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1:5 gegen Bremen : 96 wird von Werder vorgeführt

  • -Aktualisiert am

Abgesetzt: Hunt (m.) lässt Schulz (l.) und Durica hinter sich Bild: APN

Die vierte Niederlage im vierten Spiel für Mirko Slomka: Hannover 96 taumelt der zweiten Liga entgegen. Werder kam zum dritten Pflichtspielsieg in Folge und zeigte eine erste Halbzeit vom Feinsten.

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          Aus Sicht von Hannover 96 war das Beste dieses Spieltags das Ergebnis vom Freitagabend. Durch die Nürnberger Niederlage in Mönchengladbach bleibt Hannover wenigstens auf dem Relegationsplatz. Alles, was Hannover 96 am Samstagnachmittag im Spiel gegen Werder Bremen aber selbst zum Unternehmen Nichtabstieg beitrug, lässt eher den Schluss zu, dass die Niedersachsen die nächste Spielzeit in der Zweiten Fußball-Bundesliga verbringen werden: 1:5 unterlag Hannover 96 dem Nordrivalen nach ganz schwacher erster Hälfte und hatte noch Glück, dass Werder es nach der 4:0-Halbzeitführung lässig angehen ließ und den Gegner dadurch schonte.

          Für Hannover war es die vierte Niederlage im vierten Spiel unter Trainer Mirko Slomka. Werder kam zum dritten Pflichtspielsieg in Folge und zeigte eine erste Halbzeit vom Feinsten. Niemeyer (11. Minute), Naldo (18.), Andreasen per Eigentor (26.), und Hunt (44.) trafen für Werder vor dem Halbzeitpfiff, Christian Schulz schaffte kurz nach der Pause das 4:1 (59.), ehe Pizarro zum Endstand traf (68.). Für Werder endete eine schöne Woche mit dem Pokalsieg gegen Hoffenheim und dem Glückslos Augsburg ganz entspannt: „Einer geht noch rein“, riefen die 5000 mitgereisten Fans.

          Ein reiner Spaziergang für Bremen

          Die Mannschaft der „Roten“ hat nach zahlreichen Umstellungen nichts mehr mit dem Team aus der Vorrunde zu tun - am Samstag waren sieben Spieler im Einsatz, die in der Hinrunde noch nicht im Klub waren oder unter Trainer Bergmann keine Rolle spielten. Es ist aber Slomkas letzte Chance, auf Neue zu setzen - gleichgültig, in welchem Zustand sie sind. So kamen gegen Werder die in Hannover eigentlich schon gescheiterten Eggimann und Schlaudraff zum Einsatz, ebenso die Wintereinkäufe Elson und Koné. Doch sie blieben alle ohne positive Wirkung.

          Eindeutig: Volkes Meinung in Hannover

          Für Werder war der Nachmittag ein reiner Spaziergang. Am Ende der ersten Halbzeit traute sich sogar Petri Pasanen, es bei einem Angriff einfach mal per Hackentrick zu versuchen. Der finnische Verteidiger des SV Werder Bremen ist für seine technischen Qualitäten nicht gerade berühmt, stures Verteidigen lautet sein Auftrag. Doch ohne überheblich sein zu wollen - gegen diesen Gegner versuchte selbst Pasanen Dinge, die sonst nie klappen.

          Kampf, Einsatz, Biss für sieben Minuten

          Hannover lag nach 45 Minuten am Boden, die Fans pfiffen nicht einmal mehr, als sich die Spieler von Trainer Mirko Slomka mit hängenden Köpfen in die Kabine bewegten. Es herrschte einfach nur noch Entsetzen bei denen, die es mit den „Roten“ hielten. Stumm und ohne Mumm schauten die hannoverschen Profis ihren Gegenspielern in den Schlussszenen der ersten Halbzeit zu - es lag eher an der Bremer Überraschung, so viel Platz und Zeit zu haben, als an der Wehrhaftigkeit der Roten, dass es bei vier Bremer Treffern nach 45 Minuten blieb. „Es ist aus hannoverscher Sicht kein großartiges Spiel“, sagte der Stadionsprecher zur Pause und erntete höhnisches Gelächter.

          Ganze sieben Minuten zeigte Hannover 96 das, was Slomka die ganze Woche gefordert hatte: Kampf, Biss, Einsatz und endlich auch den Mut, den man für ein mögliches Tor braucht. Werder wirkte sofort verletzlich, die Fans Hannovers schöpften Hoffnung. Dann wurde Bremen etwas stabiler, kam durch Özil in der zehnten Minute zu einer Riesenchance, und spätestens mit Peter Niemeyers Führungstreffer in der 12. Minute war das bisschen Mut beim Heimteam schon wieder aufgebraucht.

          Hannover wurde vorgeführt

          Niemeyer, kein Torschütze vom Dienst, kam vor Andreasen an den Ball und schoss ihn ins lange Eck - Fromlowitz machte keine gute Figur. Schon sechs Minuten später zeichnete sich Hannovers Niedergang ab: nach einem Eckball Özils sprang Naldo höher als die Gegner und köpfte ins Tor. Werder war jetzt im Spiel, Hannover hatte den Faden verloren. Niemand wollte mehr den Ball haben, die Mannschaft zog sich immer weiter zurück - ideale Verhältnisse für die Bremer Künstler, nachzusetzen.

          Nach Özils Freistoß kam Mertesacker vor Eggimann an den Ball, am langen Pfosten stand Pasanen frei, doch Andreasen nahm ihm die Arbeit ab und traf ins eigene Tor (26. Minute). Minutenlang lief der Ball dann einige Male durch die Bremer Reihen: Hannover 96 wurde vorgeführt. Und kassierte kurz vor der Pause noch ein Gegentor - Aaron Hunt köpfte den Ball nach Frings' Flanke ins Gehäuse (44.). Kopfballtreffer von ihm sind eine rare Spezies. Aber an diesem Nachmittag gegen diesen Gegner gingen eben Dinge, die eigentlich unmöglich scheinen. Schulz ließ Hannover mit seinem Tor kurz hoffen, doch Werder wollte sich diesmal nicht durch Nachlässigkeiten düpieren lassen und schaffte durch Pizarro sogar noch das 5:1.

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