https://www.faz.net/-gtm-wgl9

1:3 in Karlsruhe : „Ohne Aggressivität“: Wolfsburgs Serie gerissen

  • Aktualisiert am

Kennedy wird für Karlsruhe zum Glücksfall Bild: ddp

Der Karlsruher SC hat die Erfolgsserie des VfL Wolfsburg beendet. Drei Tage nach dem Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals unterlag die bis dato beste Mannschaft der Rückrunde nach zuvor fünf Siegen in sechs Pflichtspielen beim Aufsteiger.

          2 Min.

          Der Karlsruher SC hat die Serie des VfL Wolfsburg beendet und ist mit seinem 3:1 (1:1)-Sieg zugleich auf einen Uefa-Cup-Platz vorgerückt. Mario Eggimann (23. Minute), der neue KSC-Torjäger Joshua Kennedy (73.) und Alexander Iaschwili (90.+2) sorgten vor 27.871 Zuschauern im Wildparkstadion für den sechsten Heimerfolg des Aufsteigers. Für den Pokal-Halbfinalisten traf am Samstag in der durchschnittlichen Partie Marcel Schäfer (28.) zum zwischenzeitlichen Ausgleich.

          Wolfsburg war zuvor fünfmal ungeschlagen. Nur etwa 500 KSC-Anhänger, vor allem sogenannte „Ultras“, befolgten den am Vorabend beschlossenen Stadion-Boykott. Sie schauten die Partie in der Vereinsgaststätte im Fernsehen an.

          Magath „ruht sich nach Erfolg aus“

          „Wir hatten zu wenig Aggressivität, um hier zu gewinnen und haben verdient verloren“, sagte Wolfsburgs Trainer Felix Magath, fand aber auch lobende Worte für den Gegner. „Der KSC hat toll gespielt und steht nicht umsonst da oben. Ich denke, dass er in dieser Saison auch da bleibt.“ Karlsruhes Verteidiger Maik Franz war froh, dass das Team nach der Pleite in Stuttgart Willensstärke gezeigt hatte. „Wir haben gezeigt, dass uns eine Niederlage nicht umwirft. Das war einfach nur ein geiles Spiel und wir sind überglücklich.“

          Magath schonte nach dem kräftezehrenden Pokal-Erfolg gegen den Hamburger SV zunächst ein Quartett von Stammspielern. Vor allem das Fehlen von Spielmacher Marcelinho und Torjäger Grafite machte sich negativ bemerkbar: Ohne die beiden Brasilianer brachte der VfL nur wenig Kreatives zustande. Magath machte nach dem Sieg im Pokal aber auch ein psychologisches Problem bei seinen Spielern aus. „Die Mannschaft freut sich zu sehr über so einen Erfolg und ruht sich etwas darauf aus.“

          „Wolfsburg an die Wand gespielt“

          Aber auch beim KSC blieb ohne Schaltstation Tamas Hajnal (gesperrt) vieles im Spiel nach vorne Stückwerk. Die erste KSC-Chance brachte gleich die Führung: Kapitän Eggimann traf im Nachsetzen, nachdem VfL-Torhüter Diego Benaglio zuvor bravourös einen Kopfball von Sebastian Freis abgewehrt hatte. Dem Ausgleich ging ein Abspielfehler des Karlsruher Verteidigers Andreas Görlitz voraus: Wolfsburgs Mittelfeldmann Christian Gentner bediente Schäfer mustergültig, der abgeklärt vollendete. Benaglio bewahrte danach seine Mannschaft zweimal vor einem erneuten Rückstand: Erst wehrte der Schweizer Nationaltorhüter einen raffinierten Schuss von Godfried Aduobe zur Ecke ab (40.). Wenige Sekunden später „entschärfte“ er einen 25-Meter-Schuss von Christian Eichner.

          Nach Wiederanpfiff machten die Badener gleich mächtig Druck. Alexander Iaschwili (48.) vergab kläglich, Eggimann verzog knapp (53.). Die Norddeutschen kamen kaum noch aus ihrer Hälfte heraus und konnten trotz der Einwechslung von Grafite (46.) nur noch gelegentlich Entlastungsangriffe starten. „In der zweiten Halbzeit haben wir Wolfsburg an die Wand gespielt“, meinte Franz.

          Kennedy gelang die verdiente Führung, nachdem sich der Winter-Neuzugang gegen drei Kontrahenten energisch durchgesetzt hatte. Es war bereits der fünfte Treffer des Australiers im fünften Spiel für den KSC. Der Georgier Iaschwili machte in der Nachspielzeit mit seinem ersten Saisontor zum 3:1 alles klar.

          Weitere Themen

          Nach dem Schulsport wie ausgestorben

          Deutschlands Sporthallen : Nach dem Schulsport wie ausgestorben

          Schulkinder dürfen in die Turnhalle, aber nicht, wenn sie nachmittags als Vereinssportler kommen. Das widerspricht Gefühl und Verstand. Der Lockdown im Breitensport führt nicht nur zu Mitgliederverlusten.

          Topmeldungen

          Abgelehnte Asylbewerber : Letzte Hoffnung Frankreich

          Viele in Deutschland und anderen EU-Staaten abgelehnte Asylbewerber fliehen nach Frankreich. Hier werden die Anträge weniger streng geprüft. Die französische Migrationsbehörde sieht sich als Opfer der europäischen Asylpolitik.

          Am Tag des Corona-Gipfels : RKI meldet Rekordzahl an Todesfällen

          Zum ersten Mal starben an einem Tag mehr als 400 mit dem Coronavirus infizierte Menschen in Deutschland. Auch die Zahl der Neuinfektionen ist weiterhin ein Anlass zur Sorge. Heute wollen Bund und Länder sich auf neue Maßnahmen einigen.

          Chancen am Aktienmarkt 2021 : Alles Corona oder was?

          Für Reise- und Luftfahrt-Titel brauchen Anleger gute Nerven, die Pharmabranche ist einen Blick wert. Was sind die Chancen für das Jahr 2021? Wir geben den Überblick in einer neuen Serie zur Geldanlage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.