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Finale der zweiten Liga : „Das Ziel Bundesliga kann es in Heidenheim nicht geben“

Gelingt dem 1. FC Heidenheim der Sprung in die Relegation zur Bundesliga? Bild: Getty

Vor dem Saisonfinale der zweiten Bundesliga liegt Heidenheim auf dem Relegationsplatz. Der Vorstandsvorsitzende Holger Sanwald erklärt, warum er trotzdem demütig bleibt, was Kontinuität bewirken kann und warum Effektivität nicht unspektakulär ist.

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          Die Ausgangslage für den 1. FC Heidenheim ist gut. Vor dem abschließenden Spieltag der zweiten Fußball-Bundesliga liegt der Außenseiter auf Platz drei der Tabelle mit einem Punkt Vorsprung auf den großen Hamburger SV, den der Klub von der Ostalb am vergangenen Wochenende besiegte. Mit einem weiteren Erfolg an diesem Sonntag (15.30 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur 2. Fußball-Bundesliga und bei Sky) in Bielefeld würde Heidenheim an den Relegationsspielen um den Bundesliga-Aufstieg teilnehmen, bei einem Remis oder einer Niederlage wären man abhängig vom Ergebnis des HSV, der zur gleichen Zeit Sandhausen empfängt.

          Macht Sie das, was Sie mit Ihrem Verein auf der Schwäbischen Ostalb erreicht haben, stolz?

          Ja klar, logisch. Ich meine, wir haben diesen Prozess begonnen vor 26 Jahren in der Landesliga. Ich selbst komme aus diesem Verein, habe dort gespielt in der Jugend und bei den Herren und dann im Alter von 27 Jahren als Abteilungsleiter die Verantwortung übernommen. Dass sich das dann so entwickelt, macht mich stolz. Weil wir es uns mit ehrlichen Mitteln erarbeitet haben und nicht mit einem russischen Investor oder dergleichen. Sondern mit der Kraft eines Gemeinschaftsprojekts zahlreicher Menschen und der ganzen Kraft der Region.

          2. Bundesliga

          Sie haben einmal gesagt, das ‚Ziel Bundesliga‘ gebe es in Heidenheim nicht. Müssen Sie diese Aussage jetzt revidieren?

          Nein, das muss ich nicht. Denn für uns ist es so, dass die Zugehörigkeit zur zweiten Bundesliga jedes Jahr eine große Herausforderung ist. Unser Ziel ist es, uns in der zweiten Liga zu etablieren und weiter voranzukommen.

          Wollen Sie damit sagen, dass Sie gar nicht aufsteigen wollen?

          Nein, so ist das auch nicht gemeint. Vielleicht hört sich das ein wenig missverständlich an. Natürlich ist es ein Traum von uns, irgendwann nach einer perfekten Saison vielleicht einmal an der Tür zur Bundesliga zu klopfen. Wenn so eine Situation mal kommt, und derzeit sind wir sicher ganz dicht dran, dann wollen wir das natürlich auch schaffen. Aber das ist kein Ziel, auf das wir ständig hinarbeiten. Und wenn es jetzt nicht klappt, dann werden wir nächste Saison keinesfalls sagen, wir müssen unbedingt wieder dahin. Sondern dann werden wir wieder demütig in die neue Runde gehen. Die Zielsetzung Erste Bundesliga kann es in Heidenheim nicht geben, dafür sind wir nicht aufgestellt.

          Wieso wären Sie als Verein nicht bereit für die Anforderungen der Bundesliga?

          Ich mache jetzt ganz sicher nicht den Fehler, schon über die Bundesliga zu sprechen. Wir stehen erst einmal vor dem Spiel gegen Arminia Bielefeld. Und dabei können wir nicht in die Bundesliga aufsteigen, sondern es aus eigener Kraft in die Relegation schaffen. Mit dem Thema Bundesliga beschäftige ich mich dann genau, wenn es irgendwann einmal klappen sollte.

          Aber wie steht es um die Infrastruktur?

          Unser Stadion ist kein Bundesligastadion, wir haben momentan nicht die erforderliche Anzahl an Sitzplätzen. Auch die weitere Infrastruktur müsste man angehen. Aber wir haben vor einem Jahr beim Kauf der Voith-Arena eine Machbarkeitsstudie beauftragt, die besagt, dass wir das Stadion auf 25.000 Plätze ausbauen könnten. Also würden wir da im Aufstiegsfall beispielsweise eine Sondergenehmigung bekommen. Diese Planungen laufen aber unabhängig vom Thema Aufstieg, weil wir uns als Verein immer weiterentwickeln wollen. Im nächsten Schritt hoffen wir, dass der Gemeinderat im Herbst dem Antrag zur Bebauungsplanänderung zustimmt.

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