Niederlage gegen den SV Sandhausen verspielte.

          „Bielefeld ist ein richtig dickes Brett, das wir bohren müssen“, hatte Trainer Frank Schmidt vor der Begegnung gesagt und selbstgewiss hinzugefügt, „aber wir haben ein paar geeignete Bohrer dabei.“ Von denen, die er womöglich meinte, war indes nichts zu hören und zu sehen. Heidenheim steckte konstant im Ideenstau und ließ es auch an der für diese Mannschaft sonst so typischen Robustheit fehlen. Vor lauter Nervosität, plötzlich in der Nähe zur Bundesliga gelandet zu sein, strandeten die Schwaben in ihrem Bemühen, die Bielefelder einzuschüchtern.

          Der unantastbare Tabellenführer hätte bei etwas mehr Konzentration deutlicher als 2:0 zur Pause führen müssen. Doch auch so war der deutliche Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften eklatant. Klos per Nacken und freundlicher Unterstützung des Heidenheimer Stürmerkollegen Kleindienst erzielte nach Hartels Eckball sein 21. Saisontor und zementierte damit seinen Anspruch auf die ihm gebührende Torjägerkanone. Sein Sturmpartner Voglsammer erhöhte mit einem wuchtigen Drehschuss auf 2:0: sein zwölfter Treffer in dieser Spielzeit.

          Das einzige, aber auch Wichtigste, was den Spielern von der Ostalb Mut machte, war die 2:0-Halbzeitführung des SV Sandhausen beim Hamburger SV, der drauf und dran war, auch seine letzte Chance auf Rang drei zu verspielen – und das auch tat. Heidenheims Trainer reagierte auf den uninspirierten Auftritt seiner Männer und schickte zur zweiten Hälfte drei frische Kräfte, darunter die Heidenheimer Spielmacherikone Schnatterer, auf den Platz. Der Effekt? Gleich null.

          Die beste Zweitliga-Mannschaft erhöhte nach fabelhafter Vorarbeit von Prietl und Klos durch den Abschiedstreffer des Franzosen Clauss, der zur neuen Saison zurück nach Frankreich zum RC Lens wechselt, auf 3:0. Heidenheim musste sich von da an auf die Kollegen aus Sandhausen verlassen, deren Vorsprung aber nicht dahinschmolz. Aus eigener Kraft war für den FCH in Bielefeld nichts mehr drin. Kein gutes Vorzeichen für die anstehende Relegation gegen den Bundesliga-Drittletzten Werder.

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