https://www.faz.net/-gtm-8df7e

1:3 in Köln : Für Frankfurt ist am Dom nichts zu holen

  • -Aktualisiert am

Ein Meier allein macht noch keine Feier: Eintracht Frankfurt ist zu harmlos Bild: dpa

Eintracht Frankfurt beginnt am Samstagabend beim 1. FC Köln vielversprechend, verliert aber 1:3. Der Vorsprung vor dem Relegationsrang schmilzt. Die Lage wird kritisch.

          3 Min.

          Viermal ist die Eintracht in ihrer Bundesliga-Historie schon abgestiegen. Einen weiteren Absturz zu vermeiden, ist in dieser Saison, in der so vieles nicht nach Plan läuft, zum großen Ziel geworden, dem sich die Frankfurter mit vielen kleinen Schritten nähern möchten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Hoffnungen auf einen abermaligen Klassenverbleib alsbald realisieren lassen, ist am Samstag gesunken.

          Beim 1. FC Köln unterlag die auf den 15. Tabellenplatz abgerutschte Eintracht 1:3. Ihr Vorsprung vor dem Relegationsrang, auf dem Bremen nach seinem 1:1 gegen Hoffenheim nun 20 Punkte vorweisen kann, ist auf einen Zähler zusammengeschmolzen: Die sportliche Situation für die Hessen wird immer schwieriger.

          Dabei konnte Armin Veh, gemessen an den Möglichkeiten, seine Wunschformation aufs Feld schicken. Bastian Oczipka und David Abraham, die in den zurückliegenden Tagen wegen Erkältungen hatten kürzer treten mussten, meldeten sich einsatzfähig zurück; so konnte die Viererkette, die zuletzt schon oft umgebaut werden musste, in halbwegs eingespielter Aufstellung ihren Abwehrauftrag ausführen. Wieder war es dabei anfangs Yanni Regäsel, der seine Posten als Rechtsverteidiger verlässlich im Rückwärtsgang und forsch beim Umschalten ausübte.

          Ein hartes Stück Arbeit für den 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt: Am Ende feiern die Rheinländer Bilderstrecke
          Ein hartes Stück Arbeit für den 1. FC Köln gegen Eintracht Frankfurt: Am Ende feiern die Rheinländer :

          Überhaupt waren es die Hessen, die auf dem rutschigen Rasen, schnell versuchten, das Heft des Handelns in die Hand zu bekommen. Ihnen kam dabei gelegen, dass sich die Kölner durch unbedachte Abspiele in die Bredouille brachten und nach elf Minuten schon das erste Mal verletzungsbedingt umstellen mussten: Simon Zoller ging mit Verdacht auf einen Muskelfaserriss vom Platz und wurde von Matthias Lehmann, dem ehemaligen Frankfurter, ersetzt. Nach einer Viertelstunde war es eindeutig die Eintracht, die mehr investierte, um in Führung zu gelangen.

          Im Anschluss an ihren vierten Eckstoß wäre es beinahe soweit gewesen: Marco Fabian trat die Kugel mit viel Effet in den Strafraum, wo sie von Szabolcs Huszti mit dem Kopf verlängert wurde, doch Timo Horn machte mit einem Hechtsprung die Chance zunichte (22. Minute). Bei der nächsten Gelegenheit war jedoch auch der Kölner Schlussmann geschlagen: Huszti sah an der Strafraumecke den besser postierten Alexander Meier, schob ihm das Spielgerät zu – und der Goalgetter vollendete mit einem Drehschuss (25.).

          Dass die Eintracht sich nicht lange über den Vorsprung freuen konnte, lag an einem Missgeschick ihres bis dahin auffälligsten Akteurs. Fabian gelang es in der Rückwärtsbewegung nicht, den Ball kontrolliert am Fuß zu führen, ließ ihn sich von Anthony Modeste stibitzen, der wiederum Yannick Gerhardt mit einem Querpass ins Szene setze. Der Angreifer lief alleine auf Lukas Hradecky zu und überwand ihn mit seinem plazierten Abschluss aus zehn Metern (29.).

          Nach der Pause, als der Dauerregen endgültig den Rasen derart durchnässt hatte, dass bei vielen Aktionen der Zufall mitspielte, waren es wiederum die Hessen, die den besseren Start erwischten. Huszti (46.) und Regäsel (47.) versäumten es aber, mit einem Tick mehr Genauigkeit ihre Vorstöße effektiver abzuschließen. Beide Teams waren in dieser Phase zunächst darauf bedacht, das Geschehen möglichst weit von der eigenen Gefahrenzone weg zu verlagern und das eigene Terrain kompakt zu sichern. Das sorgte dafür, dass sich rund um den Anstoßkreis zahlreiche Zweikämpfe entwickelten, in denen es ruppig zur Sache ging. Doch wirkliche Feldvorteile kamen so – hüben wie drüben – nicht zustande.

          Ein strittiger Pfiff des Unparteiischen brachte die Eintracht ins Hintertreffen. Schiedsrichter Felix Zwayer entschied gegen Fabian, der mit beiden Beinen voran gegen Marcel Risse geklärt hatte auf Freistoß, den die Kölner bestmöglich verwerteten: Dominique Heintz, der von Makoto Hasebe ziehen gelassen wurde, erzielte mit dem Kopf das 2:1 (57.). Sehr zum Ärger von Veh, der sich über das Zustandekommen des Treffers beim vierten Offiziellen lautstark und gestenreich beschwerte, so dass ihm dabei die Mütze vom Kopf flog.

          Über Glück im Unglück konnten sich die Frankfurter freilich auch nicht beklagen. Bei einem Rempler von Fabian gegen Leonardo Bittencourt im Sechzehner, der einen Elfmeter hätte zur Folge haben können, blieb Zwayers Pfeife stumm (67.).

          Veh versuchte, mit der Hereinnahme von Haris Seferovic für den Rot-gefährdeten Hasebe der Offensive frischen Schwung zu verleihen. Doch der Plan ging nicht auf. Vielmehr schlugen die Rheinländer ein weiteres Mal eiskalt zu: Modeste tauchte dabei unbedrängt vor Hradecky auf und traf zum 3:1-Endstand (73.). Im nun noch wichtiger gewordenen Duell mit dem HSV an diesem Freitag muss die Eintracht auf Oczipka verzichten. Er sah in der hektischen Schlussphase zu allem Überfluss seine fünfte Gelbe Karte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Freiwillige warten in Ahrweiler in Rheinland-Pfalz auf ihren Einsatz.

          Hilfsbereitschaft : Mit der Schippe in der Hand

          In der Katastrophe zeigt sich die deutsche Gesellschaft leistungsfähiger, stabiler und bewundernswerter, als ihr mitunter attestiert wird. Es wäre gut, wenn das auch in der Corona-Krise so wäre.
          Siegte zwei Mal ohne Kampf: Tohar Butbul in Tokio

          Kampf gegen Israeli verweigert : Feinde und Freunde

          Judoka Tohar Butbul aus Israel wird auf olympischer Bühne Opfer des Antisemitismus. Leider kann man nicht auf die hoffen, die die Regeln machen, sondern meist nur auf die, die ihnen unterworfen sind. Das zeigt ein anderes Beispiel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.