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1:4 in Freiburg : Podolski reicht den Kölnern nicht

  • -Aktualisiert am

Kollektiv-K.O.: Gelingt dem FC Köln noch die Rettung in der Relegation? Bild: dpa

Der Angreifer trifft, die Kollegen jedoch nicht: Der 1. FC Köln verliert 1:4 in Freiburg und weiter an Boden in der Bundesliga. Die Hoffnungen liegen auf der Relegation.

          Sie hatten ihre Chancen, aber sie hatten nur einen Podolski. Das war viel zu wenig für den 1. FC Köln, um den Abstiegskampf beim SC Freiburg bestehen zu können. Am Samstagnachmittag verlor der Tabellensechzehnte beim schon geretteten Sportclub 1:4, weil nur der zum Saisonende wohl zum FC Arsenal wechselnde Nationalspieler Lukas Podolski seine Chance in der 47. Minute zum 1:1 nutzte. Die Südbadener ließen sich dadurch nicht aufhalten und blieben zum zehnten Mal nacheinander, Vereinsrekord, in der Bundesliga ungeschlagen.

          Roland Zorn

          Sportredakteur.

          Den Erfolg durch die Tore von Mujdza (36.), Guédé (54.), Calgiuri (84.) und Freis (90+1.) verdiente sich die Mannschaft von Trainer Christian Streich durch den am Ende viel größeren Siegeswillen und das stärker ausgeprägte Selbstbewusstsein. Die Kölner aber müssen darauf hoffen, dass sie auch nach dem kommenden Samstag zum Saisonfinale, wenn Rekordmeister Bayern München kommt, Drittletzter vor Hertha BSC (daheim gegen Hoffenheim) bleiben. Nur dann dürfen sie nachsitzen und in der Relegation gegen den Dritten der zweiten Liga ihre letzte Rettungschance suchen.

          Kölner Freude über die Schalker Führung

          Einen „gewissen Optimismus“ und einen „positiven Grundtenor“ hatte Nothilfe-Trainer Frank Schaefer vor der Reise in den Breisgau ausgemacht. Dank des Ur-Kölners, dem die Mannschaft die richtigen Maßnahmen zur Rettung vor dem Abstieg zutraut, wirkte der FC auch zunächst unternehmungslustiger und siegeshungriger, doch viele Chancen sprangen bei allem Eifer der Rheinländer nicht heraus. Nur wenn Lukas Podolski, genesen von einer leichten Mittelohrentzündung, das Spiel in die Hand nahm, durchwehte das Freiburger Sommerlüftchen ein Hauch von Torgefahr.

          Lanig, der nach Podolskis Eckball am Tor vorbei köpfte (17.), und Jajalo, dessen Flachschuss nach Podolskis Vorarbeit Torhüter Baumann parierte (18.), hatten aber mit ihren Versuchen kein Glück. Da auch auf der anderen Seite wenig Aufregendes geschah, deutete viel auf ein 0:0 zur Halbzeit in dieser für die Kölner so wichtigen Begegnung. Die rund 2500 FC-Anhänger freuten sich erst einmal über ein anderes Resultat, die Schalker 1:0-Führung gegen den Tabellenvorletzten Hertha BSC. Nicht allzu lange, da drei Minuten später doch leichtes Entsetzen im FC-Fanblock herrschte, als der SC nach einem abgewehrten Kölner Freistoß einen Konter im eigenen Stadion durch Mujdzas haltbaren Flachschuss zum 1:0 nutzte (36.) – das erste Saisontor des bosnischen Verteidigers. Torhüter Rensing offenbarte in diesem Moment nicht die allergrößte Beweglichkeit.

          Freiburger Freude: Guédé nach dem Treffer zur 2:1-Führung Bilderstrecke

          Schaefer reagierte und wechselte zum zweiten Durchgang Novakovic – er kam für Lanig – als zweiten Stürmer ein. Eine Entscheidung, mit der ein kurzer Ruck durch das Kölner Team ging. Podolskis jedenfalls verstand das Zeichen zur Attacke umstandslos richtig, schnappte sich den Ball, ließ Guédé und Caligiuri stehen und erzielte mit einem Flachschuss aus sechzehn Metern sein 18. Saisontor (47.). Sieben Minuten währte das Vergnügen der rheinischen Frohnaturen, dann waren wieder lange Gesichter zu sehen. Eine Volleyflanke Caligiuris veredelte der wuchtige Guédé per Volleyschuss zum 2:1 für die seit voriger Woche aller Sorgen ledigen Freiburger.

          Jetzt ging es in der Frühsommerhitze hin und her, da Novakovic fast im Gegenzug den Ball verspringen ließ und damit seine Gelegenheit frei vor Baumann sausen ließ. Insgesamt aber wirkte die Mannschaft von Trainer Christian Streich nun entschlossener, das Momentum zu nutzen. Das tat sie dann auch, als Caligiuri mit einem raffinierten Drehschuss (84.) und der ehemalige Kölner Freis die eindeutige Entscheidung für die am Ende deutlich bessere Mannschaft herbeiführten.

          SC Freiburg - 1. FC Köln 4:1 (1:0)

          SC Freiburg: Baumann - Mujdza (70. Putsila), Diagné (58. Höhn), Ginter, Sorg - Makiadi, Guédé - Schmid, Rosenthal (77. Jendrisek), Caligiuri - Freis
          1. FC Köln: Rensing - Brecko, McKenna, Geromel, Eichner (83. Ishak) - Lanig (46. Novakovic), Riether - Peszko (68. Buchtmann), Jajalo, Clemens - Podolski
          Schiedsrichter: Stark (Ergolding) - Zuschauer: 24 000 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 Mujdza (36.), 1:1 Podolski (47.), 2:1 Guédé (54.), 3:1 Caligiuri (84.), 4:1 Freis (90.+1)
          Gelbe Karten: - / McKenna (4)
           

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